Was wir alle draus machen

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Ist es nicht, was wir alle draus machen?

Ich sehe die facebook-Situation so ähnlich wie meine übrigen Sozialkontakte: wenn mehr oder weniger offene Ablehnung stattfindet, setze ich mich sachlich auseinander oder bleibe friedlich weg; es gibt Smalltalk, der richtig nett ist und durchaus nützlich für ein grundsätzlich wohlwollendes Miteinander, und es gibt tiefer gehende, sehr konstruktive Äußerungen, aus denen manchmal – vielleicht zu selten – äußerst fruchtbare Gespräche entstehen.

Mir ist völlig klar, dass facebook ein gewinnorientiertes Unternehmen ist, das unsere Daten abgreift und nicht an einer „besseren Welt“ interessiert ist. Ich empfinde es aber als schwierig, eine Sache, die alles sein kann, die man als Nutzer so oder anders ausgestalten kann, in Bausch und Bogen zu verurteilen. Insofern klingt Palihapitiyas Bedauern in meinen Ohren überzogen:

„Ich denke, wir haben Tools geschaffen, die die Struktur unserer Gesellschaft auseinanderreißen […] Die kurzen, von Dopamin gesteuerten Feedback-Schleifen, die wir kreiert haben, zerstören, wie die Gesellschaft funktioniert.“

Und weiter heißt es auf Xing: „Durch die Pseudo-Interaktion auf die geposteten Inhalte finde kein ziviler Diskurs und keine Kooperation mehr statt; stattdessen dominierten Fehlinformationen und Unwahrheiten [als] ‚ein globales Problem‘.“

Sind wir nicht alle gefragt, das mitzugestalten? Wie stellen wir uns zu den Dingen; wie leiten wir beispielsweise Kinder und Jugendliche an? Wie gehen wir damit um, dass es überall um Profit geht und alle dem ausgesetzt sind; wie gehen wir beispielsweise mit Werbung für Kinder und Jugendliche um, die legal jeden Tag stattfindet, ob mit oder ohne facebook?

Was tun wir beispielsweise in Schulen dafür, dass es irgendwann vielleicht zwar genauso fies wie heute ist, es mit Social Bots zu tun zu haben, ihnen aber dadurch ein Stück ihrer Macht genommen wird, indem junge Menschen angeleitet werden, weniger impulsiv auf kurze Schlagsätze anzuspringen und das Auseinandersetzen nicht zu verlernen, immer wieder das selbst-Denken zu trainieren, um die Karren erkennen zu können, vor die sie gespannt werden sollen, wenn sie vor solche gespannt werden sollen? (Ich entschuldige mich aufrichtig für diesen Satz!)

Ob „ziviler Diskurs“ stattfinden kann, dazu schaffen doch wir die Bedingungen! Ob wir kooperieren, uns zusammenschließen, das entscheiden doch wir!

facebook ist und bleibt ein kapitalistisches Unternehmen. Ich stelle mir aber vor, wie viel gewonnen wäre, würden all die, die nicht an einer verbalen Prügelei interessiert sind, diese Stränge dort ver- und die Wort-Hooligans unter sich zurücklassen. Und möchte man bleiben: dass man in aufflammender Wut nicht in diesem Gefühl antwortet, sondern den oft wichtigen Zorn in Argumente und Sachlichkeit ummünzt. Wenn möglichst viele darauf achteten, würde das sowohl den Bots als auch den Trolls Macht entziehen. Ich stelle mir vor, dass jeder, der sich dort bewegt, es sowohl thematisch als auch im Umgang miteinander so ausreichend ernst nähme, als sei er nicht virtuell unterwegs, denn für viele macht das einen Unterschied. Doch: kaum jemand käme auf die Idee, sich im Bus in das Gespräch hinter ihm einzumischen, obwohl man jedes Wort versteht. Und machte es eine Einmischung nötig, drehte man sich ja auch nicht sofort mit den Worten ‚Sie Blödmann haben ja keine Ahnung!‘ um.

Es ist so viel Gutes mit diesem Medium möglich, ob Privatunternehmen oder nicht. Und höchstwahrscheinlich ist es nur als Privatunternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht in diesem weltumspannenden Umfang realisierbar; wohlmeinende Einzelpersonen, die ein gemeinnütziges Unternehmen dieser Reichweite führten, kämen ja mit der Kontrolle gar nicht hinterher oder wären schon arm geklagt. Niemand würde das auf sich nehmen.

So bleibt uns nur der wache Blick, wieder einmal, wenn wir unsere guten Dinge nicht aus Scheu vor Eigenverantwortung opfern wollen.

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Gegen „Die Vergeblichkeit von allem“

Arundhati Roy – Das Ministerium des äußersten Glücks

Die etwas andere Rezension

 

Das Ministerium des äußersten Glücks wollte ich lesen, seit ich wusste, dass es erscheinen würde. Ich habe Arundhati Roys Roman-Debut Der Gott der kleinen Dinge vor 20 Jahren verschlungen und nenne die Geschichte immer noch eine der traurigsten und schönsten, die ich jemals gelesen habe.

 

Einräumen muss ich, dass, wenn ich mir Das Ministerium… nicht als Hörbuch zu Gemüte führen, ich bei der Lektüre wohl scheitern würde; zu vielschichtig sind die Ebenen, zu verwirrend die vielen Orts- und Personennamen. Gabriele Blum, die das Hörbuch eingesprochen hat, hilft mit ihrer ruhigen Stimme und ihren Betonungen sehr, das Beschriebene nachzuvollziehen.

 

Die „Süddeutsche“ schreibt: „Roy ist wie eine Kartografin, die Kaschmirs Geschichte im Maßstab 1:1 darstellen will, scheitert und es dann widerwillig mit 1:10 versucht. Sie häuft Charaktere und Orte an, historische und erfundene Ereignisse, Nachrichten und Halluzinationen, je mehr, desto besser. Doch ihr mimetischer Versuch geht nicht auf. Chaos lässt sich nicht durch literarisches Chaos wiedergeben – und Gewalt nicht durch literarische Aggression anprangern.“

 

ZEIT ONLINE stößt in ein ähnliches Horn: „Doch Arundhati Roy ist es mit dem Glücksthema, mit dem Glücksverlangen vollkommen ernst. Die Schwächen ihres Romans und auch ihres Aktivistinnentums hängen genau damit zusammen: Ihr Bewusstsein der permanenten, brutalen Glücksverweigerung in Indien und sonst auf der Welt ist so scharf, dass die Dokumentation von Unmenschlichkeiten den Erzählfluss verstopft und die moralische Empörung die politische Analyse überwältigt.“ Immerhin untertitelt der Autor des Artikels „Die Chronistin des Grauens“, Jan Roß, mit „Was für ein misslungenes und gleichzeitig großartiges Buch!“ und schließt mit folgenden Worten:

 

„Indien, mit seinem Chaos und seinen Widersprüchen, mit seiner abenteuerlichen Spannweite zwischen quasimittelalterlichem Landleben und hypermoderner IT-Ökonomie, bedeutet die ultimative Überforderung durch eine bedrängende Realität: Die Versuchung, vor dem Angriff der Tatsachen in Deckung zu gehen, sich aus dem unverdaulichen Ganzen bequeme Teilwahrheiten herauszusuchen, ist fast übermächtig. Aber man kennt sie auch außerhalb Indiens. Dem tritt Arundhati Roy mit ihrem Projekt einer schutz- und filterlosen Wahrnehmung entgegen, die vom Antiterrorkampf des frühen 21. Jahrhunderts bis zu den Teeblättern auf der Schnauze eines Hundes alles umfasst. Das Ministerium des äußersten Glücks ist eine Lektion in der Kunst, die Augen offen zu halten.“

 

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Eigentlich wollte ich das letzte Zitat ans Ende meines Beitrags stellen; nun befindet es sich mittendrin. Eigentlich wollte ich persönlicher beginnen; nun befindet sich der „persönliche“ Part ebenfalls mittendrin. Eigentlich wollte ich mit dem Beitrag warten, bis ich zuende gehört habe; nun drängt mich das Viele bereits Gesammelte: Zitate, notierte Gedanken, Gefühle und das Telefonat mit einer Freundin über „die Vergeblichkeit von allem“ sofort an die Tasten.

 

Ich habe Schwierigkeiten, allzu persönlich zu werden in meinen Beiträgen. Ich halte es oft für unnötig. Normalerweise mache ich es so, dass ich mit Stichworten arbeite, die ich mir zu einem Thema, zu einem entstehenden Beitrag notiere. In diesen befindet sich jede Menge auch persönlicher – treffender wäre fast der Begriff „privater“ – Gedanken; persönlich spreche und schreibe ich im Grunde immer. Aber meine Definition von „persönlich“ genügt vielen wohl nicht.

 

Durch das fehlende Private bediene ich kaum Voyeurismus, nicht die Neugier, die Viele erst Blogs verfolgen lässt. Das, was ich mir selbst auf die Fahne sowohl meines Netz- als auch meines „real life“-“Auftritts“ geschrieben habe, für friedliche Offenheit dem Mitmenschen gegenüber zu werben, ist unspektakulär. Es holt kaum jemanden hinter dem oft zitierten Ofen, sprich: aus seiner Komfortzone, hervor bzw. trifft mit meinem Interesse das seine. Ich werde kaum gehört, kaum gelesen, und wenn, erfahre ich es oft nicht. Mir würde es schon genügen, wenn jemand meiner MitleserInnen, der ähnlich empfindet und denkt, mal hinterlassen würde: du bist nicht allein… Stattdessen kommt anscheinend kaum jemand über meine ersten Absätze hinaus, und wenn, dann erlebte ich manchmal sogar Anfeindungen als Reaktion. Ich gebe zu: auch diesmal ist das „Persönlichere“ ein bisschen schwerer zu erreichen, weil der Beitrag nicht gleich damit beginnt. Aber es ist nicht versteckt, und ich habe keine Angst vor einer wie auch immer gearteten Reaktion, wenngleich ich mir natürlich respektvolle wünsche und nur auf solche antworten würde.

 

Ich liebe es, Dinge und Dinge, Dinge und Menschen und Menschen und Menschen miteinander zu verbinden, auch literarisch; das wird oft als Vergleich missverstanden. So vergleiche ich mich nicht mit Arundhati Roy, wenn ich empfinde und ausspreche, dass auch sie bestimmt Gleichgesinnte sucht, sowohl als Schriftstellerin als auch als Aktivistin – wie gern würde ich mit ihr darüber reden, um so viel lieber, als spekulierend zu schreiben! Sie fühlt sich nicht allein, wie sie im NDR-Interview sagt, aber wie geht sie wohl damit um, mit der Hoffnungslosigkeit durch die Jahrhunderte…? Im Gespräch mit Cornelia Zetzsche sagt sie: „Was geschieht mit einer Gesellschaft, die solche Dinge zulässt?“ Sie wird sich vielleicht manches Mal auch fragen: WARUM lassen Gesellschaften immer wieder zu, was Menschen einander an Schlechtem, an Bösem antun, warum lassen die einzelnen MENSCHEN es zu?

 

Meine Freundin tröstet mich am Telefon mit einem weisen Rat, aufbauend auf das, was ich sowieso schon so sehe: Gutes und Schlechtes geschieht gleichzeitig, immerzu. Ich möchte doch versuchen, nach dem Übergeordneten zu suchen, danach, was das Gute und das Schlechte einschließt. Ist es wie in der Natur? Grausamkeiten geschehen, und das bewahrt das Gleichgewicht…?

 

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„Dann kam die Teilung. Gottes Halsschlagader platzte auf die neue Grenze zwischen Indien und Pakistan, und eine Million Menschen starben an Hass. Nachbarn gingen aufeinander los, als hätten sie sich nicht gekannt, sich nie gegenseitig zu Hochzeiten eingeladen und nie die Lieder der anderen gesungen.“ [Arundhati Roy: Das Ministerium des äußersten Glücks; Interpunktion nach Gehör]

 

„Auf ihrem Banner stand: ‚Die Geschichte Kaschmirs: Tot: 68.000, Verschwunden: 10.000. Democracy or Demon-crazy?‘ Keine Fernsehkamera filmte das Banner, nicht einmal versehentlich. Die meisten, die sich für ‚Indiens 2. Freiheitskampf‘ engagierten, empfanden nichts weniger als Empörung über die Vorstellung von Freiheit für Kaschmir und die Unverfrorenheit der Frauen. Manche Mütter waren – wie manche Opfer des Gasaustritts in Bhopal – etwas erschöpft; sie hatten ihre Geschichte auf zahllosen Treffen und Tribunalen im internationalen Supermarkt des Leids erzählt, gemeinsam mit den Opfern anderer Kriege in anderen Ländern. Sie hatten öffentlich und oft geweint, und es hatte nichts genützt.“ [Arundhati Roy: Das Ministerium des äußersten Glücks; Interpunktion nach Gehör]

 

„Ich hastete nach Hause und wartete auf den Schock über das, was ich mit angesehen hatte [einen brutalen Lynchmord]. Seltsamerweise trat er nie ein. Der einzige Schock, den ich verspürte, war der Schock über meinen Gleichmut. Die Dummheit, die Vergeblichkeit von allem widerte mich an, aber irgendwie war ich nicht geschockt. Möglicherweise hatte meine Vertrautheit mit der blutrünstigen Geschichte dieser Stadt, in der ich aufgewachsen war, etwas damit zu tun. Es war, als wäre das Ungeheuer, dessen Anwesenheit wir in Indien ständig und intensiv spüren, plötzlich an die Oberfläche gekrochen, hätte aus tiefster Kehle geknurrt und sich genau so verhalten, wie wir es von ihm erwarteten. Nachdem es seinen Appetit gesättigt hatte, tauchte es wieder ab in seinen unterirdischen Schlupfwinkel, und die Normalität schloss sich erneut darüber. Wahnsinnige Mörder zogen ihre Giftzähne ein und kehrten zu ihren täglichen Aufgaben zurück, als Angestellte, Schneider, Klempner, Schreiner, Verkäufer,… das Leben ging weiter wie zuvor.“ [Arundhati Roy: Das Ministerium des äußersten Glücks; Interpunktion nach Gehör]

 

„Ihr Problem ist nicht Konfusion, nicht wirklich. Es ist eher eine schreckliche Klarheit, die außerhalb der Sprache der modernen Geopolitik existiert. Alle Protagonisten aller Konfliktparteien […] haben diese Verwerfungslinie gnadenlos ausgenutzt. Das ist einem perfekten Krieg dienlich, einem Krieg, der weder gewonnen noch verloren werden kann, einem Krieg ohne Ende.“ [Arundhati Roy: Das Ministerium des äußersten Glücks; Interpunktion nach Gehör]

 

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„Der Kapitalismus ist ein Raubtier, und wir müssen es gemeinsam jetzt bändigen.“ Milo Rau

 

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Auch Kritiker eines Systems befinden sich innerhalb dieses Systems.

 

Arundhati Roy hat später zuvor gewonnene Preise zurück gegeben, aber durch den Gewinn und die daraus resultierende Bekanntheit konnte sie erst wirksam werden.

 

Die Kritik an den Kritikern ist in meinen Ohren oft unberechtigt. Wie soll es für Systemkritiker denn möglich sein, zu agieren, wie machten sie es denn „richtig“? Es geht nur innerhalb der Welt, in der sie, wir alle, leben.

 

Die Kritik des ZEIT-Journalisten an Arundhati Roy, die politische Analyse käme im Ministerium… gegenüber der moralischen Empörung zu kurz, ist einerseits vielleicht gerechtfertigt, aber gibt es nicht schon genug Analysen dieser Art? Das Aufzeigen persönlicher Schicksale, das mitfühlen-Lassen ist sicher doch genau so gewollt!

Die Analysen sind da, die Erkenntnisse sind alle da. Es dürften nicht so viele die Ungerechtigkeiten der Welt hinnehmen, wenn man die Verantwortung der Regierungen ernst nimmt. (Und nimmt man sie nicht ernst, was Mode ist in manchen Gesprächen, was bedeutet dann diese – oft als coole Abgeklärtheit missverstandene – Lethargie?)

 

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Ich kann nicht hinnehmen, was Menschen einander an Grausamkeiten antun, ohne mich dazu zu positionieren. Obwohl so viele sagen, dass sich-Positionieren einem ja erstmal nichts abverlange, wundere ich mich, warum es in meinem Umfeld noch so wenige tun, zumal sie auch nichts darüber hinaus tun. Kann man sich nicht einfach einmal oder erstmal bestärken und damit das „Wir sind Viele“-Gefühl stärken, aus dem erst Widerstand erwachsen kann, Widerstand gegen Feindbilder, gegen Kriegshetze? Wem es mit friedlichem Zusammenschluss ernst ist, braucht nicht unbedingt einen Verein oder gar eine Partei, damit die Idee wirksam wird und Kreise zieht, dessen bin ich mir sicher. Das Problem ist, dass die Menschen es nicht voneinander wissen, dass sie offensiv für Frieden eintreten oder es in Zukunft tun wollen. Und kann man es von jemandem wissen oder weiß es gar, wird für diesen Menschen kaum oder gar nicht geworben.

 

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Unsere Vernetzung ist nicht die Lösung, sondern ein Anfang. Ich möchte die Menschen kennenlernen, vielleicht nur ein kleines ‚hallo‘ bekommen von dem einen oder der anderen, die mit mir auf demselben Weg sind. Ist das zu viel verlangt?
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https://www.br.de/themen/kultur/arundhati-roy-interview-ministerium-des-gluecks-100.html (Cornelia Zetzsche im Gespräch mit Arundhati Roy; auch zum Hören)

http://www.ndr.de/kultur/buch/Arundhati-Roy-Das-Ministerium-des-aeussersten-Gluecks,arundhatiroy106.html

(mit kleinem Film-Portrait der Autorin)

http://www.zeit.de/2017/32/arundhati-roy-das-ministerium-des-aeussersten-gluecks

https://www.femundo.de/urlaub-buch-film/das-ministerium-des-aeussersten-gluecks/

https://www.youtube.com/watch?v=dnXqJWt8ha8 (Gabriele Blum, die das Hörbuch eingelesen hat, im Interview)

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Stell Dir vor, es ist Kunst und niemand geht hin

http://thinglabs.de/2017/05/socialmedia-im-kleinformat-am-beispiel-das-seminar/

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Hier lässt uns Stefan Beck teilhaben am Aufwand, den es macht, „einen wesentlichen Teil [seiner] Lebenszeit“ einer „Mitteilungsform“ zu widmen.

„Es scheint, als hätten die wenigen Benutzer vor allem einen persönlichen Gewinn von der Seite, den sie nicht notwendig mit ihren Freunden teilen müssten.“

Das zum einen sicherlich, aber zum anderen gilt doch auch: die Interessierten haben nicht viele Freunde, mit denen sie das SINNVOLL teilen könnten. Mir ist es in Deinem und meinem Sinne wichtig, aber ich weiß, dass es aus meiner „Follower“schaft kaum jemanden hinter’m Ofen hervorlocken wird – wie die allermeisten meiner Beiträge das nicht tun. Vielleicht bekommt es ein Like; ich rechne nicht mit einer sachlich interessierten Wortmeldung.

Bei uns beiden gäbe es sicher „reichlich Gedanken“ zu entdecken und auch zu besprechen; wie Du es ausdrückst: man gibt „sich selbst“; wie im sogenannten „real life“ ist und bleibt es ein Geschenk, wenn eine Person an einer anderen ein aufrichtiges Interesse hat.

Ich gebe es um meinetwillen nicht auf: „die Bereitstellung einer Struktur und den Willen, sich dauerhaft in ihr aufzuhalten.“

Dank‘ Dir für Dein Engagement!

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Bild: Cover des ‚thingbook‘, einer Info-Broschüre zu ‚The Thing Frankfurt‘, einem sozialen Netzwerk für Kunst und Kultur außerhalb von Galerien und Institutionen

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