„Man muss ständig aufrüsten, hat aber am Ende nichts davon.“

„Man muss ständig aufrüsten, hat aber am Ende nichts davon.“ (Cornelia Koppetsch)

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Ich überlege, wie ich diesen Text beginnen soll; wahrscheinlich wird es wieder ein Gedankenfluss-Experiment…

Ausgang war die Frage an mich selbst, was mich davon abbringt (obwohl auch ich zum Beispiel für Auftragsarbeiten Geld nehme), alles und jedes unter dem „Verkaufsgebot“ zu betrachten?

Warum denke ich (obwohl ich andere sonst gerne selbst denken und für sich bestimmen lasse), dass es für alle besser wäre, von rein kapitalistischen Beweggründen abzusehen? Warum werde ich zunehmend wütend über bestimmte diesbezügliche Vorgehensweisen in der Welt?

Mir scheint es tatsächlich so, als ob alle alles nur noch verkaufen. Ich hatte Euch um Eure Gedanken dazu gebeten, und die zweier Kollegen – wie ich langjährig auf dem künstlerischen Parkett unterwegs – kann ich mit einfließen lassen; vielen Dank Euch beiden!

Trotzdem bleibt der Text schwierig zu beginnen, denn ich habe das Gefühl, mich schon zu Anfang und dann zunehmend zu wiederholen, gerade weil ich mich mit bestimmten Überlegungen immer wieder neu, nur in Variationen, auseinandersetze. Das kann auf Dauer eintönig werden! Ich selbst werde müde, mich immer wieder die bekannten Argumente sagen zu hören… – aber vielleicht lerne ich mit jeder Auseinandersetzung und jetzt mit der Arbeit an diesem Text einen anderen Aspekt des Themas kennen… oder eine andere Facette meiner Person…

Dann frage ich mich, ob ich anfangen kann, ohne mit ein paar Grundüberlegungen zu Kapitalismus und Sozialismus zu beginnen – und verwerfe den Zweifel: zu langweilig, und vielleicht kann ich später im Text noch auf bestimmte Dinge eingehen, die mir wichtig sind. Also setze ich jetzt das voraus, was man in der Schule dazu lernt – ich hoffe, immer noch!

Einer der beiden genannten Kollegen fragte, ob denn die bloße Verwendung von Geld schon kapitalistisch sei, denn das Geld sei doch nur der Gegenwert des Tauschhandels, wenn man etwas anderes als Tauschgegenstand entweder nicht brauchen oder nicht bekommen kann… – ja, so denke ich eigentlich auch. Es ist doch praktisch, dann für sein Angebot einen Wertgegenstand zu bekommen, der als Gegenwert zu wirklich allem funktioniert. Was macht es denn dann verwerflich oder besser gefragt: was lässt es denn dann kippen? Oder wann kippt es? Wann schlägt es in etwas für den Menschen Ungesundes um? Macht es eventuell der Wettbewerbscharakter, der in den kapitalistisch ausgerichteten Ländern vorherrscht…?

Ich stelle durch die Jahre fest, dass sich Wettbewerb da ausbreitet, wo er meines Erachtens wenig oder nichts verloren hat: in Schulen (es können nicht alle eine „eins“ bekommen, selbst dann nicht, wenn im sehr unwahrscheinlichen Fall trotzdem alle eine verdient hätten; es gibt große Unterschiede zwischen den Kindern, und ungleiche Startvoraussetzungen machen Wettbewerb unfair), im Rennen um die Uni-Plätze, wo es teilweise um Bruchteile im besagten Einser-Bereich geht – aber in die Richtung zur Null, nicht zur Zwei! Später im Wettlauf um die Jobs, dann innerhalb der Jobs, bis hin zu Konkurrenzdenken in Freundschaft und Liebe… – ist es das, was Geld zu etwas macht, das nicht mehr als reiner Gegenwert im Tauschhandel empfunden wird, sondern als Belohnung, als Preis, als Auszeichnung für das Erreichen der vorderen Plätze…? Und dann muss man diesen Platz ja auch noch verteidigen… und jagt nach dem nächsten „Pokal“, der die erfolgreiche Verteidigung demonstriert… Ich erinnere das Gefühl, dass mir persönlich zu viel Wettbewerb herrscht und dass eigentlich unvergleichbare Dinge oder gar Menschen verglichen werden, schon früh in meinem Leben.

Und ich stelle noch etwas anderes fest: die Menschen diskutieren immer weniger die Sachlagen sachlich, und sie suchen immer häufiger eine Schuld bei den Betroffenen. „Wieso bist du denn nicht einfach bei deinem Mann geblieben?“ „Das hättest du dir aber denken können, dass du jetzt unterhalb deiner Qualifikation arbeiten wirst… du kannst froh sein, dass sie dich zurück nehmen!“ „Sie lässt sich ausnutzen; jetzt pflegt sie sogar seine Eltern…“ „Hättest du damals was anderes gemacht, hättest du jetzt auch mehr Geld!“ „Dann musst du deine hohen Ansprüche eben etwas runterschrauben.“ Es geht nicht darum, warum der oder die Einzelne sich so entschieden hat; es geht nicht um Verständnis für persönliche Beweggründe; es geht darum, das System zu rechtfertigen und zu verteidigen gegenüber jenen, die es in Frage stellen durch ihr Scheitern darin, selbst, wenn sich überhaupt keine „Schuldfrage“ stellt. „… und jetzt beklagt sie/er sich auch noch!“

Mein Kollege sagt, dass nicht das Geld an sich schlecht ist, sondern „nur die Nebenwirkungen und Vergewaltigungen der Idee abzulehnen“ sind – also der Missbrauch. Dieser findet nur da statt, wo Geld ist. Entweder direkt ein dicker Batzen (Stichwort Korruption bei den großen Fischen in Politik und Wirtschaft; jedem fallen sicher sofort mehrere Beispiele ein), oder in den Fällen, in denen das Kleinvieh den Mist macht. Dabei denke ich zum Beispiel an die um sich greifende Unsitte, dass Ärzte von Kassenpatienten Geld nehmen, um diesen vielleicht doch den (unter Umständen lebensnotwendigen) früheren Termin zu geben. Die zwei (oder mehr) Klassen-Gesellschaft war nie überwunden, und wo an der unbedingt erforderlichen Gleichheit der Menschen an einer Stelle gearbeitet wird, wird an einer anderen ein umso größeres Loch gerissen…

Ist es nötig, dass Frauen, die sich gemeinsam mit dem Ehemann für die klassische Rollenverteilung entscheiden (nicht selten, weil es immer noch so ist, dass in den meisten Fällen der Mann den besserbezahlten Job hat), in Altersarmut fallen, wenn nach den Erziehungsjahren der Kinder die Ehe nicht mehr funktioniert? Oder sie nicht mehr in die Arbeit zurück finden, selbst wenn sie es wollen, weil es nahtlos weiter geht mit der Pflege, diesmal der Eltern? Oder weil sie nach den Jahren der Pause (die keine Erholungspause war!) nicht mehr Fuß fassen, weil man heute auch schon mit vierzig zu alt sein kann, wenn die Fünfundzwanzigjährigen von der Uni kommen und selbstverständlich einen Anspruch empfinden, jetzt loslegen zu können…?

Ist es nötig, dass Menschen sich dafür rechtfertigen müssen, dass sie auf der Suche nach für sie bezahlbarem Wohnraum fast verzweifeln? Ist es nötig, dass es immer weniger diesbezügliches Angebot für Otto Normalverdiener oder gar Otto Prekärverdiener gibt…?

Ist es nötig, dass Menschen aus ihrem Wohngebiet und ihrer dortigen Arbeit vertrieben werden, weil es zufällig Regenwaldgebiet ist, dass man gewinnbringender für Palmölanbau nutzen kann?

Warum decken Länder ihre Dopingfälle nicht auf bzw. sind an Aufklärung nicht interessiert? Weil sie an den Sport-Stars mit verdienen. Ist so etwas nötig?

Warum gehen manche Politiker nach nur wenigen Jahren als „Volksvertreter“ (die Anführungsstriche sind bewusst gesetzt) in die Wirtschaft? Weil sie es können; weil es keine Kontrollgremien gibt, die ihre Kontakte, die sie vorher geknüpft haben, obwohl sie es nicht durften, verurteilen und ahnden. Und warum das nicht? Weil jeder, der ein solches Gesetz erlassen und für seine Durchführung eintreten würde, sich damit gegebenenfalls ins eigene Fleisch schnitte.

Warum wird in einem Regionalblatt nur noch aus Gefälligkeit berichtet über Menschen, die jemanden kennen, der jemanden kennt, oder gegen Geld?

Muss es Anwälte geben, die Geld dafür bekommen, dass sie Personalchefs Seminare anbieten, wie diese am effektivsten Krankheit ihrer Mitarbeiter als Kündigungsgrund nutzen können?

Heißt „Kapitalismus“, dass einkalkuliert wird, dass sogar dazugehört, dass Menschen durch die Maschen fallen?

Geld macht die Wichtigkeit von Inhalten kleiner bzw. hebt sie ganz auf. Der sportliche Vergleich von Menschenkörpern und diesbezügliche Medaillenvergabe hat keinen Sinn, wenn es eigentlich nicht mehr darum geht, dass sich Menschen in ihren puren sportlichen Leistungen vergleichen. Und dass im Hintergrund eine Maschinerie in Kraft ist, die den Missbrauch bewacht, treibt die Sache auf die Spitze der Perversion. Wie bei allen Dingen, in denen viel Geld den Missbrauch deckt und bewacht, um noch mehr Geld zu verdienen.

Mir fällt die Geschichte vom „klugen Fischer“ ein, jetzt als Bilderbuch neu erschienen und 1963 von Heinrich Böll unter dem Titel: „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ zum Tag der Arbeit mitten im bundesdeutschen Wirtschaftswunder geschrieben. Ein Tourist trifft einen Fischer am Hafen, der auf seinem Boot in der Sonne döst, und schlägt ihm vor, das schöne Wetter doch zum erneuten Rausfahren zu nutzen, um noch mehr Fisch und noch mehr Fisch zu fangen, schließlich einen Kutter haben zu können und dafür Leute anzustellen, ein Kühlhaus zu bauen, eine Marinadenfabrik usw. usf. Und wozu das alles? Damit er irgendwann genug Geld hätte, in Ruhe und Zufriedenheit mitten am Tag in einem Boot am Hafen zu dösen…

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Aus den Köpfen verschwindet die Bandbreite des Angebots und Geschehens, weil Geld vorgibt, was wir zu sehen und zu hören kriegen. Im Guten wie im Schlechten. Inhalte spielen immer weniger eine Rolle, niemand will sich mehr mit ihnen auseinandersetzen. Zuerst einmal muss sich der Einsatz finanziell lohnen, sonst fängt man gar nicht erst an, ob mit Auseinandersetzung oder erstmal nur Kopfheben. Alles das hat mit Wertschätzung von Menschen, von menschlichen Inhalten nicht das Geringste mehr zu tun; es hat nur noch mit der Wertschätzung dessen zu tun, das als Gegenwert zu beinahe allem anderen funktioniert. Aber eben nur beinahe. Der Moment, in dem es kippt, ist der, in dem uns das Tauschmittel wichtiger wird als der Inhalt, mit dem es getauscht wird.

Alles das macht mich wütend und treibt mich an, ein Gegengewicht zu setzen, zumindest, indem ich es benenne.

Ist es möglich, dass der Missbrauch des Geldsystems schon mit dem Wettbewerbsgedanken beginnt?

Ich habe immer dringender den Wunsch, mich aus Wettbewerbssystemen auszuklinken. Daher kommt, dass ich den „verkaufbaren“ Teil meiner Kreativarbeit nicht bewerbe, zumindest nicht aggressiv. Der Homepage ist zu entnehmen, dass ich auch verkaufe, und damit ist es gut. Im Internet pflege ich keine Plattform mehr, auf der es um solche Verkäufe geht, und entdecke ich eine neu, die sich zuerst als reine Ausstellungsfläche tarnt und zwei Klicks später entlarvt, bin ich mit dem dritten Klick da weg. Ich definiere mich zunehmend über die Aspekte meiner kreativen Arbeit, die gar nicht verkäuflich sind, jedenfalls nicht unmittelbar. Wenn ich im sozialen Netzwerk eine Diskussion starte oder mich an einer beteilige, in der ich für den unverstellten, offenen Blick plädiere, und dort (ja: ganz bewusst und auch mir) kostbare Zeit verbringe, dann ist es mir – allein schon durch die Form – überhaupt nicht möglich, das zu „verkaufen“! Und wäre es möglich und ich würde es tun, würde ich die Freiheit des Zugangs verraten und damit einen Wert, der so dermaßen eng verknüpft ist mit meiner Herangehensweise ans Thema, dass ich dieses gleich mit verriete und damit mich. Genau so und nicht anders möchte ich in der Hauptsache mein Thema vertreten – völlig nebensächlich, was oder wie ich male, wenn ich male, oder was oder wie ich schreibe… sogar dass ich auch male oder schreibe, soll dann und dort kein Thema sein. Das ist für viele unglaublich schwer nachzuvollziehen. Will ich denn kein Geld? Brauche ich etwa keines? Doch, selbstverständlich. Ich brauche Geld für die Lebenshaltung, solange unser System so funktioniert, wie es funktioniert. Aber ich brauche es nicht unbedingt im direkten Gegentausch und Gegenwert zu meinen Arbeiten, wenn für meine Lebenshaltung anders gesorgt wäre. Ich brauche es nicht als Sternchen, Fleißkärtchen oder als Pokal. Gefällt jemandem mein Bild, darf er es gerne auch kaufen; es gibt bislang keine unmissverständlichere Art, Wertschätzung zu zeigen, weil allen Geld als Gegenwert zu allem anderen so viel wert ist. Aber in erster Linie sehe ich meine Aufgabe darin, Menschen eine andere Sichtweise anzubieten, und die liegt unter Umständen ja sogar gerade darin, ein Gegengewicht zum Profitdenken anzubieten.

Nun möchte ich zu dem eingangs erwähnten anderen Kollegen kommen, mit dem ich schon jahrelang über’s Netz kommuniziere und diskutiere, einmal im ganz direkten und einmal im übertragenen Sinn. Er gab zu bedenken, dass es „ja schon sehr viele Angebote des Leihens, Tauschens, Schenkens“ gäbe, „auch der gemeinsamen Benutzung, z. B. von Autos, Fahrrädern und Werkzeugen“, so dass nicht immer alles gleich gekauft oder in Geld ausgeglichen werden müsse. Das stimmt, und ich begrüße es sehr! Allerdings ist er auch derjenige, der sich für ein geregeltes Künstler-Einkommen stark macht, während ich eine allgemeine Bezahlung aller kreativ Tätiger, unabhängig von preislich festlegbaren konkreten Arbeiten, eher schwierig finde und als Alternative zum Bedingungslosen Grundeinkommen tendiere.

Cornelia Koppetsch hat sich im Magazin der Süddeutschen Zeitung in Heft 32/2015/Politik in dem von Gabriela Herpell geführten Interview »Freiheit ist kapitalistischer Mainstream« sehr lesenswert geäußert. Unter anderem sagt sie, dass Ideale wie „Kreativität“ dergestalt vom „kapitalistischem Mainstream“ vereinnahmt worden wären, dass sie „kein Widerstandspotenzial mehr“ enthielten. Indem jeder Arbeitgeber „Kreativität“ nun als selbstverständlich geforderte Tugend voraussetze, würde das sogar zu ihrer Ablehnung führen… wobei ich selbst glaube, dass man nicht „die Kreativität“ ablehnt, sondern ihre Annexion durch ein vielleicht nicht feindliches, aber früher eher gegensätzliches Terrain. Ich musste sehr an meinen Kollegen denken, als Koppetsch ausführte, dass sich Künstler selbst schwächten, indem sie ihre Freiheit und Unvergleichlichkeit betonten und damit ihren Zusammenschluss verhinderten: „Die Künstler sagen: Jeder ist anders und hat sein individuelles Feld. Dadurch verbaut man sich die Möglichkeit, kollektiv gegen schlechte Arbeitsbedingungen oder Unterbezahlung vorzugehen.“ Das ist sicher so. Aber vielleicht muss man sich auf diesem Gebiet einfach nur konsequenter als in anderen Arbeitsbereichen entscheiden: Inhalt oder Versorgung. Denn wenn es stimmt, was ich weiter oben befürchtete: dass Geld (mittlerweile!) die Wichtigkeit von Inhalten kleiner macht bzw. manchmal ganz aufhebt, dann ist gekaufter Inhalt (und diese Entwicklung wäre genau wie in allen anderen Bereichen nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich, wenn nicht schon Realität) der Tod der Kunst. Ist es nötig, dass etwas, das zur Erbauung, Weiterentwicklung und Austausch des Menschen geschaffen worden ist, an der Börse gehandelt wird…?

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Ich stelle einen Unterschied fest zwischen freigebigen und „Ich hab‘ nichts zu verschenken!“-Menschen, der über den Inhalt ihres Portemonnaies hinausgeht.

Wer sich erlaubt, auch mal zu schenken, hilft leichter, weil er nicht immer einen Gegenwert erwartet; vielleicht gerade ein besonders aktuelles Thema. Die Kehrseite der Medaille ist das mögliche ausgenutzt-Werden: wer einmal etwas „umsonst“ gemacht hat, von dem wird das vielleicht immer wieder erwartet… Auf der anderen Seite gilt der als unsympathisch, der immer alles umsonst zu bekommen erwartet…

Jeder muss selbst das Maß finden und seine Entscheidung sachlich und deutlich vertreten.

Was ist also für mich die Lösung, was ist mein Maß? Die Lösung ist, dass es selbst für mich als Einzelperson, selbst wenn ich nur für mich selbst verantwortlich wäre, die Lösung nicht gibt. Es gibt nicht das Maß aller Dinge. Es gibt kein deutliches Entweder/Oder. Aber es gibt eine Haltung, die mein versorgt-Sein und ein Zukunftsdenken zum Wohle aller, über mein Leben hinaus, nicht ausschließt.

Für mich wäre es vorstellbar, eine Gesellschaft zu haben, bei der die Mitglieder nicht auf den Lebensentwürfen der anderen herumhacken. Natürlich habe ich mir den meinen ausgesucht, zumindest in der groben Richtung, so wie jede und jeder sich den ihren und seinen mehr oder weniger ausgesucht hat, aber es lässt sich doch alles verbessern! Warum sollen wir uns denn nicht fragen, was wirklich allen zu Gute kommt? Sollen wir uns das vielleicht nicht fragen…?

Ich wünsche mir eine Politik, in der die Volksvertreter (dass diesmal keine Anführungsstriche da sind, ist ebenfalls bewusst) genau dafür eintreten: dass es allen gut und es für alle fair zu geht. Eine Politik, die Ungerechtigkeit und Ungleichheit bekämpft, weil sie sie nicht mehr braucht… für Stimmungen, für Unfreiheiten, die man zuerst gar nicht als solche begreift, weil man nicht begreifen soll. Eine Politik, die eben nicht vom Geldgedanken bestimmt wird, sondern von Zusammenhalt und Zusammenarbeit aller Länder dieser Erde. Die ohne Ausbeutung auskommt.

Wenn das mit dem Kapitalismus nicht zu haben ist, dann muss ich ihn ablehnen.

Was ist mir jetzt, in diesem Moment, auch noch wichtig für die Zeit, wenn ich nicht mehr da bin…? Was wäre wichtig für die Personen, die noch bleiben, wenn wir gehen? Ich finde, ich sollte das, was mir dazu als Antwort einfällt, mit meinem Leben stärken.

Ich frage mich ja in den letzten Jahren verstärkt bei allen Themen, die ich besser verstehen und durchblicken möchte, „wer hat etwas davon?“ Also… wer hat etwas davon, dass es keine sozial gerechte Wirtschafts- und Sozialordnung gibt?

Die Kameradschaftlichkeit, die im Wort „Sozialismus“ steckt… – wer hat etwas davon, dass diese nicht in Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität gelebt wird, sondern als hohle Phrase verkommt?

Philipp Holstein hat am 13.08.2015 in der Online-Ausgabe der Rheinischen Post über den Kabarettisten Volker Pispers gesagt: „Pispers ist nicht der Wahrheit verpflichtet, obwohl er das behauptet, sondern etwas, das größer ist: einem Zustand, der erreichbar wäre, wenn alle gut miteinander umgingen.“

Wenn das mit dem Kapitalismus nicht zu haben ist, dann muss ich ihn ablehnen.

 

 http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/43404/2/1

http://www.rp-online.de/kultur/kabarett-dass-volker-pispers-aufhoeren-koennte-mag-man-nicht-glauben-aid-1.5309954

http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/der-kluge-fischer/978-3-446-24298-2/

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… und noch ein Gedanke zum „Urteilen“:

„Der Grund dafür [dass es ein äußerst extravagantes Forschungsprojekt wäre, einen Gegenstand zu suchen, über den man mit einer wahren Aussage behaupten kann, er sei (das) alles] liegt darin, dass ein Gegenstand, der alle Eigenschaften hat, kriterienlos er selbst ist. Das Wort ‚Kriterium‘ stammt vom altgriechischen Verb ‚krinein‘, das ‚unterscheiden‘ und in der Philosophie auch ‚urteilen‘ bedeutet, ein Wortstamm, der sich auch hinter der ‚Krise‘ verbirgt. Kriterien entsprechen Unterschieden, die einem bestimmten Gegenstand oder Gegenstandsbereich angemessen sind. Wo es keine Kriterien gibt, gibt es keine bestimmten Gegenstände und damit nicht einmal unbestimmte Gegenstände. Denn auch unbestimmte oder relativ unbestimmte Gegenstände (wie etwa die Menge Reis, die man beim Abendessen serviert) sind kriteriell bestimmt und müssen sich irgendwie von anderen Gegenständen unterscheiden.“

Markus Gabriel: „Warum es die Welt nicht gibt“, Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2013

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Was bringt mich dazu…?

Heute verweise ich wieder einmal auf meine Facebook-Seite

Sabine Pint: Kunst ist für die Menschen

Ich habe dort Fragen gestellt, deren Beantwortung durch Euch/Sie ich gerne in einem Textbeitrag mit eigenen Gedanken verbinden würde, auf Wunsch mit Namensnennung.

Es ist erstmal nur ein Experiment, und ich freue mich auf Euer und Ihr Mittun!

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