Offenheit – Freiheit

Gestern ging die Blogparade des Archäologischen Museums Hamburg, #kultblick, zuende; mein Beitrag dazu erschien hier am 3. Oktober.

Anke von Heyl gab mir in einem Kommentar eine NachDenkSteilvorlage:

„Ich frage mich auch, ob es einen Unterschied zwischen Freiheit und Offenheit gibt? Ich denke, dass der Kreis immer weiter gezogen werden kann.“

In mir arbeitete es sofort! Immer weiter gezogener Kreis… ja, aber weil Freiheit und Offenheit für mich nicht identisch sind, sah ich sie in eigenen Kreisen, die, jeder für sich weiter gezogen, eine Schnittmenge irgendwann unvermeidlich machen, unvermeidlich im besten Sinne.

Wenn ich Offenheit als großes Interesse in alle möglichen Richtungen begreife und Freiheit als Zustand, „ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können“ (Wikipedia), dann bedingt Freiheit Offenheit. Ohne Offenheit sieht man die Möglichkeiten nicht, aus denen man wählen, für die man sich entscheiden kann.

Daraus folgt für mich: wenn uns die Freiheit etwas, vielleicht sogar viel wert ist, müssen wir Offenheit trainieren, Interesse wach halten.

Wenn wir möchten, dass die Kunst frei ist und bleibt, dürfen wir ihr nicht die Möglichkeiten nehmen, in denen sie Ausdruck findet. Das heißt, dass wir ihr möglichst keinen Menschen weg nehmen, der sich ihrer bedient.

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Eselswege

http://www.museum-abteiberg.de/index.php?id=801

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Letztens kam ich mit jemandem in der Bibliothek über Rita McBrides Kunstobjekt, die Skulpturengruppe „Donkey’s Way“, ins Gespräch. Wir fanden nicht wirklich zusammen: ich mag sie, er nicht. Er meint, dass Kunst schön und gut sei, aber in Mönchengladbach? Wo so viele andere dringende und drängende Probleme zu bewältigen seien? Das sei doch unpassend! Ich hielt dagegen, dass es immer nur noch trauriger um Orte bestellt sei, die man für solche Projekte quasi aufgegeben hätte, weil sie wirklich nicht zu „passen“ scheinen – ich wusste genau, was mein Gesprächspartner meint. Menschen mit Existenzsorgen, mit niedriger (Schul- und/oder Herzens)Bildung laufen meist an Kunst vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen, geschweige sich über sie Gedanken zu machen. Der Kopf ist schon voller (manchmal überlebens)wichtiger Gedanken.

Ich habe Zweifel, ob eine Stadt ihren Bürgern wirklich zuhört, aber schätze die im Text hinter dem Link beschriebene Symbolik und ihren gemeinten Inhalt. Es täte mir leid, wenn irgendwann nur noch die reichen Städte und Menschen mit Kunst so direkt in Berührung kommen könnten. Und es macht mich traurig und zornig, wenn eine Stadt ihre nicht kaufkräftigen Bürger mit ihren Sorgen alleine lässt und damit den Grundstein für weitere ausgeschlossene Generationen legt. Also: Auf zum Auseinandersetzen in jede Richtung – und vielleicht zum Eselstreicheln vor Ort!

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„Jetzt bin ich bei mir.“

https://www.youtube.com/watch?v=sT62_1ffv6U&sns=fb

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Die c/o-Kunstförderung der Stadt Mönchengladbach präsentierte zum parc/ours, dem Wochenende der offenen Ateliers und Kunstorte am 16./17.09.2017, vier Filmportraits von beteiligten Künstlerinnen und Künstlern. Dieses von Claudia Tronicke, Lisa Königs, Leila Matzke und Kanaan Berlin stellt die Mönchengladbacher Künstlerin Menia vor.

Hier lässt sie sich an ihrem Rückzugsort besuchen und erzählt von ihrer Motivation zur Kunst und den Vorteilen des freien Arbeitens.

Wenn man wie sie schon als Kind verschiedene Interessen entwickelt, braucht es etwas Verbindendes:

Das ist so toll an Kunst: egal, womit man sich beschäftigt oder wofür man sich interessiert: man kann alles einbauen. […] Nachdenken über Menschen; wie die sind, was sie machen, warum… warum sie das Schöne zerstören am laufenden Band […] eigentlich Zerstörung des Paradieses […] Ich glaube, Empathie ist etwas sehr Wichtiges und sollte viel mehr zum Thema werden […] Das ist der Grund, warum ich mich damit beschäftige.“

Ihre Aussagen zeigen für mich einmal mehr, dass Kunst nichts Abgehobenes sein muss; dass sie ein Ausdrucksmittel, eine Sprache mehr ist für die Dinge, die Menschen beschäftigen.

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Fünfzig!

Ich hatte nie ein gutes Verhältnis zur Zahl (an dieser Stelle einen herzlichen Gruß an meinen damaligen Mathe-Lehrer Herrn Bellen!), aber zu „meiner“ Jahreszahl immer ein entspanntes.

Ich glaube, es war Götz Alsmann, der einmal sagte, dass er sich als älterer Mensch stimmiger fühle als als junger, jenseits von Pubertätsschwierigkeiten. Er sei schon als junger Mann irgendwie älter gewesen, auch, wenn es sich vielleicht nicht unbedingt „reif“ angefühlt hat bei seinem angeborenen Spieltrieb… wenn ich ihn da richtig verstanden habe, fühle ich das ganz ähnlich. Ich denke, dass ich unter anderem deswegen beginnende äußere Alterserscheinungen nur notdürftig oder gar nicht retuschieren mag; das Innere und das Äußere des Kopfes passen derzeit für mich gut zusammen.

Trotzdem ist mir „meine“ diesjährige Zahl und die aus Menschensicht galoppierende Zeit sehr bewusst.

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Anke Engelke „kenne“ ich am längsten, seit 1979 ungefähr, seit sie das ZDF-Ferienprogramm mit moderierte; da war sie 13 und ich 11.

Als Boris Becker im Juli 1985 Wimbledon gewann, waren wir beide 17 Jahre alt; als 1986 Steffi Graf zum ersten Mal Martina Navrátilová besiegte, wurde sie 17 und ich 19.

1993 hörte und kaufte ich das Album der Sängerin Patricia Kaas „Je te dis vous“; sie war in ihrem 27. und ich in meinem 26. Jahr.

Die Show „Geld oder Liebe“ mochte und sah ich viele Jahre in erster Linie wegen Jürgen von der Lippe, der Intelligenz und Blödelbardentum auf unvergleichliche Weise vereint, und im März 1995 trat dort Eckart von Hirschhausen als Kandidat auf, der im August dieses Jahres 28 Jahre alt werden sollte – genau wie ich im Oktober.

Im selben Jahr gewann die Interview-Persiflage ‚Zwei Stühle – eine Meinung‘ der „RTL Samstag Nacht“-Show den Adolf-Grimme-Preis, in der der geniale Olli Dittrich von 1993 bis 1998 mit Wigald Boning agierte, der zur Zeit dieser Auftritte wie ich zwischen 26 und 31 Jahren alt war.

Die Schauspieler Jamie Foxx und Julia Roberts „kannte“ ich schon länger, Wotan Wilke Möhring und Jasmin Tabatabai hatte ich erst später auf dem Schirm; sein Film-Debut und ihr Durchbruch fanden 1997 statt. Curt Kobain lebt seit 1994 nicht mehr, Willem Alexander von Oranien-Nassau ist König der Niederlande, Kai Pflaume wird im Fernsehen auch sichtbar älter, Nicole Kidman nicht. Trotz seiner Jahre ist David Guetta modern und Jürgen Klopp – in umgekehrter Hinsicht trotzdem – eine Fußballlegende. Ich lache, wenn, etwas länger über Ingo Appelt als über Olaf Schubert, weil Schubert erst etwas später bundesweite Aufmerksamkeit zuteilwurde.

Und Stefan Raab, Geburtsjahr 1966, ging 2015, vor seinem 50. Geburtstag (zumindest, was die Sichtbarkeit angeht) in Fernseh-Rente.

Die meisten der hier Genannten eint das Geburtsjahr 1967, auch diese beiden:

Navid Kermani und Carolin Emcke, die ich als Autoren erst seit kurzem bewusst wahrgenommen habe, einmal, weil ich in meinem Brot-Job beider Bücher verleihe, und zum anderen im ersten Fall wegen eines bemerkenswerten Interviews und im zweiten wegen einer überaus bemerkenswerten Rede; hier ein kleiner Teil aus Emckes in Gänze hörenswerten Text: „‘Die Verschiedenheit verkommt zur Ungleichheit,‘ hat Tzvetan Todorov einmal geschrieben, ‚die Gleichheit zur Identität‘. Das ist die soziale Pathologie unserer Zeit; dass sie uns einteilt und aufteilt, in Identität und Differenz sortiert, nach Begriffen und Hautfarben, nach Herkunft und Glauben, nach Sexualität und Körperlichkeiten spaltet, um damit Ausgrenzung und Gewalt zu rechtfertigen.“

Es ist ein altes Muster“, sagt der Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser über das Spalten und Abwerten, das so oft in Töten mündet, ob Ideen oder Menschen.

Wenn es etwas zu feiern gibt, dann sind das für mich zwei Dinge: die Gemeinschaft mit denjenigen, die freiwillig und aufrichtig in meinem Leben an meiner Seite sind, und die Erkenntnis der Menschen gleich welchen Jahrgangs, dass uns nur solche Gemeinschaft und ein konstruktiver, co-kreativer Umgang miteinander weiterbringen.

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http://www.zeit.de/2016/40/navid-kermani-roman-sozusagen-paris

ab 2:25: https://www.youtube.com/watch?v=CRkf6k7CYXI

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#kultblick

http://blog.amh.de/blogparade-verloren-und-wiedergefunden-mein-kulturblick-kultblick

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▪ Wie erfährst, siehst und bewertest Du Kultur?

▪ Was hast Du vergessen, das dir beim Kulturgenuss plötzlich in den Sinn kommt? Hast Du Kindheitserinnerungen oder besondere Situationen, an die Du plötzlich denken musst, während Du dich auf Kultur einlässt?

▪ Gibt es dabei Aha-Erlebnisse, Geistesblitze oder besondere Erkenntnisse für dich?

▪ Was empfindest Du, wenn Du dich auf Kultur und Kunst einlässt? Was ist dir dabei wichtig?

▪ Gab es jemanden, der deine Neugierde für Kulturelles geweckt hat? Und wie informierst Du dich über Neuigkeiten?

▪ Welche Kulturerlebnisse sind dir warum die liebsten? Hast Du besondere Favoriten?

▪ Fehlt dir etwas? Gibt es einen Wunsch, den Du schon immer bei Kulturinstitutionen äußern wolltest? Was können Kulturinstitutionen für dich tun, damit Du gerne zu ihnen kommst?

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#KultBlick

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Liebe Tanja Praske, Katrin Schröder und liebes Archäologische Museum Hamburg,

welch ein schönes Projekt! Ich stolpere mit der Begeisterung gleich durch zu Eurer vorletzten Anregungsfrage: meine favorisierten Kulturerlebnisse sind genau so beschaffen wie das, in dem ich gerade stecke: ich darf nachdenken über das, was mich mit Kunst verbindet und mit anderen in Dialog treten.

Dabei ist ohne Frage mein Vater „schuld“ an meinem Kunstvirus. Da er als Musterzeichner (ja, so schlicht war die Bezeichnung damals für die kreativen Köpfe der Textilindustrie) tätig war und schon als Jugendlicher gezeichnet und gemalt hat, lagen bei uns zuhause immer jede Menge spannender Utensilien herum; Papiere in allen Beschaffenheiten und alle möglichen Stifte, Pinsel und Farben. Schon als Kind bewunderte ich erstaunt, wie mit wenigen prägnanten Strichen schon bald etwas zu erkennen war, eine Blüte… oder der Kopf eines Löwenbabys.

Er konnte wunderbar zeichnen, aber nichts lag meinem Vater ferner, als es „künstlerisch“ zu sehen; für ihn war es immer Handwerk. „Gut gemacht“ – das habe ich öfter mal gehört, wenn er andere Mal-Arbeiten begutachtete. Die Gedanken desjenigen, der da malte, Skulpturen schuf oder sonst wie tätig war, traten für ihn hinter der Umsetzung zurück. Ich war da bald anders. Ich wollte und möchte bis heute am liebsten jede Künstlerin, jeden Künstler nach eben diesen Gedanken fragen – sie sind für mich das, worum es eigentlich geht.

Daher kann ich Kunst und Kultur nur „abstrakt“ bewerten als immens wichtigen Bestandteil unseres Menschenlebens. Ohne den Freiraum, den Kunst uns schafft, würden wir immateriell verarmen. Und diesen Freiraum möchte ich mithelfen zu verteidigen, indem ich auch die Kunst selbst möglichst frei wissen möchte: frei von Diskriminierungen gleich welcher Art, frei von Bewertung, im Grunde frei von einem System, vor dessen Karren sie gespannt werden kann und wird. (Ich komme mit dieser Haltung in Konflikt, wenn mich eine Institution um Partizipation bittet; dazu werde ich zum Schluss noch etwas ausführlicher.)

„Besondere Erkenntnisse“ sind nur in dieser Freiheit möglich, denn sie sind persönlich – immer. Mir fällt spontan John Irvings Roman „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ ein, den ich in meinen Zwanzigern las und der meine Denkwelt gründlich auf den Kopf gestellt hat. Die Einsicht, dass es immer mehr als eine Perspektive braucht, um sich mit einem Thema differenziert auseinanderzusetzen, begleitet mich seither.

Ich verstehe mich als Botschafterin für Offenheit, bin als solche viel im Netz unterwegs und beziehe die meisten Anregungen und Informationen daher, gehe aber auch mit offenem Blick durch die nicht-virtuelle Welt.

Der „besondere Favorit“ ist bei mir immer der aktuell Betrachtete, die Arbeit, mit der ich mich gerade auseinandersetze. Ich weiß, dass es auch ungesund festlegen kann, sich seiner Favoriten bewusst zu sein – man sieht dann oft nur noch das, was man schon kennt. (Obwohl ich die Farb“landschaften“ von Conny Roßkamp, die informelle Exaktheit eines Peter Busch oder alles, was mit Licht zu tun hat wie bei manchen Arbeiten von Ólafur Elíasson, Heinz Mack oder William Turner gern einmal „favorisiere“. Ich finde wunderbar, wie Hetty Krist Menschen zeichnet und Salvador Dalís „anthropomorphen Kabinettschrank“, den ich besuchen muss, wenn ich im K20 bin. Stefan Becks Konversationskunst spricht mich an und alles, was vergänglich ist und erst im Zusammenspiel von Werk und Rezipient entsteht und manchmal auch nur solange besteht, um dann anders, transformiert weiter zu wirken. Ich liebe zufällige Kunstbegegnungen, wie sie sich zum Beispiel durch Streetart ereignen.)

Mir gefiel die Idee der Ausstellung „Der Schatten der Avantgarde – Rousseau und die vergessenen Meister“, die 2015/2016 im Essener Museum Folkwang zu sehen war. Ich versprach mir – und ich muss zugeben in erster Linie für andere 😉 – ein eventuelles Zulassen der Arbeitshypothese, dass zumindest nicht unbedingt die akademische Ausbildung den Künstler/die Künstlerin „macht“. Die unbekannten MeisterInnen sind „auf Augenhöhe mit den besten Künstlern des 20. Jahrhunderts“, wie es im Begleitheft heißt, und obwohl die Aufteilung in „gute“ und „schlechte“ Kunst für mich nicht funktioniert und ich sie daher vermeide, wünschte ich mir, dass die Erkenntnis daraus das Kunstverständnis der Menschen nachhaltig veränderte. Sicher hätte das Auswirkungen auf den offiziellen Kunstbetrieb, dem ich aber durchaus zutraue, sich auch noch einmal neu zu erfinden…

Die Kunstvermittlerin Anke von Heyl, durch deren Beitrag zur Sache ich auf die Blogparade aufmerksam geworden bin, sagt, dass sie durch ihre „Job-Brille“ bei der Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur „meistens […] gleich noch eine Metaebene mit [denke]“. Mir geht es so, dass ich eine Metaebene mit denke, wenn über Kunst gesprochen wird (und noch nicht, wenn ich sie frei betrachten darf). Ich erlebe mich dann in verschiedenen Facetten: als eine Person, die Kunst als eine zusätzliche Ausdrucksmöglichkeit des Menschen sieht und diese als solche verteidigen will, als eine Person, die diese Ausdrucksmöglichkeit diskriminierungsfrei selbst, für sich nutzen möchte, als eine Person, die das ur-persönliche Moment in der künstlerischen Arbeit sieht und einem eventuell angestrebten allgemeingültigen Verständnis misstraut und als eine Person, bei der all diese Punkte auch in der „offiziellen Kunstvermittlung“ berücksichtigt werden müssten. Das konstruktive Sprechen über Kunst kann aus diversen Gründen öfter scheitern als stattfinden. Ich frage mich und in die Welt, aufrichtig den Dialog suchend, ob Museen meine Wünsche berücksichtigen können, die Kinder in Aktionen auffordern, in Museen zu werkeln und sogar (selbstverständlich ganz stolz und befeuert durch ihre Umgebung) auszustellen, (manchmal) aber dieselben Menschen später belächeln, sollten sie sich neben ihrem erlernten Beruf auch noch als KünstlerIn fühlen. Jede/r füllt den Begriff „Kunst“ anders. Und auch, wenn es hier um den Begriff nicht gehen soll: ich kann nicht anders, als das ständig mit zu bedenken, zumindest beim Sprechen über Kunst.

Wofür ist Kunst gut?

Das habe ich rhetorisch oft gefragt, wenn ich den Eindruck hatte, dass das Ausschlussverfahren im System Kunst nur einer ausgesuchten Menschengruppe dient. Für mich geht es immer und überall um ein gemeinsames Weiterkommen, um das bestmögliche Zusammenleben und Weiterentwickeln von Menschen; bestmöglich in jedem Bereich. Da kann Kunst gar nicht alleine stehen und eifersüchtig abschirmen, wen oder was auch immer.

Dass man sich frei begegnen, interdisziplinär austauschen und sich starren Denkmustern entziehen möge, wünsche ich mir als Entwicklung für alle Kulturinstitutionen der Zukunft. Dass Partizipation nicht in erster Linie „Projekt“ der Institution ist, sondern dass Grenzen wirklich durchlässig werden, jeder, der teilnehmen mag, sich einbringen darf und nicht nur im Lippenbekenntnis ernst genommen wird. Dass Modelle entwickelt werden, wie Teilnahme honoriert werden kann, so dass auch nach außen die Wertschätzung von Partizipation demonstriert wird.

Indem ich hier schreibe, merke ich, wie viel wieder mit berührt wird: Menschenbild, Bildungschancen, Bildung und Erziehung als solche, Versorgungsmodelle, Utopien des Zusammenlebens… Wodurch auch immer ich aufgefordert bin, weiter mitzudenken: dankeschön. Und im Sinne der Sätze davor: bitteschön. 🙂 

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https://www.tanjapraske.de/

http://www.kulturtussi.de/kultur-ist-mein-geschaeft/

http://john-irving.com/

http://www.conny-rosskamp.de/bilder.php

http://www.ars-etcetera.de/Galerie/Zeichnungen-2013-heute.html

http://www.art-magazin.de/kunst/14218-rtkl-olafur-eliasson-versailles-der-meister-der-illusion

http://www.mack-kunst.com/

https://de.wikipedia.org/wiki/William_Turner

https://de.wikipedia.org/wiki/Hetty_Krist

https://de.wikipedia.org/wiki/Salvador_Dal%C3%AD

http://www.stefanbeck.de/

http://www.sabinepint.de/kommentar.htm

https://sabinepint.wordpress.com/2017/08/26/bei-nichtbeachtung-droht-vielleicht-irgendwann-mehr-als-kunstverlust/

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Legal und illegal

http://www.wdr.de/programmvorschau/wdrfernsehen/sendung/2017-09-25/42613469/die-stadt-als-leinwand-streetart-in-nrw.html

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„Ich würde sogar sagen, es ist der totale Ego-Trip […]“, sagt ein Streetart-Künstler in der WDR-Dokumentation „Die Stadt als Leinwand“.

Mich fasziniert immer schon die Idee, dass Menschen unerwartet und unvermittelt in Kunst hineingezogen werden, und Streetart ist eine der besten Möglichkeiten dazu. Insofern ist es ein ziemlich zurückhaltender Ego-Trip, da Vorbeikommende es nicht unbedingt zur Kenntnis nehmen müssen, es übersehen können. Manche empfinden es sicher so, dass Streetart sich aufdrängt – meterlang an Tunnelwänden, meterhoch an Hauswänden, gefragt angebracht, ungefragt angebracht, nicht immer gefällig für jedes Auge –, aber „als Kunst“ drängt sie sich nicht auf. Im Gegenteil: ein bisschen führt sie ein Schattendasein; selten ist ein Name über die Szene hinaus bekannt.

Die Künstlerin Barbara. ist da eine Ausnahme, da sie zwar anonym arbeitet, deren Bekanntheit sich aber über facebook verbreiten konnte (https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_(K%C3%BCnstler).

Agostino Iacurci aus Rom sagt zum Beispiel, dass er jegliche Reaktion der Betrachter gut fände, und: „I don’t believe in message.“ Er verzichtet auf Botschaften und bevorzugt „etwas, das langlebiger, grundsätzlicher sei und täglich aufs Neue entdeckt werden kann.“

Es ist immer ein Erfolg, wenn es Menschen gelingt, andere für ihre Umgebung zu sensibilisieren, denn meines Erachtens schult das die Sensibilität allgemein.

Auch bezüglich des großen Menschenthemas „Zeit“: durch die (während des Anbringens und nachher) bedrohte Verewigung dessen, was nicht für die Ewigkeit gedacht ist.

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