Fragen

Liebe MitleserInnen,

heute kommen einmal nur Fragen:

gibt es Menschen, denen Ihr mehr Aufmerksamkeit zuteil werden lasst als sie es umgekehrt tun? Wie geht Ihr mit diesen Beziehungen um? Und was hat das alles mit „Kunst“ zu tun?

Ich bin gespannt…!

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Diskussionsmöglichkeit

Heute möchte ich mich einmal mehr auf Stefan Beck beziehen. Ich hatte ihm auf seine Radiosendung ‚das seminar‘ vom 11. April wieder ein Feedback gegeben, woraufhin sich auf seiner facebook-Seite ‚das seminar‘ eine kleine Diskussion entsponnen hat… vielleicht möchte sich ja jemand einklinken…? Mich würd’s freuen!

„Mit einiger Verspätung, hier die Aufzeichnung der Sendung vom 11.4. 2014 aus Hamburg. Zur Lage der Kunst in Hamburg. Warum gibt es so wenige Künstler, die den Kunstbetrieb thematisieren?“

http://stefanbeck.de/das-seminar/mp3/das_seminar_11-04-2014_live_RadioX.mp3

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Bezogen auf: http://thinglabs.de/2014/05/propaedeutik-der-konversationskunst/

 

Propädeutik der Konversationskunst

Zu den Übungen kann ich relativ wenig sagen, aber ich finde schon alleine die Sensibilisierung spannend und wichtig.

„Können wir wirklich sagen, was wir meinen?“

Wir können immer nur versuchen, dicht dran zu bleiben und auf das dabei einzugehen, was das Gegenüber uns gibt, um die Bandbreite der Missverständnisse einzudämmen. Ich finde es schon eine Menge, was wir dabei „können“/“können könnten“, um uns einander verständlich zu machen.

Heidis Aufgriff finde ich existenziell wichtig für’s fruchtbare miteinander-Reden; alles andere tötete jeglichen Austausch („Wisse niemals, was du sagen wirst…“). Ob man das auch verbal dauernd deutlich macht, indem man z. B. kein anderes Wort als „meinen“ verwendet, ist, denke ich, zweitrangig, wenn ich das „Konzept des Meinens“ richtig verstehe. Wichtig ist doch, dass man weiß, dass alle immer „nur“ „meinen“.

Dass man nicht alle Ausprägungen von was auch immer mittragen kann, ist nachvollziehbar, weil jeder eben anders „funktioniert“ – und es muss ja auch nicht sein. Vielleicht wäre es im Gegenteil sogar so GAR nicht wünschenswert, weil das doch auch Lebendigkeit im Austausch tötete…

Konversationskunst und Öffentlichkeit

„Manifest“ finde ich zumindest als Begriff in diesem Zusammenhang hinterfragenswürdig!

„Publikum“ wird hier wieder verstanden als lediglich konsumierende Masse/Personen, nehme ich an… ansonsten gefällt mir der Gedanke, dass alle Beteiligten dabei doch immer beides sind: Akteure UND Publikum.

Das Verfahren des „Manifestes“ macht doch NUR SINN, wenn die Einzelstimmen nicht explizit gekennzeichnet sind 😉 . Wenn klar wäre, dass sich mehrere Personen widersprechen, würde man es als „normalen“ Diskurs zweier oder mehrerer je in sich gefestigter Meinungen ansehen. Ich fände spannend, wenn man bzgl. der Widersprüche die Reaktionen des Lesenden mitbekäme bzw. abschließend erfragen, am Ende den Charakter des Textes „outen“ würde. Ich finde die Idee eines solchen Textes klasse! Wie ich es mir vorstelle, bleibt man durch die Widersprüche wach, gerade wenn sie nicht in einen durchgehenden Text „passen“. Das Hinterfragen wird gefördert und gefordert; es ist schön, dass in meinen Augen dadurch aufgezeigt wird, dass es selten einen glasklaren Standpunkt geben kann oder es ihn nur in Ausnahmefällen manchmal geben muss; mir fallen hier spontan Menschenrechtsfragen ein.

Ich finde die Unterteilung der Stellung des Gesprächs in der Gesellschaft in die genannten zwei Funktionen gar nicht nötig… „Gespräch“ setzt doch immer Verständigungswunsch voraus, oder…? Das wäre für mich die „Funktion“. Ich muss aber auch zugeben, dass mir die Vorstellung eines rein „formalen Gesprächs“ extrem schwer fällt…

Konversationskunst – deliberieren

Als ich dieses Protokoll las, kamen bei mir Fragen auf:

Was ist Deine/Eure Definition? Gibt es eine relativ eindeutige?

Würde es als „elitäre Kunstform“ Sinn machen? Würde IRGENDEINE elitäre Kunstform Sinn machen? Würde es überhaupt Sinn machen, wenn Menschen dabei ausgeschlossen würden, Wesen, die Konversation in diesem Sinne nur betreiben?

Was wäre dann der Sinn?

Konversationskunst – zweifeln

Die Zeit des Aufschubs und der Verzögerung ist nötigerweise vergangene Zeit; in der Natur des Zweifels liegt, dass man sie nicht überspringen kann, um von A nach B zu kommen.

Es können zwar mehrere Personen sozusagen „gemeinsam“ zweifeln, aber keine 2. Person wird es exakt so empfinden wie ich oder könnte meinen Weg der Entscheidungsfindung genau so gehen wie ich, daher würde ich dem Zweifel als individueller Erfahrung den Vorzug geben. Auch hier kann man sich nur austauschen und um gegenseitiges Verständnis bemühen.

Die Frage, ob „die Fixierung [der Konversationskunst] auf Begriffe“ dienlich sei, wäre auch meine!

Ich bin eher bei Descartes als beispielsweise bei David Hume. Es geht doch meist um Sachverhalte, nicht um das Zweifeln an sich, wobei ein „abschließendes Urteil“ über den Zweifel an sich indirekt dabei auch gegeben ist… was wäre aber der Sinn, ein Zweifeln, das sich aufdrängt, das man sich nicht vorher aussucht oder es bewusst „anwählt“, grundsätzlich und als solches anzuzweifeln?

Ich bin auch bei Heidi, die einen „besonderen Ort des Zweifels im ästhetischen Urteil“ sieht.

Wenn es den gibt – und es gibt ihn anscheinend bei bereits zwei Personen 😉 – warum SOLLTE ich dann „Kunst“ abschließend definieren, wenn diese Definition dann nicht jedweden kreativen Ausdruck zuließe. Ich frage wieder und wieder: warum ausschließen, wenn man einladen kann? Warum mit etwas, das allen Menschen gleichermaßen gehört, knapsen und handeln? Warum nicht hören und sehen wollen, dass die Urteile auf dem dazugehörigen Markt PERSÖNLICHE sind, aus PERSÖNLICHEN Interessen geboren und mit entsprechender Macht umgesetzt, und dass ich, indem ich ausschließe, einem anderen Menschen einen besonderen Augenblick (der zumindest theoretisch immer möglich ist) vorenthalte? Was gäbe mir/was gibt Dir, wem auch immer, das Recht dazu?

 

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