Beuys, Teil 1

Klar, dass jemand so erzkonservatives wie der 1904 geborene Anthropologe und Soziologe Arnold Gehlen im „Bildungsforum“ mit Joseph Beuys aneinander gerät.

Das Motto: „Provokation – Lebenselement der Gesellschaft“

Der smb-webshop, der u. a. die DVD dazu vertreibt, formuliert:

„Die am 27. Januar 1970 im Düsseldorfer Bildungsforum veranstaltete Diskussion mit Joseph Beuys, Max Bill, Max Bense und Arnold Gehlen, moderiert vom Kunsthistoriker Wieland Schmied, ist nicht nur ein kulturhistorisches Dokument, das unterschiedliche ästhetische und philosophische Konzepte diskursiv aufscheinen lässt. Es stellt im Sinne des Werkbegriffs Beuys’, der das Sprechen oder die Sprache allgemein als Kunstwerk sieht, auch ein Sprachwerk des Künstlers dar.“

Es stellte sich dort und stellt sich bis heute die Frage: ist Kunst (nur) das, was nicht provoziert? Manche meinen das auch heute noch und definieren Kunst zu sehr nur über die Ästhetik – selbstverständlich meist die des Bewerters.

Meinen Text verstehe ich nicht als Alternative, die Diskussion anzusehen und zu -hören; die ist wirklich amüsant und lohnenswert für die Auseinandersetzung, auch für die Frage, wo man sich selbst verortet. Ich möchte die Argumente nur mit meiner Sichtweise verknüpfen, ein wenig kommentieren und den Begriff der Provokation im Kunstzusammenhang meinerseits zur Diskussion stellen. Damit es nicht überlang wird, gliedere ich den Beitrag in drei Teile. Dabei zitiere ich genau, aber nach Gehör.

Beuys antwortet auf die Frage Schmieds, ob er beim Kunstmachen jemals in Kategorien wie „Kunst“, „Antikunst“, „Provokation“ gedacht hätte, dass er sich schon theoretische Gedanken gemacht habe, warum er was täte. Er geht auf den Frager ein und wirkt auf mich kein bisschen provokant, obschon seine Kunst oft diesen Anstrich hatte. „Ich habe also versucht, den Kunstbegriff so zu erweitern, dass er jede menschliche Tätigkeit zu umgreifen in die Lage gesetzt wird.“ Er möchte auch den Wissenschaftsbegriff erweitert sehen und sagt, dass bei seinem Antikunst-Begriff „die Frage nach dem Menschen gestellt“ sei.

„Wie ist es berechtigt zu sagen, jeder Mensch ist Künstler? […] Jeder Mensch ist ein kreativer. In jedem Menschen kommt etwas heraus von einem Ursprünglichen, von einem Schöpferischen, von einem Element, was sozusagen an diesem Punkt des Denkens – hiermit setze ich den Begriff des Denkens als den wichtigsten Punkt in meinem Antikunst-Begriff – durch das Denken etwas völlig Neues in die Welt, was wieder hinüberleitet und klarstellt, den Begriff der Freiheit. […] Hier steht der Begriff der Freiheit zur Diskussion, und an diesem Problem steht die Menschheit ja in einem ganz akuten Sinne, indem sie fragt: ist der Mensch Gesellschaftswesen, das heißt, ist er gebunden, abhängig von den Stoffesverhältnissen, oder ist er ein freies Wesen? Hier ist selbstverständlich eine differenzierte Untersuchung notwendig insofern als man selbstverständlich sehen muss, dass der Mensch ein Gesellschaftswesen ist, hier ist aber ganz besonders wichtig zu erkennen, dass er darüber hinaus ein freies Wesen ist, was für den Teil, da, wo er gesellschaftlich gebunden ist – also mit anderen Menschen zusammenarbeiten muss – neue Denkmodelle, neue Substanzen in die Erde einführen muss, also in die Stoffesverhältnisse einführen muss, um sozusagen für das Soziale, für die Entwicklung der Menschheit ein neues Modell zu erarbeiten. […] Provokation wäre eine andere Sache; die müsste man jetzt daran anschließen.“

Joseph Beuys ist dort anfangs nicht provokant. Er redet deutlich und bestimmt; man spürt seine Authentizität und Konzentration. Auf mich wirkt er, als wüsste er einfach, wovon er spricht.

Als er nach wahrnehmbarem Gemurmel im Publikum und guten 11 Minuten vorschlägt, „bis zum Morgengrauen“ zu diskutieren, anstatt nach anderthalb Stunden Podiumsdiskussion „ins Wirtshaus“ zu gehen, merkt man daran, wie ernst er die Auseinandersetzung nimmt. So bekommt Max Bense, der im ersten Satz von der „Verwässerung des ganzen Themas“ spricht, sofort einigen Applaus. Beuys‘ erster Diskussionsgegner ist zumindest launig: „Meinen Sie, Sie hätten keine [Gegner]? Ich hab‘ auch welche!“ Von Bense gedrängt, was er konkret wolle, antwortet Beuys: „Ich will das Bewusstsein der Menschen erweitern; ich will es vor allen Dingen ausweiten auf die reale politische Situation […] Ich bin nicht der Ansicht, dass wir zum Beispiel in einer Demokratie leben, ich bin nicht der Ansicht, dass wir zu freien Menschen erzogen werden durch unsere parteipolitische Bürokratie […]“

Arnold Gehlen: „Ich möchte den sehen, der sich noch von Kunst provozieren lässt.“ Er möchte vom Provokations-Begriff weg und wieder hin zum Begriff der Kunst bzw. Antikunst. Sein Vergleichen mit einem Spiel an sich, woran ihn die Kunst erinnert, die zum Mitmachen, zur aktiven Teilnahme einlädt, und die Tatsache, dass ein Spiel eben nicht gut oder schlecht ist, führt er als Argument gegen den erweiterten Kunstbegriff an; für mich ist es aber genauso ein Argument dafür. Er meint jedoch: „Je umfangreicher ein Begriff wird, umso inhaltsleerer.“ Manche, die dadurch ins Straucheln kämen, auch manche Künstler, suchten „dann schnell eine Tür in die Politik; da hat man dann wieder den gewohnten schwankenden Boden unter den Füßen.“

„Wollen Sie weiter den schwankenden Boden unter den Füßen behalten, oder wollen Sie daran arbeiten, diesen schwankenden Boden in eine sichere Basis für die Menschen aufzubereiten?“ fragt Beuys. Er sieht die Kriterien des klassischen Kunstbegriffes als Basis („unter Umständen im pädagogischen Prozess eine gewisse Basis für den Unterricht“), die aber erweitert werden sollten um Begriffe, „die tatsächlich den Menschen betrachten als einen, der sich entwickelt, der ganz andere Dinge […] anzusteuern beginnt.“

„Kann ich mit dieser Kunst noch etwas bewirken für das Leben?“ sei die entscheidende Frage. „Ist diese meine Kunst zum Beispiel politisch relevant? Sie dürfen jetzt den Begriff der Politik nicht lächerlich machen und sagen hier wäre der übliche schwammige Begriff! Wir wollen doch gerade sehen, dass in der Zukunft für alle Menschen etwas erarbeitet wird, was brauchbar ist, was zum Beispiel pädagogische Modelle erarbeitet, und ich glaube, dass aus einem erweiterten Kunstbegriff heraus, aus einem erweiterten menschenkundlichen Begriff heraus, der damit verbunden ist, selbstverständlich sich etwas Gewissenhaftes sagen lässt über die Pädagogik. Das ist selbstverständlich auch damit verbunden, dass man Modelle erarbeitet, dass man also Projektwissenschaft betreibt, denn nichts ist dringender gerade für uns Mitteleuropäer als uns über unsere Zukunft im Klaren zu sein. Ob es unsere Aufgabe ist, zum Beispiel, mit wirtschaftlichen Größen zu konkurrieren, ob es für uns interessant ist, mit den Großmächten im Osten und im Westen auf wirtschaftlicher Basis, also technologisch zu konkurrieren, ob nicht gerade das der Weg ins Fellachentum [sic] ist für uns; ob es nicht vielleicht für Mitteleuropa viel interessanter wäre, die humanen Fragen in den Mittelpunkt zu stellen […] als ein Fruchtbares für die ganze Welt […]“

„Ich habe nie von […] Materialien geredet; ich habe von der Idee gesprochen“, sagt Beuys, als er zu einer bestimmten künstlerischen Aktion Stellung nimmt. Das erlebe ich, seit ich mich mit Kunst auch theoretisch auseinandersetze, immer wieder: es werden bestimmte Aktionen oder Werke herangezogen, um mit der Umsetzung oder dem Ergebnis zu argumentieren, dass das nun Kunst oder eben keine Kunst sei. Da sich der eine Mensch so und der andere anders ausdrückt, trifft diese Art Auseinandersetzung für mich nie den Kern, es sei denn, man spricht anderen ihren persönlichen Ausdruck schlicht ab. Arnold Gehlen verstehe ich nach ungefähr einer halben Stunde so, dass er sich nicht provozieren lassen möchte, und das kann ich nachvollziehen. Ich selbst bin auch nur sehr schwer zu provozieren, wenn überhaupt. Dieses nicht oder kaum provozierbar sein bedeutet in meinen Augen nicht unbedingte Unverletzlichkeit, sondern den Wunsch, sich vernünftig, wertschätzend auszutauschen, allen Gesprächsteilnehmern Zeit einzuräumen, sich wirklich anzuhören, aufeinander einzugehen usw.; ansonsten ist ein sich-Erreichen schwierig. Erlebt man Kunst als reine Provokation – ich glaube, hier ist nur wichtig, es individuell zu betrachten, also wer sich wodurch provoziert fühlt – glaube ich nicht an ein erreichen-Können (aus Künstlersicht) oder ein erreicht-Werden (aus Rezipientensicht). Provokation verschließt beinahe immer. Wenn nicht, trifft vielleicht der Begriff nicht richtig… Und umso trauriger, dass viele – sicher damals wie heute – Beuys nur als Provokateur wahrnehmen.

(2. Teil folgt in ein paar Tagen)

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https://www.erziehungskunst.de/artikel/standpunkt/seele-richte-dich-auf/

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Markttreiben

Der Begriff „Kreativität“ ist etwas abgenutzt, aber ich finde, er tut’s noch ziemlich gut!
Hier im Blog ist er ein paar Mal zur Sprache gekommen; ich habe hier und anderswo konstruktiv zu ihm gestritten.

Über die Schwierigkeit, den Begriff sauber zu definieren, erzählt u. a. die Wikipedia; der Artikel lässt ahnen, von wie vielen Seiten und unterschiedlichen Aspekten man der Kreativität begegnen kann.

Über das kreative Produkt heißt es dort:

„Eine subjektive Sichtweise jeder einzelnen Person ist in der Bewertung nicht auszuschließen, da jedes Individuum nach eigenen Kriterien bewertet, wenn es keine Normwerte zur Verfügung hat und keine allgemeingültige, weil bekannte und gleichzeitig gültige und verlässliche Definition von Kreativität zur Bewertung herangezogen wird. Das bedeutet, dass durch die mangelnde Definition des Begriffs die Wertung eines einzelnen Individuums fast immer subjektiv ausfällt. Erst durch eine (oft implizite) Einigung auf eine Definition und Maßstäben zur Messung von Kreativität ist eine Gruppe dazu in der Lage ist, Kreativität zu bewerten und zu messen. Dieser Vorgang unterliegt dabei auch immer dem Zeitgeist.“

Objektiv messen lässt sich Kreativität also nur sehr ungern. Aber wir haben alle eine Vorstellung von ihr.

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Kreativität bezeichnet nicht alleine Hobby-Kunst, obwohl diese darunterfällt.
Kreativität ist Lebenseinstellung und Fantasie Sie zeigt sich im Umgang mit schwierigen Kunden und wenn man in der Küche ein Gericht noch mal gerade so rettet. Wenn man in der Lage ist, ein Problem auch noch mal von einer anderen Seite aus anzugehen. Und manchmal lässt sie Bilder entstehen. Oder Bücher.

Die Autorin Melanie Lahmer weist in ihrem Blog deutlich auf etwas Wichtiges hin:
Auf einem Markt wird die Kreativität des Erschaffers, der Erschafferin oft so gelähmt, dass diese mitunter ihre Arbeit aufgeben.

Die Wikipedia schreibt:
„In der Kunst erfordert der hier geltende Innovationszwang, dass Kreativität mit Normenbruch, also dem Verstoß gegen tradierte Normen, einhergeht.“

Melanie Lahmer sagt:
„Alle wollen das neue, große Ding, mit dem man für die nächsten Jahre ausgesorgt hat – aber keiner traut sich aus seiner Komfortzone heraus.
Das führt zu der paradoxen Situation, dass Verlage zwar händeringend nach Neuem suchen, das Neue soll aber bitte nicht zu stark vom Gewohnten abweichen.
Und darunter leiden zuallererst wir Autoren. Denn unsere Figuren und Settings dürfen nicht zu ungewöhnlich sein, wir sollen aktuelle Trends bedienen und trotzdem noch etwas Eigenes einbringen (aber nicht zu viel, bitte!). Diese Vorgaben sind so diffus und gleichzeitig einengend, dass sie immer auch Einfluss auf unsere Geschichten haben. Manchmal fühlt man sich wie ein Pferd, das Hufe scharrend vor dem Gatter steht, das sich niemand zu öffnen traut. Man könnte ja aus Versehen im Galopp irgendetwas umreißen.“

Wohin soll ein Künstler ausweichen, den der Markt entweder gebrochen hat oder der zu den Bedingungen dort nicht arbeiten, aber trotzdem weiter künstlerisch tätig sein möchte? Zu dessen Persönlichkeit es untrennbar gehört, sich auf diese seine Weise auszudrücken?
Von mir selbst kann ich sagen, dass auch mich Schranken einschränken und Normen angleichen. Vorgaben geben auch mir etwas vor; ich kann nichts mehr selbst entwickeln, und unter Druck funktioniere ich allenfalls, aber das Wunder der Kreativität wird sich mit Sicherheit nicht ereignen! Es braucht das Spielen, die Ergebnisoffenheit.

Einem Markt, der auf Gewinn aus ist oder zumindest Verluste vermeiden soll, macht ergebnisoffenes Arbeiten Bauchschmerzen, was ich aus Marktsicht sogar verstehe. Der Markt ist Mechanismen unterworfen, die ihn zu dem System machen, das er ist. Würde er den Wachstums- und Konkurrenzgedanken aufgeben, würden Köpfe und Arme des Marktkörpers sterben.

Handel ist die Bestimmung des Marktes. Doch wie kann etwas so Flatterhaftes, manchmal Flüchtiges, Lehrendes, manchmal im Flow Erlebtes, manchmal hart Erarbeitetes, mit Zeit und auch sonst nicht objektiv Messbares wie Kreativität sinnvoll gehandelt werden?
Es ist, wie Luft an der Börse zu handeln, also entweder unmöglich, oder es braucht fast schon kleinkriminelle Energie, Menschen außerhalb der Gewinnzone die Mechanismen schmackhaft zu machen. KreativarbeiterInnen liegen oft außerhalb jeglicher Gewinnzonen.

Der Gewinn für jemanden, der seine Kunst leben möchte, hat oft nichts mit materiellem Gut zu tun.

Melanie Lahmer: „Für jeden Autor, der einen Vertrag wegen seiner schlechten Bedingungen nicht unterschreibt, kommt ein neuer nach, der ihn zu noch schlechteren Bedingungen unterschreibt und sich dafür eine Flasche Sekt öffnet. Das mit dem Jubel und dem Sekt kann ich natürlich gut verstehen, das habe ich auch gemacht. Aber leider hat man damit schon den ersten Schritt in Richtung Selbstaufgabe und fehlende Wertschätzung getan. Wer sich unter Wert verkauft, setzt damit automatisch auch einen Marker. Dann zeigt man, dass man zu allen möglichen Kompromissen bereit ist, solange man sein Buch veröffentlichen darf.
Denn eines ist klar: Wenn ich diesen Vertrag nicht unterschreibe, bekomme ich möglicherweise gar keinen. Und eigentlich wollen wir doch nur eines: gelesen werden. Und dafür brauchen wir Leser, die wir auf irgendeine Weise erreichen müssen – sei es durch Verlage und den Buchhandel oder ohne Verlag im Internet.“

Das habe ich mich oft gefragt: verraten KreativarbeiterInnen sich und ihre Gabe, wenn sie sie zum Verkauf stellen, Kompromisse machen? Ich tu mich schwer, jegliche Verantwortung bei ihnen zu suchen. Der eine wird es aus guten, gerade zitierten Gründen tun, jemand anderes wird es aus genau so guten persönlichen Gründen lassen. Ich tu mich schwer damit, zu akzeptieren, dass gerade die Energie der KreativarbeiterInnen mit solchen Fragen angefressen wird. Aber ich kenne sie gut…

In Gesprächen habe ich oft ein Szenario aufgemacht, bei dem ich davon ausging, dass man die Absurdität sofort erkennt: alle KreativarbeiterInnen, die nicht gut bezahlt werden, stellen die Arbeit ein. Ein Streik. Der ist nämlich bei der Vielzahl von zum Beispiel AutorInnen mit ihrer unterschiedlichen Haltung und der vielen unterschiedlichen Verlage nicht zu organisieren. Und was sollen MalerInnen tun, die vielleicht – ich weiß es nicht – noch zahlreicher sind? Ein Aspekt des Problems: KreativarbeiterInnen auf dem Markt unterscheiden sich nicht von denen anderswo. Ihr „Endprodukt“ kann das gleiche sein. Unter MalerInnen ist daher „Schwarzarbeit“ ein großes Thema. Doch warum wird das nicht so ernst genommen wie beispielsweise bei Fliesenlegern oder anderen HandwerkerInnen, warum klingt das eher lustig? Weil Kunst in der Gesellschaft noch nicht als akzeptiert angekommen ist? Oder weil Handel mit einer nicht messbaren, nicht objektiv bewertbaren Sache so schwierig ist?

Ich gehe so weit zu sagen, dass fairer Handel auf dem Parkett der Kreativarbeit nicht möglich ist. Weil Unvergleichliches zum Vergleichen – und Handel vergleicht immer – angeglichen wird. Weil Nischenprodukte, die sich nicht verkaufen, aber die es geben muss, um Individualität und Vielfalt zu würdigen, hintenüber fallen, in der wahrnehmbaren Welt nicht mehr vorkommen. Weil mit etwas gehandelt werden soll, das allen gehört wie die Luft, die wir atmen: Fantasie und unser individueller Ausdruck dieser Fantasie.

Melanie Lahmer: „Es ist hart und es bleibt hart und ich bin nicht optimistisch genug, um an eine Besserung zu glauben. Irgendwann fällt das bisherige System in sich zusammen, und dann bleiben vermutlich nur wenige übrig. Aber bis es soweit ist, schreibe ich weiterhin meine Geschichten und versuche, so gut wie möglich davon zu leben.“

Vielleicht – wenn sich der Mensch bis dahin nicht selbst vernichtet, was ich in der letzten Zeit öfter fürchte – gibt es mal eine Gesellschaft, in der unser Versorgtsein nicht an unsere Lebensidee gekoppelt ist. Wir uns nicht entscheiden müssen, ob wir Essen kaufen oder Stifte, ob zum Malen oder Schreiben. Die Kinder fürs Leben lernen und nicht dafür, ihr Leben lang der materiellen Versorgtheit hinterher zu laufen und gesellschaftlicher Ächtung unterliegen, wenn das nicht gelingt, und das Gelingen FÜR ALLE wird immer schwieriger.

Vielleicht, wenn wir alle in einem Punkt zusammenhalten: das, was unser Menschsein ausmacht, nicht zu verraten. Und das individuell, unterschiedlich.

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https://de.wikipedia.org/wiki/Kreativit%C3%A4t

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https://siegerlandkrimis.wordpress.com/2018/03/23/autoren-unter-druck-ii/

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Die Verhältnismäßigkeit von allem

Wenn es aufrichtig gemeint ist:

Alles, was dazu angetan ist, ins Gespräch zu kommen, Fronten aufzuweichen, sein Wissen und Können disziplinübergreifend zu teilen im Sinne einer für alle guten Sache, ist erstmal gut.

Nicht aus dem Blick geraten sollten die, die weder für Kunst am Bau noch für andere Kunst im öffentlichen Raum ein Auge haben, weil sie überlegen, ob sie wohl nächstes Jahr vielleicht Arbeit haben, nächsten Monat die Miete pünktlich überweisen, nächste Woche Geburtstagsgeschenke und eine Feier für die Kinder haben können, heute über den Tag kommen.

Nicht aus dem Blick geraten sollte die Verhältnismäßigkeit.

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https://www.duesseldorf.de/index.php?id=700021325&L=1&tx_pld_frontpage%5Bnews%5D=19788&cHash=7aa3242137b722bd6c1af5965171e66e

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duesseldorf/video-profi-kunstberater-fuer-duesseldorf-100.htm

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Haben wir immer nur diesen einen Moment? Und: wer sind wir eigentlich?


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Im kürzlich angelaufenen Kino-Film „Your Name.“ ist eines bald kein Geheimnis mehr: zu wissen, dass das Mädchen Mitsuha und der Junge Taki einem Körpertausch unterliegen, der mehrmals in der Woche, aber immer nur für einen Tag geschieht, ist unerlässlich, um die Geschichte verfolgen zu können.
Mir war klar, dass ich den Film mögen würde, und zwar nicht, weil er ein Anime ist; ich fürchtete, dass ich mich zu sehr an die Anime-„Heidi“ meiner Kinderjahre erinnert fühlen würde oder an „Nils Holgersson“. Doch die beiden „alten“ Helden waren rasch vergessen. Ich wunderte mich auch nur kurz, warum selbst asiatische Menschen in einem asiatischen Film kaum asiatisch aussehen… – dann fing mich die Geschichte ein.
Klar war mir, dass ich den Film mögen würde, weil ich das Grundthema kannte: den Gestaltenwandel der Hauptfiguren verbunden mit dem Spiel der Zeitebenen. Beides fasziniert mich, zweitrangig, wie es umgesetzt ist.
Hannah Pilarczyk schreibt bei SPIEGEL ONLINE:
Mit dem Gestaltenwandel macht der Film jedoch nicht vor sich selbst halt. Kaum hat man sich in das bezaubernde Geflecht aus Takis und Mitsuhas Leben verstrickt, wandelt sich Your Name selbst und streift die Hülle der Coming-of-Age-Komödie ab. Was der Film danach wird, soll hier nicht verraten werden, denn es zu entdecken, gehört zu den schönsten Überraschungen, die man seit Langem im Kino erleben kann. Nicht festgelegt zu sein – auf das eine Genre oder die eine Zielgruppe – ist auch das, was Your Name so herausragen lässt.“
Nicht festgelegt zu sein – auch das fasziniert mich in seinen verschiedenen Möglichkeiten. Nicht festgelegt im Denken zu sein, offen für Aspektwechsel zu bleiben, das wünsche ich mir für mich. Nicht festgelegt im Sein zu sein, das wäre schön, denn es veränderte Hoffnung ins beinahe Grenzenlose. Als ein Mensch, der nicht an Wiedergeburt in den gängigen Definitionen glaubt, wäre ich sicher ähnlich erschrocken wie Mitsuha und Taki – oder Sofie Amundsen und Hilde Møller Knag. Jostein Gaarders Sofie muss nach etlichen seiner Romanseiten feststellen, dass nicht sie die reale Person ist, sondern die für Fiktion gehaltene Hilde. So den „vermeintlich sicheren Platz in der Welt in Frage“ stellen zu müssen, wie es die Wikipedia formuliert, kann sicher schockierend sein. Es ab und an freiwillig zu tun, kann nur persönlich zu begreifende, bereichernde Weiterentwicklung sein.
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Das ist musubi, denke ich.
Ob nun Wasser, Reis oder Sake, alles, was man dem Körper zuführt, nennt man ebenfalls musubi.
Denn alles, was in den Körper kommt, stellt eine Verbindung zur Seele her.
An jenem Tag hatte ich mir vorgenommen, mir das zu merken, um es beim Aufwachen noch zu wissen. Versuchsweise sage ich es laut: ‚… sich verdrehen und verwickeln, gelegentlich zurückkehren und sich wieder verbinden. Das ist musubi. Das ist die Zeit.‘ “
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http://www.spiegel.de/kultur/kino/anime-meisterwerk-your-name-in-dir-finde-ich-mein-glueck-filmkritik-a-1186885.html
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http://www.zeit.de/kultur/film/2018-01/your-name-animefilm-makoto-shinkai-japan-bilddaten-your-name-animefilm
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https://www.youtube.com/watch?v=twVtDMVShTs
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https://books.google.de/books?id=ZVMzDwAAQBAJ&pg=PT144&lpg=PT144&dq=was+ist+musubi&source=bl&ots=1ARmeDpfMa&sig=oZzvfGoo76ZIQpGpbewVKSEIL3s&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjA4vDk_4HZAhWIyqQKHWq8Cb8Q6AEIRTAE#v=onepage&q=was%20ist%20musubi&f=false
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Laute Kunst

Ich selbst kann mich nicht davon freisprechen, manchmal Schwierigkeiten zu empfinden, mich mit mancher Kunst auseinanderzusetzen. Dann bleibt aber mein Anspruch, es trotzdem zu tun, eben nach dem Motto „Was hat es mit dir zu tun?“ Und in dem Fall eben: was hat die Ablehnung in mir mit mir zu tun?

Im facebook-Netzwerk gab es für mich ein Fundstück, das ziemlich gut beschreibt, was ich anfangs empfinde: setze ich mich mit lauter, brutaler, provokanter,… Kunst auseinander, fühle ich mich quasi „angeschrieen“. Schreit mich tatsächlich jemand an, mache ich sofort klar, dass er/sie den Ton ändern muss, weil ich sonst nicht zur Auseinandersetzung bereit bin. Beim angeschrieen-Werden durch Kunst ist ebenfalls spontan dieses „Nicht in diesem Ton!“ in mir.

Das Überbrücken dieses Gefühls – denn der „Ton“ wird sich bei einem abgeschlossenen Kunstwerk nicht ändern – ist für mich die Aufgabe in den Sekunden nach der ersten Wahrnehmung.

Wer bin ich, der anderen Person vorzuschreiben, wie sie mich „anzusprechen“ hat?

Aber wir tun es im sogenannten „wirklichen“ Leben; wir verbitten uns manchen Ton. Eine gewisse Etikette, ein gewisser Anstand im Zusammenleben ist hilfreich; „gutes Benehmen“ hilft, dass man sich zuhört, erst einmal unabhängig vom Inhalt des Gesagten. Es ist nichts Verkehrtes daran, erst einmal die Form auszuhandeln…

Macht es sich „laute“ Kunst selbst und den Betrachtern schwer? Sicher oftmals. Muss/Sollte sie sich ändern/geändert werden? Keinesfalls! Warum nicht, wenn sie es sich doch ungeändert selbst schwer macht, vielleicht weniger oder keine Augen und Ohren findet? Weil „die Form aushandeln“ im Fall von Kunst nicht funktioniert; die Authentizität des Erschaffers ginge komplett verloren. Und vielleicht empfindet derjenige, dem „laute“ Kunst keine Schwierigkeiten macht, der sie vielleicht sogar selbst erschafft, inneren Widerstand beim Hören leiserer Töne, beim Betrachten zarterer Formen und Farben…

Beides darf sein: der freie Ausdruck und die Ablehnung. Hinderlich wäre lediglich, die faire Auseinandersetzung mit dem Inhalt – eigenem und fremdem – aufzugeben.

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Eines Tages fragte Mahatma Gandhi: „Warum schreien die Menschen so, wenn sie wütend sind?“

„Sie schreien, weil sie die Ruhe verlieren“, antwortete ein Mann.

„Doch warum schreien sie, wenn die andere Person neben ihnen steht?“ fragte Gandhi erneut.

„Wir schreien, weil wir wollen, dass die andere Person uns zuhört“, erwiderte ein anderer Mann.

Gandhi fragte weiter: „Ist es dann nicht möglich, mit leiser Stimme zu sprechen?“ Weitere Antworten folgten, doch keine konnte ihn überzeugen. Nach einem Augenblick des Nachdenkens sagte er: „Wollt ihr wissen, weshalb man eine andere Person anschreit, wenn man wütend ist?

Es ist so, dass sich bei einem Streit die Herzen zweier Menschen weit voneinander entfernen.

Um diese Distanz zu überwinden, muss man schreien. Je wütender die Menschen sind, desto lauter müssen sie schreien, um einander zu hören. Darum lasst es nicht zu, dass eure Herzen sich bei einer Diskussion voneinander entfernen.

Sagt keine Worte, die die Herzen auseinandertreiben, denn der Tag wird kommen, an dem die Distanz so groß ist, dass es keinen Weg mehr zurück geben wird.

Ganz anders ist es zwischen zwei Menschen, die sich lieben.

Sie schreien nicht, sie reden sanft miteinander.

Weshalb wohl? Weil ihre Herzen einander sehr nahe sind. Die Distanz zwischen ihnen ist klein. Manchmal sind sich die Herzen so nahe, dass sie nicht einmal sprechen, sondern nur flüstern. Und wenn die Liebe noch stärker ist, braucht es nicht einmal mehr ein Flüstern. Es genügt, sich anzusehen und die Herzen hören einander. […]“

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Konsequenz

Buntstift und Öl-Pastellkreide auf Skizzenpapier

DIN A 5

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Betreff: Kontakt von Frau Schneider

Gestern fragte eine Galerie an, ob ich nicht Interesse hätte, meine „großARTigen“ Bilder bei ihnen auszustellen; sie würden wunderbar in ihre April-Ausstellung passen. Oder in die von Mai. Oder in irgendeine andere zukünftige, alle schon terminiert und betitelt. Oder ich solle mir doch einfach auf ihrer Website eine aussuchen.

Früher hätte ich geantwortet. Nicht zustimmend, wie manche Leser jetzt vielleicht meinen könnten, nicht in freudiger naiver Erwartung kommender Unterstützung und Wertschätzung, sondern ich hätte gerne ausführlichst erzählt, warum ich mich auch gut selbst verarschen kann. Dazu brauche ich Frau Schneider nicht (die übrigens das Schreiben auch nicht durch ihre Unterschrift geadelt, sondern das man als ansonsten namenloses „Team“ unterschrieben hat).

Heute finde ich meine Antwort im Blog besser aufgehoben.

Was mich am meisten empört, ist die womögliche Geldschneiderei (wie passend!), die mit Menschen versucht wird, die eh keins haben, und wenn, dann sicher nicht durch ihre Kunst. Stellt man als No-Name im Internet aus, ist das einer der allerersten Schritte, sich von künstlerischer Seriosität zu verabschieden. Es wird Kreative geben, die das überrascht; den allermeisten wird diese Erkenntnis aber nicht neu sein. Und über eben diesen Weg habe besagte Galerie mich „zufällig“ gefunden. Man stelle sich das mal vor: zufällig! Und dann passen meine Bilder auch noch zufällig genau in die Ausstellung von April! Oder Mai. Oder in eine der übrigen zukünftig geplanten.

Ob sie tatsächlich Geld nehmen, weiß ich nicht; das geht aus der Website nicht hervor. Man muss aber davon ausgehen, und zwar nicht auf die Art, wie man es kennt: erst muss verkauft werden, ehe Geld geteilt werden kann. Und am Anfang steht eben das Vertrauen einer Galerie in den potenziell Ausstellenden, dass überhaupt Geld aus Kunden-Portemonnaies ins Haus fließt, weil der Kunde/Sammler sich etwas vom Kauf des Werkes verspricht. Und würde keine Arbeit dieser ganzen No-Names je verkauft: wie finanziert die Galerie wohl ihre Räumlichkeiten, den Strom, eventuelle Events, die dazugehören, will sie ihre KünstlerInnen wirklich „betreuen“ (Präsentation, Organisation – inkl. steuerlicher und rechtlicher Fragen – und Vermarktung)? Die Antwort kann nur sein: die armen Naivlinge, die auf bekannter-Werden hoffen, müssen monetär bluten.

Wenn man der Galerie mal zugutehalten will, dass es sich um eine sogenannte Primärmarkt-Galerie handelt, die durchaus neue, unbekannte KünstlerInnen ausstellt und verkauft, bleibt immer noch das Problem, dass sie mit mir jemanden angesprochen haben, der a) 50 Jahre alt ist, b) keine akademische Ausbildung hat, c) von dem sie nicht wissen, wie verlässlich er in welchem Turnus und in welcher Quantität „liefert“ – ja d): sie die Person eben überhaupt nicht kennen! Ich ziehe also das Fazit: weder die Galerie vertraut mir noch ich ihr, Geld ist weder für mich noch für sie zu erwarten, aber wenn, dann eher für sie, nämlich erst mal von mir. Und ich wäre gespannt, zu erfahren, wie diese Galerie potenziellen Käufern gegenüber meine „Marktentwicklung“ einschätzte – was absurd lustig ist, da es diese Entwicklung selbstverständlich nicht gibt, so dass auch potenzielle Käufer dieser Galerie zumindest nicht vertrauen dürften.

40 % der Galerien im deutschsprachigen Raum machen Verluste. Mich würde überraschen, gehörte diese hier nicht dazu. Ernsthaft interessieren würde mich, durch welche Finanzierungsart sie besteht; es steht nicht zu erwarten, bei Nachfragen eine ehrliche Antwort zu erhalten.

Was mich zusätzlich empört, aber worüber ich durch die ganzen Über’n-Tisch-Zieh-Versuche, denen man ausgesetzt ist – ob persönlich, per Telefon oder Mail/Brief – mittlerweile gelassener hinwegsehe, ist die dreiste Unpersönlichkeit der Ansprache.

Man kann nur hoffen, dass den allermeisten Angeschriebenen das auffällt und die dubiose „Galerie“ ihnen gestohlen bleiben kann.

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Unabhängig von all dem stelle ich durch die Jahre fest: es ist nicht planbar, ob, wie oder wann einen anderen Menschen meine ur-persönliche kreative Arbeit anspricht. Egal, ob sie sich in real existierenden oder in virtuellen Räumen zur Ausstellung befindet. Ob ich seriös, unseriös oder überhaupt nicht beworben werde beziehungsweise mich selbst bewerbe. Ob mich noch so viele loben oder mich monatelang weder Lob, noch Kritik, noch lediglich eine Frage zu meiner Arbeit erreicht.

Mein Bedürfnis, auszustellen, schwand mit dieser Erkenntnis zusehends. Die Menschen, die mich immer mal wieder fragten, „wann ich nochmal ausstelle“ waren sehr oft nicht die, die mir zur Zeit dieser Ausstellungen besonders viel Interesse entgegenbrachten, so dass ich die Frage nicht oder lediglich als Smalltalk verstehen konnte.

Ich habe immer öfter festgestellt, dass es die tatsächlich zufälligen Begegnungen waren, die eine gewisse Auseinandersetzung und manchmal sogar einen kleinen Austausch brachten. Ich bin sicher, dass, wenn etwas in der Erinnerung haften bleibt, es Bilder und Gespräche sind, die durch ein freiwilliges sich-Einlassen aus persönlicher subjektiver Motivation heraus betrachtet und geführt werden.

Ich denke nicht, dass ich noch einmal im klassischen Sinn ausstellen würde.

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„Allow your instincts to do the work“ 

„Allow your instincts to do the work.“ Michael Stipe

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http://www.ardmediathek.de/tv/Rockpalast/Rockpalast-R-E-M-Hamburg-Gr%C3%BCnspan-1/WDR-Fernsehen/Video?bcastId=8051040&documentId=48230902

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Als ich vor ein paar Tagen – oder sind es etwas schon wieder Wochen!? – in das Rockpalast-Konzert von R.E.M. geriet, das sie 1998 vor ausgesuchtem Fan-Publikum gegeben haben, ahnte ich noch nicht, wie sehr es mich weiter beschäftigen würde. Ich blieb dran bis in die tiefe Nacht hinein.

Ich habe schon damals R.E.M. gemocht und gehört, zu der Zeit, als ich eher MTV einschaltete als eine CD einzulegen. (Bei „Shiny Happy People“ musste ich aber regelmäßig ausmachen, so nervig fand ich Video und Song!) Aber ich war nie ein Fan im klassischen Sinn, von keiner Band; ich hörte, was und wie’s kam, und wenn ich mitbekam, dass viele Lieder, die ich mochte, auf einem Album versammelt waren, kaufte ich es auch. So geschehen auch bei R.E.M.s „Automatic for the People“, das ich – zugegeben – diesmal besonders wegen einem Lied, „Nightswimming“, unterstützen und besitzen wollte.

Nach diesem 8. Studioalbum von 1992 geriet die Band für mich ein bisschen in Vergessenheit – völlig zu Unrecht, wie ich heute weiß.

Am Tag nach meinem nächtlichen Konzert“besuch“ recherchierte ich weitere Konzertmitschnitte, Musik- und Interview-Videos und geriet in einen regelrechten Sog… wenn man an einer Sache, einer Idee oder Band über Tage dranbleibt, besonders, wenn man stellvertretend eine Person „verfolgt“, meint man sie – zwar von weitem und durch einen Filter, aber doch – ein bisschen kennenzulernen. Das Faszinierende daran war für mich, mir einen Menschen quasi im Zeitraffer über fast 40 Jahre lang anzusehen, was im Fall von Michael Stipe rein äußerlich schon absolut kurzweilig ist!

Unten habe ich Euch eine kleine Auswahl der Links hinterlassen; es ist wirklich nur eine ganz kleine, gemessen an meinem Guck- und Lese-Marathon.

(Vielleicht ist das ja auch eine Beschäftigungs-Anregung für freie Tage, wenn man nicht im Dauerweihnachtsstress ist oder sich mal ausklinken möchte: sucht Euch etwas oder jemanden aus, was/den es schon länger gibt und was/der Euch vielleicht durch die Jahre ein bisschen aus dem Blickfeld geraten ist, und begebt Euch auf die Spur – ein anderes Leben kann unglaublich inspirierend sein!)

Mich fasziniert grundsätzlich, wenn Menschen daran, was sie antreibt, dergestalt dranbleiben, dass sich irgendwann nach Jahren – wie zum Beispiel in diesem Fall – ein Künstlerleben „rund“ anfühlt, abgerundet, vollendet. In der Zeit nach R.E.M. hat Stipe mit dem Erschaffen von Skulpturen und der Fotografie eine andere Richtung eingeschlagen, drückt sich aber dadurch ja weiterhin künstlerisch aus… Und sollte er sich das für sich selbst gar nicht wünschen, ein sich „rund“ anfühlendes kreatives Leben… dann wünsche ich es mir für mich. 🙂

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http://www.fnp.de/nachrichten/kultur/Interview-mit-R-E-M-Unsere-Slogans-von-damals-sind-immer-noch-aktuell;art679,2821762

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http://www.laut.de/R.E.M./Interviews/Meine-eigene-Vergaenglichkeit-war-damals-kein-Problem-13-11-2017-1521

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