Inhalt und Form

http://www.kulturtussi.de/mehr-inhalt-wenger-kunst/

 

Anke von Heyl inspiriert mich wieder – dafür erstmal Dankeschön! 🙂

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Ihr aktueller Blog-Beitrag ist pickepackevoll mit Infos und Anregungen; hier mein Weiterfragen:

Ist es vorstellbar, dass etwas inhaltsarm ist oder scheint und trotzdem so gut erzählt wird, dass es dadurch an Bedeutung gewinnt? Mir fällt sofort mindestens ein Roman oder Film ein, dem man unterstellen könnte, dass sein Thema nicht neu oder sogar „kitschig“ sei, an dem ich aus irgendeinem Grund aber „dran bleiben“ musste…

Ist es beim Thema „Inhalt“ oder dessen vermeintlichem Gegenteil eventuell so wie bei allen Dingen: dass es auf den Adressaten, den Betrachter, den Rezipienten ankommt, was und wieviel man aus einer Sache „ziehen“ kann? Dass es, sowie sich jemand egal wie äußert – und ich meine jetzt jegliche Äußerung, nicht nur Verbalsprache – Inhalt hat: nämlich den der zuvor erbrachten Gefühls- und Denkleistung des sich Äußernden? Und dass sämtliche Beurteilungen dieses Inhalts dem Gegenüber erstmal nicht zustehen? Dass es auch da wieder „nur“ um Austausch, um Dialog geht?

Kann die Form (in Ankes Beispiel die Kunst des Storytelling) bereits sich selbst genügen, also gleichzeitig Inhalt sein?

Ist Inhalt immer gleich Inhalt, Form immer gleich Form?

Müsste man sich nicht immer und in jedem Fall darüber unterhalten, auch da die Definitionen klären, bevor man urteilt?

*

Ich bin gespannt auf Euer Mitdenken und -äußern, und Anke freut sich sicher auch über Besuch… 🙂

 

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2 Gedanken zu “Inhalt und Form

  1. kultureventbuero schreibt:

    Lieben Dank, Sabine,
    gute Idee, hier von Blog zu Blog weiterzudenken 🙂

    Ich bin der Meinung, dass der Inhalt ganz unbedingt wichtig ist. Aber ich erlebe es leider vor allem in der Kultur immer wieder, dass man völlig berauscht vom Inhalt nicht mehr darüber nachdenkt, wie man diesen Inhalt denn am besten serviert. Wie oft höre ich von empörten Kunsthistorikern: Das ist doch so spannend, was damals passiert ist. Das MÜSSEN die Besucher doch verstehen. Was aber, wenn nicht? Und ich argumentiere in meinem Text vor allem aus der Sicht derjenigen, die sich quasi beruflich damit beschäftigen, ihre Besucher anzusprechen. Meinetwegen kann ein Inhalt auch für sich alleine schon eine hohe Relevanz haben. Aber für wen? Für denjenigen, der sich seit Jahren damit beschäftigt? Da muss man dann schon überlegen, wie man es gut vermittelt kriegt.

    Du sagst völlig richtig, dass es auch zum Austausch kommen muss. Natürlich ist auch das Geschichten erzählen nicht nur als Einbahnstraße zu verstehen. Besonders toll ist es nämlich dann, wenn alle gemeinsam an einer Geschichte erzählen. Wenn es Impulse gibt, dass das Publikum einen Impuls aufgreift und weitersprinnt. Das ist für mich ein idealer Ansatz.

    In diesem Sinne freue ich mich sehr, weiter Ping Pong mit dir zu spielen 🙂

    Herzlichst
    Anke

    P.S. Und ja, ich freue mich sehr über Besucher drüben 🙂

    • Liebe Anke, liebe Mitlesenden,

      das Problem, das Du beschreibst, ist ja dann ein didaktisches, d. h. ein ganz grundsätzliches, beinahe unabhängig von Inhalten.

      Ich habe oft etwas anderes erlebt; das ging schon in der Schule los: Inhalte werden im Laufe der Zeit so festgezurrt, dass eine freie(re) Interpretation nicht möglich ist, und das, obwohl schon die allererste überlieferte Interpretation -vielleicht mangels Lebenszeit des zu Besprechenden, vielleicht aufgrund seiner Diskretion bezüglich der eigenen Gefühle und Gedanken – beinahe reine Spekulation war. Da hätte ich mir öfter gewünscht, dass man gemeinsam erarbeitet statt nachzulesen, was vermutlich nur eine mögliche Sichtweise war/ist.

      Dogmatismus kam bei mir nie gut an. 😉

      Dann gibt es bei mir einen Unterschied zwischen Faktenwissen und „Verständnis“. Wenn ein Kunsthistoriker begeistert und mit Hintergrund erzählt, dann hat m. E. noch niemand der Zuhörer Grund, „zuzumachen“ oder grundsätzlich „nicht zu verstehen“. Ich denke, dass „Verständnis“ hier wie so oft aber überbewertet wird. Zum einen kann es deswegen nicht dasselbe sein, weil es das Fach des Vermittelnden ist, wie Du schon schreibst. Zum anderen kann man in der Auffassung aus verschiedenen Gründen unterschiedlicher Meinung sein. Beim Interpretieren nimmt man sich selbst ja immer mit (und das ist auch gut so, finde ich). Dabei zu „vermitteln“, ohne die Zuhörerschaft vor den Kopf zu stoßen, ist eine hohe Kunst!

      Liebe Grüße,
      Sabine

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