das seminar

Heute möchte ich Stefan’s letztes ’seminar‘ mit Euch teilen. Sein Einstieg und Schluss, seine Fragen bezüglich des „Sinns“ inspirieren mich (nicht zum ersten Mal!) zu eigenen Fragen, an mich selbst und jetzt weiter gereicht an Euch:

Wenn man davon ausgeht, dass nichts von einem übrig bleibt (was ich tue) außer die Frucht seiner Gedanken- und Tatensaat in der Welt (und als die „Frucht“ der einzelnen Personen nicht wahrnehmbar):

mit was beschäftigt Ihr Euch und warum? Was ist Euch so wichtig, dass Ihr Eure kostbare Lebenszeit damit zubringt? Geht Ihr auch schon einmal schmerzhafte Kompromisse ein für das, wofür Ihr „brennt“?

Ich freue mich wie immer über Euer Interesse und danke Euch dafür! Beteiligung darüber hinaus ist immer erwünscht, und Stefan würde sich sicher über ein Reinhören in sein Audio-Blog freuen!

„Hier seht Ihr, wie es in meinem Küchenradio aussah.

Und die Sendung vom 20.2. 2015 könnt Ihr hier hören:“

http://stefanbeck.de/das-seminar/mp3/das_seminar_20-02-2015_live_RadioX.mp3

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Respekt, Humanität, Vielfalt – überall

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Kunst und Kreativität

Kunst und Kreativität

Begriffe sind immer auf unsere Mithilfe angewiesen, wie sie verstanden werden sollen, und dürfen sich mit unserem sich verändernden Verständnis der Dinge auch durchaus wandeln. Aber inwieweit der momentane Wandel dieses Begriffes nützlich ist, möchte ich einmal zu bedenken geben:

Ich habe den Eindruck, dass der Begriff „Kreativität“ derzeit häufig vor einen Karren gespannt wird, vor den er nicht gehört. Der Behauptung möchte ich eine eigene Definition zugrunde legen, die natürlich eine Mischung aus (nicht neuen) Erkenntnissen anderer und eigener Ansicht ist. Dabei möchte ich von einer sehr wissenschaftlichen Herangehensweise absehen; es gibt in allen möglichen Sparten den Kreativitätsbegriff, und dieser wird oft dazu noch innerhalb unterschieden… das würde evtl. zu weit führen. Also lege ich eine umgangssprachliche allgemeine Definition zugrunde, die die Meisten sicher so unterschreiben bzw. in einem Gespräch so gebrauchen würden: Kreativität bedeutete doch einmal die Fähigkeit eines Wesens, „daneben“ zu denken, also ausgetretene Denkpfade zu verlassen, etwa um ein Problem zu lösen oder einfach in einer Sache weiter zu kommen.

Nun ist es nicht so, dass eine völlig neue offizielle Begriffsdefinition stattgefunden hätte; das wäre dann letztendlich nur zu akzeptieren, zumindest wenn man den Ausdruck weiter in seinem Wortschatz führen wollte. Der Begriff erfährt für mein Gefühl einen Wandel in seinem Leumund; heute herrsche, wie man immer wieder hört, geradezu der Zwang, kreativ sein zu müssen, und zwar auf jedem Gebiet. Diese Ausdrucksweise legt nahe, dass es Gebiete gäbe, auf denen das kreativ-Sein irgendwie „unpassend“ oder dort nicht vonnöten sei; dass man sich dort ein „Modewort“ aneigne und damit eine Modecharaktereigenschaft; dass man sich damit überhaupt einer Mode unterwürfe.

Wenn es keine neue Begriffsdefinition von „Kreativität“ gibt, die an mir vorübergegangen ist, hört mein Verständnis hier auf. Wo, in welchem Bereich ist es nicht hilfreich, auch einmal neu zu denken, ganz von vorne anzufangen, einen anderen Maßstab anzulegen, einen anderen Blickwinkel auszuprobieren? Wenn selbst in einem Online-Wirtschaftslexikon (http://wirtschaftslexikon.gabler.de) die Kurzdefinition zu lesen ist: „Kreativität bezeichnet i. d. R. die Fähigkeit eines Individuums oder einer Gruppe, in phantasievoller und gestaltenden Weise zu denken und zu handeln“, dann finde ich es befremdlich, dass ausgerechnet kunstaffine Menschen das Wort zuweilen problematisieren, als wäre dessen Bedeutung nicht eindeutig die Grundlage jeglicher Entwicklung, egal auf welchem Gebiet. Wenn ein Künstler nicht mehr „kreativ“ sein darf – und zwar nach eben dieser schlichten Definition, die eigentlich alle verstehen –, dann frage ich mich wieder einmal, welches Wort denn erwünscht ist, welches denn besser passt, welches weniger abgenudelt ist, wenn es das ist, was stört. Ja: vielleicht ist das überhaupt die grundlegende Frage:

Was ist eigentlich das, was stört…?

Zum Tiefergehen und Erweitern je nach Bedarf:

http://www.thing-frankfurt.de/2013/abschied-vom-publikum

http://www.philosophie-woerterbuch.de/online-woerterbuch/?tx_gbwbphilosophie_main%5Bentry%5D=617&tx_gbwbphilosophie_main%5Baction%5D=show&tx_gbwbphilosophie_main%5Bcontroller%5D=Lexicon&cHash=073ea9086cff66cac677d578d45a93e2

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Bauhaus

„Also da wird ja jetzt immer drüber gesprochen; das war ein Durchbruch, und wir sind die Forerunners gewesen… dann werd’ ich’n bisschen ärgerlich und sag’: wenn man rennt, weiß man nicht wohin man rennt, man rennt halt, net, und außerdem bin ich wirklich der Überzeugung: es sind zwar immer ein paar Leute, die vielleicht ein paar Jahre vorher etwas Neuartiges machen, aber dann kommt es in die ganze Welt, weil die Zeit dafür richtig ist. Also wir haben den Leuten nix Neues gezeigt, wenn da nicht schon die neue Zeit da gewesen wäre.“ [Ellen Auerbach, 1930 – 1932 am Dessauer Bauhaus im Film ‚Bauhaus – Modell und Mythos’ von Kerstin Stutterheim und Niels Bolbrinker aus dem Jahr 1998]

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