Zombie

http://www.sueddeutsche.de/kultur/tod-von-cranberries-saengerin-dolores-oriordan-es-bleibt-ein-lied-zum-weinen-schoen-1.3827182

*

https://de.wikipedia.org/wiki/Zombie_(Lied)

*

https://www.youtube.com/watch?v=o61N93V0IdM

*

https://www.youtube.com/watch?v=zvdDjA_CTrw

*

http://networking-media.de/musik/the-cranberries-something-else/

*

Vielleicht noch mit „Linger“ und „Dreams“ – und Fans der Band „The Cranberries“ werden auch andere Stücke selbstverständlich kennen –, aber Dolores O’Riordan verbindet man besonders mit diesem einen Lied, „Zombie“. Es war der einzige Nr. 1-Hit der Band.

1994, als es erschien, musste es sich einreihen in die Song-Schlangen von Girl- und Boygroups, sich unvergleichlicherweise vergleichen lassen mit Musik von DJ Bobo, Whigfield oder Lucilectric, Nummern ohne tiefere Bedeutung. Hip-Hop gab’s auch noch in den 90ern und Grunge, der mehr und länger hätte Bedeutung haben können, wenn er sich nicht so auf Äußerlichkeiten hätte reduzieren, sich nicht hätte ver-hypen lassen.

„Zombie“ war anders. Es „griff ein konkretes Ereignis der jüngeren Geschichte auf: einen Bombenanschlag der IRA in der englischen Stadt Warrington im März 1993. Zwei Kinder starben, drei und zwölf Jahre alt“, und war damit hochpolitisch.

O’Riordan musste die Motivation zu Text und Musik höchstwahrscheinlich nicht lange suchen; als Irin fühlte sie augenscheinlich eine persönliche Betroffenheit, was das sinnlose Töten in ihrem Land anging. Trotzdem gehört doch eine gewisse künstlerische Haltung dazu, etwas so gegen jeden Trend zu machen. Kann sein, dass das Lied eingängig genug war, den Inhalt vergessen zu lassen; dass es „egal“ zu sein scheint, was die tolle Stimme da singt. Ich denke, dass genau dieser Inhalt Dolores O’Riordan es genau so hat singen lassen, mit Zorn und Trauer und Hilflosigkeit.

Ein beeindruckendes Lied, eine beeindruckende Künstlerpersönlichkeit, die zeigt, dass man zu jedem Zeitpunkt, ob in gerade angesagtem Stil oder eben anders, seine Stimme einbringen kann. Und eine politische Haltung, transformiert in Kunst, dieser nicht schadet – ganz im Gegenteil.

*

cof

 

Advertisements
Standard

Mönchengladbacher Kanon der Literatur

Mönchengladbacher Kanon der Literatur

100 Mönchengladbacher zwischen 11 und 80 Jahren haben auf Initiative der Buchhandlung Degenhardt nach der Idee der Edition Schmitz den MÖNCHENGLADBACHER KANON DER LITERATUR mitgestaltet. Ich freue mich, dabei zu sein und damit die Offenheit gegenüber Vielgestaltigkeit und Gleichwertigkeit des persönlichen Ausdrucks mit unterstützt haben zu können.

Der Kabarettist Jochen Malmsheimer hadert auf seiner facebook-Seite angesichts der aktuellen Terroranschläge in Paris mit seinen berufsbedingt humorigen öffentlichen Auftritten und erhält in den Kommentaren viel Unterstützung im Gefühl und Ansporn, weiter zu machen.

Hilflosigkeit und Ansporn – das war sicher bei allen Anwesenden dabei, als gestern die kleine nette Buchvorstellung bei Degenhardt war, liebevoll vorbereitet und umgesetzt.

Wir können alle gar nicht anders, als weiter zu machen und solange es uns gibt, uns mit Gleichgesinnten einzusetzen für Lebewesen, deren friedliches Miteinander und Vielfalt im Ausdruck. „Das Gute“ gewinnt vielleicht nie. Nicht dafür zu kämpfen mit allen friedlichen und kulturellen Mitteln, die wir haben, kann allerdings keine Option sein.

Standard