„Freunde sind oft miese Kunden“ 

Hier könnt Ihr die Gedanken hinter der Überschrift kennenlernen, Euch selbst welche machen und gerne äußern:

http://www.sueddeutsche.de/karriere/freundschaftsdienste-freunde-sind-oft-miese-kunden-1.3716671

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Offenheit – Freiheit

Gestern ging die Blogparade des Archäologischen Museums Hamburg, #kultblick, zuende; mein Beitrag dazu erschien hier am 3. Oktober.

Anke von Heyl gab mir in einem Kommentar eine NachDenkSteilvorlage:

„Ich frage mich auch, ob es einen Unterschied zwischen Freiheit und Offenheit gibt? Ich denke, dass der Kreis immer weiter gezogen werden kann.“

In mir arbeitete es sofort! Immer weiter gezogener Kreis… ja, aber weil Freiheit und Offenheit für mich nicht identisch sind, sah ich sie in eigenen Kreisen, die, jeder für sich weiter gezogen, eine Schnittmenge irgendwann unvermeidlich machen, unvermeidlich im besten Sinne.

Wenn ich Offenheit als großes Interesse in alle möglichen Richtungen begreife und Freiheit als Zustand, „ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können“ (Wikipedia), dann bedingt Freiheit Offenheit. Ohne Offenheit sieht man die Möglichkeiten nicht, aus denen man wählen, für die man sich entscheiden kann.

Daraus folgt für mich: wenn uns die Freiheit etwas, vielleicht sogar viel wert ist, müssen wir Offenheit trainieren, Interesse wach halten.

Wenn wir möchten, dass die Kunst frei ist und bleibt, dürfen wir ihr nicht die Möglichkeiten nehmen, in denen sie Ausdruck findet. Das heißt, dass wir ihr möglichst keinen Menschen weg nehmen, der sich ihrer bedient.

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Eselswege

http://www.museum-abteiberg.de/index.php?id=801

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Letztens kam ich mit jemandem in der Bibliothek über Rita McBrides Kunstobjekt, die Skulpturengruppe „Donkey’s Way“, ins Gespräch. Wir fanden nicht wirklich zusammen: ich mag sie, er nicht. Er meint, dass Kunst schön und gut sei, aber in Mönchengladbach? Wo so viele andere dringende und drängende Probleme zu bewältigen seien? Das sei doch unpassend! Ich hielt dagegen, dass es immer nur noch trauriger um Orte bestellt sei, die man für solche Projekte quasi aufgegeben hätte, weil sie wirklich nicht zu „passen“ scheinen – ich wusste genau, was mein Gesprächspartner meint. Menschen mit Existenzsorgen, mit niedriger (Schul- und/oder Herzens)Bildung laufen meist an Kunst vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen, geschweige sich über sie Gedanken zu machen. Der Kopf ist schon voller (manchmal überlebens)wichtiger Gedanken.

Ich habe Zweifel, ob eine Stadt ihren Bürgern wirklich zuhört, aber schätze die im Text hinter dem Link beschriebene Symbolik und ihren gemeinten Inhalt. Es täte mir leid, wenn irgendwann nur noch die reichen Städte und Menschen mit Kunst so direkt in Berührung kommen könnten. Und es macht mich traurig und zornig, wenn eine Stadt ihre nicht kaufkräftigen Bürger mit ihren Sorgen alleine lässt und damit den Grundstein für weitere ausgeschlossene Generationen legt. Also: Auf zum Auseinandersetzen in jede Richtung – und vielleicht zum Eselstreicheln vor Ort!

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„Jetzt bin ich bei mir.“

https://www.youtube.com/watch?v=sT62_1ffv6U&sns=fb

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Die c/o-Kunstförderung der Stadt Mönchengladbach präsentierte zum parc/ours, dem Wochenende der offenen Ateliers und Kunstorte am 16./17.09.2017, vier Filmportraits von beteiligten Künstlerinnen und Künstlern. Dieses von Claudia Tronicke, Lisa Königs, Leila Matzke und Kanaan Berlin stellt die Mönchengladbacher Künstlerin Menia vor.

Hier lässt sie sich an ihrem Rückzugsort besuchen und erzählt von ihrer Motivation zur Kunst und den Vorteilen des freien Arbeitens.

Wenn man wie sie schon als Kind verschiedene Interessen entwickelt, braucht es etwas Verbindendes:

Das ist so toll an Kunst: egal, womit man sich beschäftigt oder wofür man sich interessiert: man kann alles einbauen. […] Nachdenken über Menschen; wie die sind, was sie machen, warum… warum sie das Schöne zerstören am laufenden Band […] eigentlich Zerstörung des Paradieses […] Ich glaube, Empathie ist etwas sehr Wichtiges und sollte viel mehr zum Thema werden […] Das ist der Grund, warum ich mich damit beschäftige.“

Ihre Aussagen zeigen für mich einmal mehr, dass Kunst nichts Abgehobenes sein muss; dass sie ein Ausdrucksmittel, eine Sprache mehr ist für die Dinge, die Menschen beschäftigen.

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Fünfzig!

Ich hatte nie ein gutes Verhältnis zur Zahl (an dieser Stelle einen herzlichen Gruß an meinen damaligen Mathe-Lehrer Herrn Bellen!), aber zu „meiner“ Jahreszahl immer ein entspanntes.

Ich glaube, es war Götz Alsmann, der einmal sagte, dass er sich als älterer Mensch stimmiger fühle als als junger, jenseits von Pubertätsschwierigkeiten. Er sei schon als junger Mann irgendwie älter gewesen, auch, wenn es sich vielleicht nicht unbedingt „reif“ angefühlt hat bei seinem angeborenen Spieltrieb… wenn ich ihn da richtig verstanden habe, fühle ich das ganz ähnlich. Ich denke, dass ich unter anderem deswegen beginnende äußere Alterserscheinungen nur notdürftig oder gar nicht retuschieren mag; das Innere und das Äußere des Kopfes passen derzeit für mich gut zusammen.

Trotzdem ist mir „meine“ diesjährige Zahl und die aus Menschensicht galoppierende Zeit sehr bewusst.

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Anke Engelke „kenne“ ich am längsten, seit 1979 ungefähr, seit sie das ZDF-Ferienprogramm mit moderierte; da war sie 13 und ich 11.

Als Boris Becker im Juli 1985 Wimbledon gewann, waren wir beide 17 Jahre alt; als 1986 Steffi Graf zum ersten Mal Martina Navrátilová besiegte, wurde sie 17 und ich 19.

1993 hörte und kaufte ich das Album der Sängerin Patricia Kaas „Je te dis vous“; sie war in ihrem 27. und ich in meinem 26. Jahr.

Die Show „Geld oder Liebe“ mochte und sah ich viele Jahre in erster Linie wegen Jürgen von der Lippe, der Intelligenz und Blödelbardentum auf unvergleichliche Weise vereint, und im März 1995 trat dort Eckart von Hirschhausen als Kandidat auf, der im August dieses Jahres 28 Jahre alt werden sollte – genau wie ich im Oktober.

Im selben Jahr gewann die Interview-Persiflage ‚Zwei Stühle – eine Meinung‘ der „RTL Samstag Nacht“-Show den Adolf-Grimme-Preis, in der der geniale Olli Dittrich von 1993 bis 1998 mit Wigald Boning agierte, der zur Zeit dieser Auftritte wie ich zwischen 26 und 31 Jahren alt war.

Die Schauspieler Jamie Foxx und Julia Roberts „kannte“ ich schon länger, Wotan Wilke Möhring und Jasmin Tabatabai hatte ich erst später auf dem Schirm; sein Film-Debut und ihr Durchbruch fanden 1997 statt. Curt Kobain lebt seit 1994 nicht mehr, Willem Alexander von Oranien-Nassau ist König der Niederlande, Kai Pflaume wird im Fernsehen auch sichtbar älter, Nicole Kidman nicht. Trotz seiner Jahre ist David Guetta modern und Jürgen Klopp – in umgekehrter Hinsicht trotzdem – eine Fußballlegende. Ich lache, wenn, etwas länger über Ingo Appelt als über Olaf Schubert, weil Schubert erst etwas später bundesweite Aufmerksamkeit zuteilwurde.

Und Stefan Raab, Geburtsjahr 1966, ging 2015, vor seinem 50. Geburtstag (zumindest, was die Sichtbarkeit angeht) in Fernseh-Rente.

Die meisten der hier Genannten eint das Geburtsjahr 1967, auch diese beiden:

Navid Kermani und Carolin Emcke, die ich als Autoren erst seit kurzem bewusst wahrgenommen habe, einmal, weil ich in meinem Brot-Job beider Bücher verleihe, und zum anderen im ersten Fall wegen eines bemerkenswerten Interviews und im zweiten wegen einer überaus bemerkenswerten Rede; hier ein kleiner Teil aus Emckes in Gänze hörenswerten Text: „‘Die Verschiedenheit verkommt zur Ungleichheit,‘ hat Tzvetan Todorov einmal geschrieben, ‚die Gleichheit zur Identität‘. Das ist die soziale Pathologie unserer Zeit; dass sie uns einteilt und aufteilt, in Identität und Differenz sortiert, nach Begriffen und Hautfarben, nach Herkunft und Glauben, nach Sexualität und Körperlichkeiten spaltet, um damit Ausgrenzung und Gewalt zu rechtfertigen.“

Es ist ein altes Muster“, sagt der Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser über das Spalten und Abwerten, das so oft in Töten mündet, ob Ideen oder Menschen.

Wenn es etwas zu feiern gibt, dann sind das für mich zwei Dinge: die Gemeinschaft mit denjenigen, die freiwillig und aufrichtig in meinem Leben an meiner Seite sind, und die Erkenntnis der Menschen gleich welchen Jahrgangs, dass uns nur solche Gemeinschaft und ein konstruktiver, co-kreativer Umgang miteinander weiterbringen.

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http://www.zeit.de/2016/40/navid-kermani-roman-sozusagen-paris

ab 2:25: https://www.youtube.com/watch?v=CRkf6k7CYXI

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