Quadro Nuevo & Cairo Steps

Wir hatten am vergangenen Wochenende das Vergnügen, zwei wunderbare Bands mit ihren emotional vortragenden und mitreißenden Gastsängern im Düsseldorfer Savoy-Kino/Theater hören und sehen zu können.

„Zwei renommierte Bands – das mehrfach mit dem ECHO ausgezeichnete Ensemble Quadro Nuevo und Cairo Steps, ein internationales Sufi-Weltmusik-Ensemble – begegnen einander in einer spannenden Mischung aus klassisch arabischer Musik, Tango Oriental, hypnotischen Grooves, Jazz und Improvisation.“

Mulo Francel, der großartige Saxophon- und Klarinettist von Quadro Nuevo, führte zusammen mit Basem Darwisch, dem Oud-Virtuosen der Cairo Steps, gekonnt und unterhaltsam durchs Programm, aufgelockert durch kurze improvisierte Gespräche mit den BandkollegInnen.

Das regelmäßige Zusammentreffen in voller Besetzung zu Konzerten sei gar nicht so einfach zu realisieren, da der „chaotische Haufen“ aus Musikern besteht, die auch solo oder in anderen Gruppierungen unterwegs sind und zudem aus verschiedenen Bundes- oder eben Weltländern kommen.

Quadro Nuevo und Cairo Steps lernten sich bei einem gemeinsamen Auftritt in der Alten Oper Frankfurt kennen, und der kreative Funke sprang über. Sie beschlossen, gemeinsame Projekte zu verwirklichen. Im Januar 2017 reisten die Musiker durch Ägypten, spielten in den Opernhäusern von Kairo, Alexandria und Damanhur und veröffentlichten anschließend ihr Musik-Album Flying Carpet. „Musik als fliegender Teppich – hinweg über die Grenzen von Zeit, Politik und Religion.“ So lag auch in Düsseldorf vorne auf der Bühne ein Teppich, der den Band-Zusammenschluss als „Kult-Gegenstand“, so Francel, auf den Touren begleitet. Er liegt dort stellvertretend für die musikalische Brücke. So ist laut Darwisch die Mission der Cairo Steps auch, eine Verbindung zwischen Orient und Okzident, Muslimen und Christen zu schaffen. Und Matthias Frey, der Ursprungspianist der Steps, erklärt dazu ganz richtig: „Wenn man sich verstehen will, muss man erstmal hören.“

Und so hörte man neben den uns hier geläufigen Instrumenten das Holzblasinstrument Duduk, die Längsflöte Nay, die Kastenzither Kanun und eben die arabische Kurzhalslaute Oud. Und man konnte die schöne Kennenlerngeschichte der Quadro Nuevo-Harfenistin Evelyn Huber mit Matthias Frey hören, die sich nach E-Mail-Kontaktaufnahme trafen und erst einmal zwei Stunden musizierten, ehe sie sich unterhielten.

Auf der Website von Quadro Nuevo ist zu lesen:

„Das Projekt Flying Carpet ist jedoch mehr als die Summe seiner einzelnen Teile. Meditativer Klang und kraftvolle Unisono-Passagen erzeugen einen Auftrieb, dem man sich nur schwer entziehen kann. Der Teppich hebt ab. Getrieben zwischen östlichen und westlichen Winden schwebt er durch neue Klanglandschaften. Er trägt uns hinweg: Über den Bodennebel trivialer Alltagsprobleme. Über die Grenzen von Kulturen und Ideologien. Über die Gräben scheinbar unlösbarer Konflikte.“

Über ihre Konzerte sagen sie:

„Obwohl wir aus unterschiedlichen Kulturräumen kommen, stehen wir voller Respekt füreinander als Freunde auf der Bühne. Wir haben die Vision, mit unserer gemeinsam entstehenden Musik Momente zu schaffen, welche eine Brücke zwischen dem Abend- und dem Morgenland spannen. Ein gemeinsamer Ritt auf dem fliegenden Teppich!“

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https://www.youtube.com/watch?v=MMI6XNpqFKw

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