Offenheit

Carolin Emcke:

„Und doch – oder gerade deswegen – ist es so dringend nötig, offen zu sein, sich eben nicht zu maskieren, sondern die Maskierungen der Normen zu entlarven, sich zu zeigen als Liebende, als Begehrende, als ‚uns‘ zu zeigen, ohne Scham, ohne Verstellung, ohne Not. […]

Vielleicht ist es deswegen wichtig, beides zu betonen: die Selbstverständlichkeit, mit der ich lieben möchte wie ich liebe, die Selbstverständlichkeit, mit der ich auch von dem Glück sprechen möchte, das es mir bedeutet, dieses queere Leben und Begehren, die politischen Reflexionen auf all die Techniken und Mechanismen der Ausgrenzung und Stigmatisierung hier und anderswo, und meinen Wunsch, mir auch die Freiheit zu erhalten, in anderen Bezügen zu denken, andere Allianzen, andere Verbindungen, lokale und internationale, zu betonen. Ich möchte wachsam bleiben für die identitären Verklumpungen, die Dynamiken zur Homogenisierung auch innerhalb verschiedener marginalisierter Lebensformen oder politischer Bewegungen. Ich möchte mir meine Selbstzweifel erhalten, meine Vorsicht, nicht bloß neue Formen einer vermeintlich ‚authentischen‘ Kultur zu reproduzieren, nicht selber wieder Techniken der Distinktion von anderen zu generieren. Ich möchte auch die eigenen kollektiven Rituale, die Sprachspiele und Codes befragen können, ob sie uns womöglich eher einschließen und festschreiben anstatt uns zu öffnen und zu dynamisieren. Ob sie nicht selber wieder symbolisches Kapital anhäufen, das die einen auszeichnet und andere herabsetzt.

Das ist keine Anklage, sondern eben nur eine Frage an mich selbst, und es sind diese Fragen, die ich nicht verlieren möchte. Ich möchte nicht im politischen Gestus erstarren, möchte nicht, dass die Pflicht des ‚out loud‘ mir die leiseren, poetischeren, zarteren Begriffe und Gesten überformt.

In Abwandlung eines Zitats von Claude Lévi-Strauss, ‚In Identitäten lässt sich fortbewegen, aber nicht leben‘ – vielleicht macht mir das am meisten Sorge bei dem Motto des ‚out loud‘; ich bin ja nicht queer geworden, um mich wieder in anderen Schablonen des Denkens, Sprechens und Handelns zurichten zu lassen; ich schreibe ja nicht, um nur mehr andere Parolen zu produzieren, die wiederum andere herabsetzen oder lächerlich machen, sondern ich schreibe, um die Mechanismen der Ausgrenzung zu entlarven, aber vor allem auch um Räume zu öffnen, in denen wir atmen und denken können, vor allem andere Vokabeln, andere Begriffe, andere Bilder, andere Erzählungen zu schaffen, in denen dann andere Allianzen, andere Bezüge, andere Hoffnungen sichtbar werden können. […]

Dabei gibt es keinen Grund, sich in die Defensive drängen zu lassen, keinen Grund, sich einschüchtern zu lassen, denn die eigene Vision einer offenen, inklusiven, pluralen Gesellschaft ist nicht nur schöner oder gerechter; sie ist auch pragmatischer. In ihr können sich mehr Menschen wiederfinden, weil in ihr auch die unterschiedlichsten Entwürfe von gutem Leben sein dürfen.

[…] Wir brauchen [dafür] keine Liebe; uns reicht schon Respekt. […] Eine plurale Gesellschaft wirklich zu wollen heißt auch, vielfältige Differenzen und Distanzen auszuhalten und zu respektieren – alles andere wäre kollektivierter Narzissmus.“

*

Advertisements
Standard

Ein (fast geführtes) Interview

Vor dem Interview

Sabine: Warum musst/möchtest Du komplett mit Posten aufhören, „nur“ weil Du mit Kunst aufhörst? Wie ist das jetzt mit dem Interview? Darf ich Dir Fragen stellen/schicken? Und darf ich das dann öffentlich machen? Ich würde mich echt sehr freuen… denn ich mache weiter mit dem, was ich so mache… und es wäre mir echt ’ne große Ehre!

Katrin: mir ist aufgefallen, dass wenigstens ein öffentlicher post noch fehlt 🙂 . ich muss noch englisch werden – die verstehen das ja alle gar nicht.

Ansonsten ist genau das der unterschied: privat und geschäftlich. Ich kann als privatperson/ exkunstmacherin ein Interview geben – kannst mir ja die fragen schicken. hast du eine meiner e-mail adressen? noch funktioniert […]. wäre auch mir eine ehre und ein schöner teil eines abschlusses. und na klar kannst du das veröffentlichen. ich werd dich nur damit alleine lassen.

— ja. ab dann musst du dich mit dem zufrieden geben, was an resten noch da ist. meine kunst war sehr privat, aber sie war immernoch kunst. jetzt ist privat privat. du bist hier als eine bekannte mit mir verbunden und ob meine engen freunde auf fb noch was von mir sehen, wissen die wahrscheinlich schon besser als ich. ich nehme die digitale Welt nicht als echt an, das sind alles nur infos, die wahr sein können oder auch nicht – mir fehlt der geruch – insofern kenne ich dich noch nicht.

—- keine ahnung ob und wo ich dann doch wieder auftauche 🙂 ich hab jedenfalls keinen plan. mein leben ist jedenfalls noch nicht vorbei.

Sabine: Hallo Katrin, dankeschön! Ich antworte Dir privat und schicke Fragen. Ein Gespräch hätte ich noch netter gefunden, aber dafür wohnen wir sicher nicht nah genug beieinander…

*

Einschub 1: Ich „kenne“ – sprich: verfolge, was sie macht – Katrin, seit mich mein befreundeter Künstlerkollege Stefan (für ihn benutze ich jetzt dieses „K“-Wort, für mich hätte ich ein anderes gewählt, aber auch mit „K“ 😉 ) auf dieses Video

https://www.youtube.com/watch?v=ZEvZbyeYkh0

aufmerksam gemacht hat. Da hatte – für mich zum ersten Mal – jemand in Worte gefasst, was ich für mein Empfinden nicht besser hätte ausdrücken können. Dieses auch von mir gefühlte, gesehene, gehörte, erlebte „viel, viel, viel, viel, viel, …, viel, viel, viel,…, viel, viel, viel,…, viel mehr“ in der Kunst, als es der Kunstmarkt glauben machen könnte, habe ich seither oft genau so zitiert. Und jedem, der es hören wollte oder nicht, Katrins Video ans Herz gelegt.

Und nun hört diese junge und ehemalige angehende studierte Künstlerin Katrin Herzner mit der Kunst auf.

Ich habe so viele Fragen! Dass in ihr ein ambivalentes Gefühl war, habe ich in der Tragweite erst durch die Dilsberg-Videos (https://www.youtube.com/watch?v=vUFpd_CpxPs&list=PLkzFBRIjXJlj1YI3G53L18N0405x-V_qM) richtig begriffen, besonders durch ein bestimmtes. Dass es aber dort und jetzt so endet, hat mich dann doch überrascht. Zum Glück hat sie zugestimmt, dass ich sie befragen darf, und ich hoffe, dass unser „versetzter Dialog“ für Euch, die Ihr Interesse habt, gut lesbar wird.

*

Einschub 2: Zu meinem großen Bedauern hat sich Katrin entschlossen, dass das Private SOFORT gilt und sich daher dagegen entschieden, meine Fragen zu beantworten, noch ehe sie sie hatte. Ich habe Verständnis dafür, doch meine Fragen bleiben – im Prinzip an alle, die irgendwann aufhören/aufhören wollen, Kunst zu „machen“. Daher habe ich mich durchgerungen – auch, wenn’s jeck wirkt – diese Fragen zu stellen, in den Äther, irgendwem.

 *

Das Interview, wie’s geplant war

Sabine: … dann wird das jetzt nichts mehr mit dem gemeinsamen Video, zumindest nicht als „Kunst“ 😉 … hallo Katrin! Wenn Du einem Außerirdischen, der zwar unsere Sprache und Bedeutungen versteht, aber nichts auf der Erde wirklich kennt, Deine jetzige Situation in drei Sätzen schildern solltest: welche wären das?

Sabine: Ich wäre jetzt gerne direkt auf Deine ersten von mir mit Spannung erwarteten Sätze eingegangen, aber weil die Fragen ja erstmal allesamt ohne Deine Antworten auskommen müssen, nun gleich weiter: begreifst Du Deine Entscheidung eher als „scheitern“ oder als „folgerichtige (wert)geschätzte Entwicklung“ oder als etwas ganz anderes?

Sabine: In der Hoffnung, dass das nicht bereits beantwortet ist (mann ist das schwer, auf diese Art zu interviewen!): was hat Dich, wenn Du in Dich hineinhorchst, letztendlich, als Hauptgrund, bewogen, aufzuhören?

Sabine: Es stellt sich mir die Frage, ob Du bezüglich Deiner künstlerischen Ader – die ja nicht plötzlich weg ist, nur, weil Du aufhörst – nun anders lebst… ob Du beispielsweise Impulse, etwas zu erschaffen, unterdrückst… und wenn Du sie nicht unterdrücktest und die Sache erschafftest, wo für Dich der Unterschied läge in der Arbeit, die dann entstehen würde zur Arbeit, die im Kunst-Zusammenhang entstanden wäre – der Unterschied neben der Tatsache, dass dann eine Privatperson etwas Künstlerisches erschaffen hätte…

Sabine: Glaubst Du, erwartest Du, rechnest Du damit, dass Dir das Öffentliche fehlen wird?

Sabine: Ich möchte einmal auf das Posting eingehen, mit dem Du mir bei facebook bestätigt hast, dass ich Dir Fragen schicken darf. Darin sagst Du, dass Du „die digitale Welt nicht als echt“ annimmst… für mich ist sie so echt oder unecht wie die sogenannte „reale“ Welt; in beiden gibt es Authentizität und das Gegenteil davon und alles dazwischen. Stefan „kannte“ ich jahrelang nur per Internet-Austausch, und obwohl ich ihn dann gerne auch persönlich getroffen habe, hat mir in unseren Gesprächen vorher nichts gefehlt… die wären „offline“, „in real life“ (bis auf den Unterschied zwischen Schrift- und Umgangssprache) wohl ganz genau so abgelaufen. Hast Du merkwürdige Erfahrungen gemacht (die gibt es ja immer auch!) oder bist Du einfach vorsichtig? Kristallisiert sich zwischen Internet-Kontakten und Dir nicht im Laufe der Zeit etwas heraus… ein Gefühl für die/den andere/n, das den „Geruch“ ersetzt… ein „digitaler Geruch“ sozusagen?

Sabine: Wenn Du sagst, dass Du mich dann „damit alleine lassen“ willst – heißt das, Du wirst in Zukunft auf gar nichts mehr im Netz Bezug nehmen, oder nur darauf nicht? Ganz unabhängig von facebook: Surfst Du privat? Kommentierst Du sonst manchmal andere Postings oder Beiträge, oder hast Du das, wenn, nur im Kunst-Zusammenhang getan?

Sabine: Du konntest Dich über Deine Kunst gesellschaftlich, gesellschaftspolitisch sehr einbringen; jedenfalls habe ich sie so verstanden. So eine Haltung (wenn man das so nennen möchte) verliert man ja nicht plötzlich. Hast Du denn diesbezüglich Pläne, wie Du das weiter ausleben möchtest? Oder würdest Du das gar nicht so nennen, be-nennen wollen und lässt es auf Dich zukommen? Hast Du Deine Kunst als Haltung empfunden? Und wenn das Wort nicht greift: gäbe es einen Ausdruck, der es treffen würde?

Sabine: Ich möchte noch mal auf Dein [schon oben angesprochenes] Video Bezug nehmen, das zuerst auf der perisphere-Seite zu finden war, da unter „Wie alles funktioniert – Große Kunst“ oder so ähnlich… das gefiel mir ja in seiner- ja: beinahe Widersprüchlichkeit zum Kunstsystem so gut: eine Insiderin wagt zu sagen, wie’s wirklich ist, sozusagen… glaubst du, dass Dein Aufhören auch mit diesem Widerspruch zu tun haben könnte: dass das Kunstsystem sich konzentrieren muss, ausgrenzen muss, um bestehen zu können, Du aber so „viel, viel, viel … mehr“ an Kunst wahrgenommen hast?

Sabine: Du bist viel gereist, bist teilweise bis dicht an Kriegsgebiet geraten (oder sogar hinein?)… ist es möglich, dass Du Kunst als solche in diesem Zusammenhang als gescheitert, nicht ausreichend wirksam, vielleicht gar unpassend wahrnimmst?

Sabine: Es wäre spannend, in Jahren zu gucken, ob sich etwas in Deiner Einstellung zum „Kunst lassen“ gewandelt, verschoben, verstärkt hat… wenn Du erlaubst, frage ich Dich gerne wieder. Einstweilen wünsche ich Dir ganz herzlich viel Glück, Gelingen und bei allen Welt-Enttäuschungen um uns herum auch immer wieder Freude am Tun, was auch immer!

*

kh_bild

Standard

… und immer wieder Zeit…


*

„Und da wird es noch viel Zeit geben

für den gelben Rauch der längs der langen Straßen schleicht,

mit seinem Rücken an den Fenstern schrubbt…

es gibt noch Zeit.

Es gibt noch Zeit, bereit zu werden für die Menschen, die du triffst,

es gibt noch Zeit zu morden und zu schaffen

und Zeit für jedes Werk und Hände, die sich tags erheben und dir eine Frage auf den Teller legen.

Zeit für dich und Zeit für mich und Zeit für hundert Unentschlossenheiten,

für alles, was man sieht und wieder ändert,

bevor man übergeht zu Toast und Tee.“

aus: Wish I was here, USA 2014

Standard

Navid Kermani

Navid Kermani liest am kommenden Donnerstag, dem 1. Dezember, in der Stadtteilbibliothek Rheydt (Mönchengladbach) um 20:00 Uhr aus seinem Roman „Sozusagen Paris“ [ACHTUNG: AUSVERKAUFT; keine Abendkasse!/Nachtrag v. 1. Dezember]. Das ist aber nicht mal der Grund für meinen Beitrag; es sei hiermit nur gerne und in jedem Fall natürlich erwähnt!

Im Netz geriet ich an folgendes Interview von Iris Radisch mit dem Autor:

http://www.zeit.de/2016/40/navid-kermani-roman-sozusagen-paris

, das ich auf der einen Seite hochinteressant geführt fand, weil es nicht so „weichgespült“ daherkommt wie manches andere. Andererseits hat mich die Art mancher Fragen zu Schreibstil und Thematik fast so geärgert wie Frau Radisch die Lektüre; es erinnerte mich sehr an manchen Kommentar zu manchem Bildwerk: „Ich hätte es aber anders gemacht/lieber gehabt, wenn…“

Warum nicht einfach sagen und fragen: ich empfinde es so und so – was war Ihr Beweggrund, es so und nicht anders zu machen?

Soll jeder Autor, Komponist, Schauspieler, Maler, Sänger, Bildhauer auf jede einzelne Person seines Publikums so eingehen, dass die Arbeit ihm oder ihr gefällt? Erstens: wie soll das praktisch gehen? Zweitens: wie sinnvoll wäre es?

Man bekommt die Kunst, die man erwartet, auch noch in genau der Art, in der man sie erwartet?

Da das so also nicht gemeint sein kann… wie ist eine solche Art der Fragestellung dann wohl gemeint?

Irgendwelche Ideen…? Wie würdet Ihr es machen? Wie empfindet Ihr?

Standard

Freisprech-Anlage

„Denkend sprechen, sprechend denken“ – ganz schön schwierig, Stefan B. Adorno! 😀

Versucht habe ich es trotzdem:

Standard

Verstörend und mitten ins Herz

In der a tempo-Ausgabe dieses März berührt mich ein Artikel besonders: „Vergesslich“ von Brigitte Werner. (Leider ist der Artikel nicht zu verlinken, da er in der Online-Ausgabe fehlt.)

Die Autorin beschreibt darin ihre Beziehung zu einer Zeichnung, die sie als Kind in der Wohnung ihrer Freundin entdeckt hat. Als Erstes sticht der damals Achtjährigen die Andersartigkeit des Bildes ins Auge. Weder hat es Farbe noch entspricht es den Engelbildklischees, die dem Kind bereits begegnet sind. Da die Mutter des Haushalts den Titel den Bildes – „Vergesslicher Engel“ – deutlich darunter geschrieben hatte, war das die nächste Überraschung: „Ich dachte immer, Engel seien vollkommen.“

Die Fragen, die sich das Kind bezüglich des Bildes stellt, drängen sich ihm auf, beschäftigen es, fragen in verschiedene Richtungen: war der Engel aus dem Himmel verstoßen, hatte er etwas Konkretes vergessen, hatte er etwas verloren, schämte er sich, war er traurig? „Ich ging sofort in Kontakt zu ihm.“

Und sie mag ihn sehr. Ich glaube zwar, dass er ihr von Beginn an sympathisch war, aber ich denke, dass ihre Beschäftigung mit ihm sie ihn hat mögen lassen. Sie sagt sogar: „Ich liebte ihn.“

Sie betrachtet ihn unbeobachtet länger, „heimlich, heimlich“, spricht zu ihm, tröstet ihn, will in seinen etwas Unsichtbares haltenden Händen „sein großes Geheimnis entdecken“.

Als Brigitte Werner später Kunst studiert und sich mit Paul Klee beschäftigt, stößt sie auf seine Engelserie und ihren alten Freund. Ihre Fragen werden erwachsen und beschäftigen sich zunehmend mit dem Erschaffer der Zeichnung, der schwer erkrankt war, als er seine Engelbilder begann. Und noch später, „in einer großen Klee-Ausstellung, begegnete ich ihm aufs Neue. Und wieder die alten Rätsel. Und wieder ein paar neue. Dieser Engel verstört mich. Und dieser Engel trifft mich mitten ins Herz. Aber ist es nicht genau das, was Engel immer tun? So wie die Kunst?“

*

Was mich an der Geschichte fasziniert, ist die Tatsache, dass uns ein bestimmtes Bild, eine bestimmte künstlerische Arbeit viele Jahre, manchmal ein Leben lang begleiten kann, ohne dass wir sie jemals ganz begreifen. Es geht auch gar nicht um ein „Begreifen“, um „totales Verständnis“. Es geht um Annäherung. Und zwar um die an den Erschaffer, der mittels seiner Kunst kommuniziert, genau wie an die Annäherung an uns selbst. Denn das Bemühen, sich und andere zu verstehen, immer besser zu verstehen, obwohl man an das vermeintliche Ideal von umfassendem Verständnis nie heranreicht, nie heranreichen kann, ist das Geschenk, das beide Seiten bereichert.

*

http://www.hamburger-kunsthalle.de/index.php/paul-klee-material.html

 

Brigitte Werner_Vergesslicher Engel_Bild.png

Standard

Inhalt und Form

http://www.kulturtussi.de/mehr-inhalt-wenger-kunst/

 

Anke von Heyl inspiriert mich wieder – dafür erstmal Dankeschön! 🙂

*

Ihr aktueller Blog-Beitrag ist pickepackevoll mit Infos und Anregungen; hier mein Weiterfragen:

Ist es vorstellbar, dass etwas inhaltsarm ist oder scheint und trotzdem so gut erzählt wird, dass es dadurch an Bedeutung gewinnt? Mir fällt sofort mindestens ein Roman oder Film ein, dem man unterstellen könnte, dass sein Thema nicht neu oder sogar „kitschig“ sei, an dem ich aus irgendeinem Grund aber „dran bleiben“ musste…

Ist es beim Thema „Inhalt“ oder dessen vermeintlichem Gegenteil eventuell so wie bei allen Dingen: dass es auf den Adressaten, den Betrachter, den Rezipienten ankommt, was und wieviel man aus einer Sache „ziehen“ kann? Dass es, sowie sich jemand egal wie äußert – und ich meine jetzt jegliche Äußerung, nicht nur Verbalsprache – Inhalt hat: nämlich den der zuvor erbrachten Gefühls- und Denkleistung des sich Äußernden? Und dass sämtliche Beurteilungen dieses Inhalts dem Gegenüber erstmal nicht zustehen? Dass es auch da wieder „nur“ um Austausch, um Dialog geht?

Kann die Form (in Ankes Beispiel die Kunst des Storytelling) bereits sich selbst genügen, also gleichzeitig Inhalt sein?

Ist Inhalt immer gleich Inhalt, Form immer gleich Form?

Müsste man sich nicht immer und in jedem Fall darüber unterhalten, auch da die Definitionen klären, bevor man urteilt?

*

Ich bin gespannt auf Euer Mitdenken und -äußern, und Anke freut sich sicher auch über Besuch… 🙂

 

fb_img_1448709027086.jpg

Standard