„Die Sprache kann der letzte Hort der Freiheit sein“ 

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=70095

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„Ansichten eines Anarchisten“

Die christlichen Kirchen in Deutschland haben im Nationalsozialismus versagt und sich schuldig gemacht; darunter leidet der gläubige Heinrich Böll.

Es ist geradezu ekelhaft, wie Widerständler als Gegenargument ins Feld geführt werden, die sich allerdings (nach Böll) ihrem Gewissen und nicht der Kirche gegenüber verpflichtet fühlen.

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„Ich hasse den Krieg […] er ist so völlig sinnlos.“

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Welche Rolle spielen die tragenden Säulen/wichtigen Köpfe der Gesellschaft nach dem 2. Weltkrieg? (Stichwort Funktions“eliten“; es sind nicht auf einmal alle demokratisch gestimmt…) 

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Böll stellt sich gegen Aufrüstung und Wiederbewaffnung, Kanzler Adenauer ist dafür; dieser argumentiert mit Freiheit, und die Kirchen unterstützen ihn, weil sie sich gegen den eher atheistischen Osten behaupten wollen. Es ist also für die Kirche eine Frage der Macht und nicht die einer ethisch korrekten Haltung.

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Die Kirchensteuer verrechtlicht das Verhältnis zur Religion, und Böll verurteilt auch das. Und er kritisiert die „sinnentleerten Rituale“ der Kirche.

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Dass Konsum zur Entsolidarisierung des Menschen führt, nahm in den Wirtschaftswunderjahren seinen Anfang, und diesbezügliche Warnungen wurden wahrscheinlich nur allzu gerne in den Wind geschlagen. Ich will nicht „heute“ sagen, aber durch die Zeit sieht man, was Konsum als „neue Gottheit“ angerichtet hat. Die Entsolidarisierung geht über einzelne Personen hinaus, ergreift ganze Länder und lässt die ganze Welt in ein immer stärkeres Ungleichgewicht kippen.

Wo die Ungleichheit, die soziale Ungerechtigkeit – Lebensentscheidungen in jungen Jahren können sich auch in reichen Ländern später als in diesem Sinne falsch herausstellen, selbst, wenn sie an sich nichts „Falsches“ haben (soziale Berufe: Alten- und KrankenpflegerInnen, Berufssparten, die sich verändern: Verlagswesen, Berg- und Autobau, Versicherungs- und Bankangestellte, um nur ein paar Beispiele zu nennen) – mit Händen zu greifen ist, haben Politiker, die eine totalitäre Haltung vertreten, wieder Chancen.

Bölls Warnung vor Totalitarismus ist hochaktuell; für mich ist wünschenswert, wenn man es als wichtige Warnung begreift und danach spricht und handelt; Stichwort (heutiger möglicher nötiger) Widerstand, der oft als übertrieben gehandelt und daher manchmal an Stellen vermieden wird, wo er hingehört. Als kontraproduktiv empfinde ich dabei allerdings, wenn Menschen sich in Gesprächen weder aussprechen lassen noch dem anderen zuhören; so ist die „rechte Ecke“, die es leider selbstverständlich gibt, ein gern genommener Sammelort auch für Menschen, die unbequeme Wahrheiten ansprechen. Die Kunst liegt darin, echte Fremden- gleich Menschenfeindlichkeit zu erkennen und davon zu unterscheiden. Je länger ein Gespräch dauert, je mehr Zeit man sich nimmt, desto klarer werden menschliche Grundhaltungen.

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„Die Sprache kann der letzte Hort der Freiheit sein“, sagt Heinrich Böll.

Ihm wird Terrorismusempathie unterstellt, weil er die Werte des Grundgesetzes auch auf Terroristen angewandt sehen will, dem Wort also für alle Menschen dieselbe Bedeutung zugesteht. Wie kann er es mit diesem Argument in Diskussionen schwer gehabt haben…? Wie argumentierten seine Gegner?

Vielleicht würde „ein Böll“ heute ganz gut tun, sagt Wolfgang Niedecken, und ich sage: selbstverständlich! Aber ich sage auch: wir hatten immer Mahner und haben sie; der letzte, der mir spontan einfällt und an den ich mich lebhaft erinnere, war Roger Willemsen. Man muss die Mahner nur sehen und hören, wenn sie da sind, und nicht jedes Mal das Gleiche beklagen, als wäre es neu.

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http://signaturen-magazin.de/heinrich-boell–die-sprache-als-hort-der-freiheit.html

Auszug aus einer Rede von 1958:

„Es mag Ihnen merkwürdig erscheinen, daß einer, der sich als leidenschaftlicher Liebhaber der Sprache bekannt hat, hier eine Rede hält, die nur düstere politische Prognosen zu enthalten scheint, aus Vergangenheit und Gegenwart Worte auswählt, die tödlich gewirkt haben oder tödlich wirken können, die Zukunft aus Worten beschwört; aber der politische Akzent solcher Beschwörungen und Erinnerungen, das Mahnende und Drohende, kommt aus dem Wissen, daß Politik mit Worten gemacht wird, daß es Worte sind, die den Menschen zum Gegenstand der Politik machen und ihn Geschichte erleiden lassen, Worte, die geredet, gedruckt werden, und es kommt aus dem Wissen, daß Meinungsbildung, Stimmungsmache sich immer des Wortes bedienen. Die Maschinen sind da: Presse, Rundfunk-Fernsehen, von freien Menschen bedient, bieten sie uns Harmloses an, beschränken sich aufs Kommerzielle, Werbung, Unterhaltung – aber nur eine geringe Drehung am Schalter der Macht, und wir würden erkennen, daß die Harmlosigkeit der Maschinen nur eine scheinbare ist.“

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Rainer Mausfeld: Wie Machteliten Meinung und Demokratie steuern: https://www.youtube.com/watch?v=LBndWYhld40

Philipp Möller: „Ohne Religion wäre die Welt besser dran“: https://www.youtube.com/watch?v=PV8tUv-6X8Q

Iris Radisch zu Roger Willemsens: „Wer wir waren“: http://www.zeit.de/2016/51/roger-willemsen-wer-wir-waren

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Dreißig! 

Als ich vor 30 Jahren mein Gesicht begründete („Zur Begründung meines Gesichts“, in: „Anthologie ohne Titel“, Berliner Festspiele GmbH, anrich verlag GmbH, Kevelaer 1988) mit einem Text voll ernster Ironie, dachte ich höchstens ein, zwei Jahre weiter, wie das eben so ist mit 20. Mein Thema: die nach meiner damaligen Erfahrung mehrheitlich verlogen gestellte Frage nach dem Befinden. Mein fragendes Anliegen schon damals: wie sinnvoll ist die maskenhafte Begegnung zwischen Menschen, aber inwiefern ist da eine Änderung im Miteinander möglich und: ist die immer sinnvoll?

Mir war zwar bewusst, dass ich mit dem in-die-Welt-Schicken des Textes an einem Wettbewerb teilnahm, aber da ich – bis auf den riesigen Fresskorb bei der Schul-Tombola – noch nie was gewonnen hatte, rechnete ich mir nicht nur nichts aus, sondern vergaß es beinahe ganz. Bis Wochen später folgender Brief ins Haus flatterte:

Erstmal hob ich ihn nur auf, um in Berlin Missverständnissen vorzubeugen; ich hätte jeden verstanden, der mich für eine Hochstaplerin gehalten hätte. Aber das angekündigte nächste Schreiben kam, und so brachen 21 (zwei Teilnehmer kamen von dort) junge Leute aus verschiedenen Bundesländern am 20. November 1987 für vier pickepackevolle Tage nach Berlin auf.

Für mich war es in mehrfacher Hinsicht abenteuerlich: die Bahnreise durch „Feindesland“ – dass es solches war, demonstrierten die Grenzkontrollen eindrücklich -, das Zusammentreffen mit so vielen unbekannten Menschen in der großen mir unbekannten Stadt, das neue nach-außen-dazu-Stehen, was einen bewegt, der intensive Austausch.

Am Nachmittag des 21. war Probe und ich dann an diesem ersten Lesungsabend der Eisbrecher. Das war gut so, denn die Aufregung hätte mir das unbeschwerte Erleben dieser Tage dann doch vereitelt. Hatte ich vor dem Aufrufen des Namens noch gewaltiges Herzklopfen, war das am Mikro auf einmal weg, und ich genoss es beinahe:

Schön, die Menschen mit ihren unterschiedlichen Geschichten kennenzulernen: Ralf mit der Auseinandersetzung zwischen Brüdern, die mir nah ging. Christian, einer der Berliner, mit der nicht minder zu Herzen gehenden Bürgerkriegserfahrung aus der Sicht eines Familienvaters. Stefan ließ eine Fliegerstaffel verschwinden und Lars einen Manfred „den kleinen Tisch beiseite“stellen, der einzige Satz seines Gedichts „Sonntagmorgen“. Felicia Zeller ist mit Theaterstücken später richtig bekannt geworden, auch Ralf schreibt für seine Theatergruppe, und Stefan hat sich in seiner Ruhrgebietsheimat mit Gruselgeschichten einen Namen gemacht. Ralf, Christian, Stefan und ich freundeten uns an.

Ich blieb zwar dem belletristischen Schreiben nicht treu, aber verfasste durch die Jahre weiter nicht-wissenschaftliche Sachtexte rund um Kunst, Kreativität, Gesellschaft – um den Menschen. Ich begann zu bloggen und habe mich in diversen Diskussionszirkeln bewegt, mich in Gesprächen engagiert, daneben immer auch gezeichnet und gemalt.

Die „Anthologie ohne Titel“ könnte der Titel sein für mein kreatives Leben ohne eindeutiges Ziel, eindeutiges Werk. Auch damals hatte ich kein eindeutiges Ziel, auch nicht, was das Schreiben anging. Dieses Ziellose, Unehrgeizige in mir kann eine Karriere, wie sie landläufig verstanden wird, verhindert haben. Ob das Talent gereicht hätte, werde ich nicht erfahren. Aber ich wollte es nie austesten; ich wollte nur immer authentisch leben.

Wir waren damals im zweiten Jahr dabei; den Wettbewerb gibt es immer noch; heute ist der diesjährige Abschlusstag; heute vor 30 Jahren habe ich mich auf den Weg gemacht. Für mich ist es schön zu sehen, dass sich immer wieder junge Leute auf den Weg machen, sich und ihren Platz in der Welt zu suchen, Auseinandersetzung zu suchen.

P.  S.: Meine Einstellung zur „mehrheitlich verlogen gestellten Frage nach dem Befinden“ hat sich durch die Jahre übrigens weiter relativiert 😉 .

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https://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/bundeswettbewerbe/treffen_junger_autoren/ueber_festival_tja/aktuell_tja/start_tja.php

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Offenheit

Carolin Emcke:

„Und doch – oder gerade deswegen – ist es so dringend nötig, offen zu sein, sich eben nicht zu maskieren, sondern die Maskierungen der Normen zu entlarven, sich zu zeigen als Liebende, als Begehrende, als ‚uns‘ zu zeigen, ohne Scham, ohne Verstellung, ohne Not. […]

Vielleicht ist es deswegen wichtig, beides zu betonen: die Selbstverständlichkeit, mit der ich lieben möchte wie ich liebe, die Selbstverständlichkeit, mit der ich auch von dem Glück sprechen möchte, das es mir bedeutet, dieses queere Leben und Begehren, die politischen Reflexionen auf all die Techniken und Mechanismen der Ausgrenzung und Stigmatisierung hier und anderswo, und meinen Wunsch, mir auch die Freiheit zu erhalten, in anderen Bezügen zu denken, andere Allianzen, andere Verbindungen, lokale und internationale, zu betonen. Ich möchte wachsam bleiben für die identitären Verklumpungen, die Dynamiken zur Homogenisierung auch innerhalb verschiedener marginalisierter Lebensformen oder politischer Bewegungen. Ich möchte mir meine Selbstzweifel erhalten, meine Vorsicht, nicht bloß neue Formen einer vermeintlich ‚authentischen‘ Kultur zu reproduzieren, nicht selber wieder Techniken der Distinktion von anderen zu generieren. Ich möchte auch die eigenen kollektiven Rituale, die Sprachspiele und Codes befragen können, ob sie uns womöglich eher einschließen und festschreiben anstatt uns zu öffnen und zu dynamisieren. Ob sie nicht selber wieder symbolisches Kapital anhäufen, das die einen auszeichnet und andere herabsetzt.

Das ist keine Anklage, sondern eben nur eine Frage an mich selbst, und es sind diese Fragen, die ich nicht verlieren möchte. Ich möchte nicht im politischen Gestus erstarren, möchte nicht, dass die Pflicht des ‚out loud‘ mir die leiseren, poetischeren, zarteren Begriffe und Gesten überformt.

In Abwandlung eines Zitats von Claude Lévi-Strauss, ‚In Identitäten lässt sich fortbewegen, aber nicht leben‘ – vielleicht macht mir das am meisten Sorge bei dem Motto des ‚out loud‘; ich bin ja nicht queer geworden, um mich wieder in anderen Schablonen des Denkens, Sprechens und Handelns zurichten zu lassen; ich schreibe ja nicht, um nur mehr andere Parolen zu produzieren, die wiederum andere herabsetzen oder lächerlich machen, sondern ich schreibe, um die Mechanismen der Ausgrenzung zu entlarven, aber vor allem auch um Räume zu öffnen, in denen wir atmen und denken können, vor allem andere Vokabeln, andere Begriffe, andere Bilder, andere Erzählungen zu schaffen, in denen dann andere Allianzen, andere Bezüge, andere Hoffnungen sichtbar werden können. […]

Dabei gibt es keinen Grund, sich in die Defensive drängen zu lassen, keinen Grund, sich einschüchtern zu lassen, denn die eigene Vision einer offenen, inklusiven, pluralen Gesellschaft ist nicht nur schöner oder gerechter; sie ist auch pragmatischer. In ihr können sich mehr Menschen wiederfinden, weil in ihr auch die unterschiedlichsten Entwürfe von gutem Leben sein dürfen.

[…] Wir brauchen [dafür] keine Liebe; uns reicht schon Respekt. […] Eine plurale Gesellschaft wirklich zu wollen heißt auch, vielfältige Differenzen und Distanzen auszuhalten und zu respektieren – alles andere wäre kollektivierter Narzissmus.“

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„So frei wie nie zuvor im Leben“

Ich kenne die Schweizer Schriftstellerin Milena Moser nicht wegen ihrer Bücher; das, was ich mal von ihr gelesen habe, war ein (im Rahmen des Themas bemerkenswerter) Text zum Ergrauen bei Frauen (netter Reim, fällt mir gerade auf… 🙂 ).

Da ich aber gerne Biographisches lese, fiel mir zuletzt ein Interview mit ihr in die Hände, worin sie Folgendes auf die Frage einer Freundin, warum sie ihrer Ansicht nach so viel von sich preisgebe, antwortete:

„Weil ich nichts anderes zu geben habe als mich selbst. Ich habe keine Angst, zu viel von mir preiszugeben. Warum auch? Ich bin doch kein kostbares Gut, das es eifersüchtig zu hüten gilt. Ich bin nichts Besonderes. […] Was mich von anderen unterscheidet ist nur, dass ich diese Dinge in Worte fasse.“

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Einmal mehr: Kunst und Politik

‚Westart live‘ vom 24.04.2017: http://www1.wdr.de/fernsehen/west-art/sendungen/uebersichtwestartlive158.html

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Thema: Kunst und Politik

Milo Rau: „Warum ist die Linke so gelähmt?“

Der Theatermacher „bildet Realität ab und schafft eine neue Realität“. Er hat sich vom Aktivisten zum aktivistischen Künstler entwickelt.

Sein symbolisches Verfahren „Das Kongo Tribunal“ beleuchtet das Thema Wirtschaftskrieg; der Künstler bringt es knackig auf den Punkt: es geht darum, zu zeigen, „dass es ihn gibt“.

„… es ist diese Co-Präsenz im Raum.“

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Thomas Hermanns: „Wie lebt man mit Schreiben und wie überlebt man es?“

Felicitas Hoppe: „… eine durch und durch einsame Tätigkeit.“

Oliver Helds Film-Installation „Felicitas Hoppe sagt…“ ist ein spannendes Ding, auch, dass die Schriftstellerin darüber sagt, dass es von Vorteil war, nicht die Textregie gehabt zu haben.

„Ich habe Zeit meines Lebens davon geträumt, Kunst auf die leichte Schulter zu nehmen.“

Sie sieht die Gefahr, in der Beantwortung (gesellschafts-)politischer Realitäten irgendwann „Phrasen gegen die Phrasen zu dreschen“ und ist sich einig mit den anderen Gästen, dass es Zeit braucht, sich zu positionieren. Und Tom Schilling ergänzt, dass es „offensichtlich prophetische Künstler“ brauche, auf Dinge eingehen zu können, bevor es für jegliche Reaktion zu spät sei. Ihn fragt Thomas Hermanns beispielsweise, ob man nicht „einen kleinen Film“ im Kopf habe beim Singen… das Einzel-Interview lohnt sich!

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Nils Mönkemeyer sieht die Kunstrichtung „Musik“ als „allgemein Menschliches“ in der Politikdiskussion außen vor, da sie den Menschen auf andere Art anspräche. Das teile ich, möchte aber ergänzend auf Musikstücke hinweisen, die durch ihre Art der Berührung in Verbindung mit dem Thema, das sie behandeln, durchaus Aussagen treffen, wenn sie auch nicht werten… aber vielleicht möchte man auf etwas allgemein Menschliches wie „Verzweiflung“, wenn sie ganze Menschengruppen und eine relativ eindeutige und zu behebende Ursache betrifft, nach dem berührt-Werden durch die Musik auch handelnd reagieren

„Meine innere Stimme klingt wie eine Bratsche.“

Über sein Spielen in einem Obdachlosenheim, das sein mit initiiertes Elysium-Festival bewerben sollte, sagt er: „… ich hab‘ bei dem Konzert gar nicht gemerkt, wer da jetzt wohnt und wer nicht“, weil alle sich dafür schick gemacht hätten.

Thomas Hermanns‘ Interview mit ihm ist in Gänze meine unbedingte Hör-Empfehlung!

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Sebastian Binder ist der Künstler, der diesmal in einer Stunde etwas zuwege bringen möchte/muss, und er versucht als Filmemacher, der er ist, einen Film über die Sendung zu machen.

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Und: ich bin diesmal auch dabei 😉 , und zwar bin ich die letztgenannte Zuschauerin ‚Sabine‘, die sich über facebook zur Sendung geäußert hat. Die Fragestellung war, ob man für oder gegen Politik in der Kunst sei. Besser verständlich als das, was nur vorgelesen wurde, ist es eventuell komplett: „Ich fänd’s verkrampft, Politik in der Kunst in jedem Fall zu vermeiden… Maria Schrader sagte in einer der letzten Sendungen, dass sie Politik in der Kunst oft schwierig findet; ich finde gesellschaftliche Äußerung dort nötig, und was anderes ist Politik als gesellschaftliche Teilnahme…?“

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In der letzten ‚ttt‘ vom 23.04. war ebenfalls Politik und Kunst Thema mit der Fragestellung „Kann Kunst gesellschaftlich etwas verändern?“ zur Situation der Künstler in der Türkei nach dem Referendum. Meine Antwort: wenn sie nicht stattfindet, bestimmt nicht. Ebenfalls sehenswert:

http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/verfassungsaenderung-kuenstler-100.html

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Vielfalt

„… dass Leute mich buchen, die sich überlegen, wo sie mit mir Konzerte machen wollen“, findet Volker Bertelmann alias Hauschka toll. Und sagt weiter: „Was mich total interessiert, ist der Moment.“ In der Filmmusik ist er in der Komposition „unterstützend“ unterwegs, bemüht, „möglichst wenig den Schauspielern weg[zu]nehmen“.

Und Saskia Frietsch möchte mit ihrem Projekt „Grenzenlos“ „mehr Realität in die Welt hinaustragen“.

Jakob Lass wünscht sich „ganz viel Zuschauerleistung“ bei seinem Film „Tiger Girl“, der nicht als „pädagogischer Film“ angelegt ist.

Eva Menasse sagt für mich sehr nachvollziehbar: „Jeder soll’s so machen, wie er es für richtig hält“, befragt danach, wie politisch ihres Erachtens nach Kunst sein soll/darf.

Alice Francis und Band begeistern mich neben ihrer Musik mit dem Ausspruch: „Wichtiger als das Studio ist der Mensch, der das dann nachher macht“ über das Mastern ihres Albums.

Und zum Schluss möchte ich noch einmal Eva Menasse zu Wort kommen lassen, die ihr vorübergehendes zuhause-Sein in der Villa Massimo so beschreibt, dass man dort, nachdem man nach zwei, drei Wochen das Gefühl überwunden hätte, in Urlaub zu sein, man sich wieder bewusst mache, warum man die Dinge tut, die man tut.

Eine wieder sehr vielfältige, breitbandige ‘Westart live’!

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http://www1.wdr.de/fernsehen/west-art/sendungen/uebersichtwestartlive154.html

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