Vor der Wahl

„Wir brauchen alles, was die Menschen können.“ [Alexander Kluge in einem Bericht des WestartMagazins vom 18.09.2017]

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„Wir müssen versuchen, zukunftsgerichtet zu leben.“ [Hilal Sezgin im WestartMagazin-Interview am 18.09.2017]

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„Krieg ist die Widerlegung aller Werte. […] Wann begreifen wir es endlich, dass Krieg kein Problem löst, aber alle bestehenden Probleme nur vermehren kann?“ [Eugen Drewermann im Rahmen der Aktionswoche vom 03. bis 10.09.2017 der Kampagne ‚Stopp Air Base Ramstein‘ in der Versöhnungskirche Kaiserslautern]

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„Es geht um das kollektive Verständnis unseres vergangenen, aktuellen und künftigen Verhältnisses zur Welt.“

Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy schreibt in der deutschen Ausgabe von ‚LE MONDE diplomatique‘ von August 2017 darüber, wie wenig sich die meisten Museen mit der Geschichte ihrer Objekte auseinandersetzen.
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„Wilhelm von Humboldt schreibt über die Bedeutung der Bildung für den Menschen: ‚Je mehr Mannigfaltigkeit er in Einheit verwandelt, desto reicher, lebendiger, kraftvoller, fruchtbarer ist er. Eine solche Mannigfaltigkeit aber gibt ihm der Einfluss vielfältiger Verhältnisse.‘ Indem sie jedes Artefakt in ein vielschichtiges Koordinatensystem von Raum und Geschichte, Sein und Zeit, Ästhetik und Politik verankert, trägt dokumentierte Provenienz [Herkunft] im Museum zu dieser Mannigfaltigkeit bei. […] Es geht […] um das kollektive Verständnis unseres vergangenen, aktuellen und künftigen Verhältnisses zur Welt.“

Ein Satz, der mir beim ersten Lesen schon so wichtig war… er beinhaltet Vernunft, Herz und Verantwortung; er drückt die Möglichkeit zu echter menschlicher Weiterentwicklung aus; Verständnis ist Chance.

„Die Provenienzforschung ist historische Wissenschaftsforschung. Sie gilt der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit und ist für die Museen das, was für die Dresdner Bank oder Daimler Benz die Aufarbeitung ihrer Unternehmensgeschichte im Dritten Reich gewesen ist: die Erfüllung einer historischen Verantwortung, die Selbstbefreiung von allzu bequemen Mythen und ein Akt des Anstands gegenüber den Opfern und Nutzern ihrer Sammlungspolitik.“

„Was noch bitter vermisst wird, ist die Bereitschaft der meisten Museen, diese [Sammlungs]Geschichten dem Publikum offen und verständlich zu erzählen.“

Savoys Erfahrung korrespondiert mit vielen meiner Erfahrungen, wenn ich mir verschiedene Lebens- und Gesellschaftsbereiche ansehe: Erkenntnisse, einmal gewonnen, müssen nicht als diese dauerhaft wirken, und Einsichten führen nicht unbedingt zu mehr gewollter Transparenz und Weitergabewunsch an die Menschen.

Den meisten Museen stellt sie ein schlechtes Zeugnis aus („offenbar überfordert“), aber es sei auch schwierig. Welche Instanzen können es leisten, „für Millionen von Objekten […] die Herkunft zu ermitteln?“

Sie macht deutlich, dass das sich-Auskennen in der Kunst an sich dabei lange nicht reicht, „nur bedingt weiterhilft“. Vielmehr sei umfangreiche Recherche in Polizeiarchiven, ein sich-Auskennen in Verwaltungsstrukturen von Ländern zu bestimmten Zeiten, „in der Wissenschaftsgeschichte der Ethnologie und der europäischen Militär- und Missionsgeschichte“ notwendig.

„Provenienzforschung kann, muss aber nicht im Museum stattfinden. Sie erfordert freien Zugang zu vielen in aller Welt verstreuten Archiven, Teamgeist und methodische Transparenz, universitäre Verankerung und die Bereitschaft zu grenzüberschreitender Kooperation.“ Wunderbar: disziplinübergreifendes Leben und Arbeiten! Wir brauchen noch viel mehr Rufe danach.

„Auch für Museen muss gelten: Erst Provenienzen systematisch erforschen (lassen) und ‚on display‘ stellen. Und dann, irgendwann, darüber nachdenken, was die Rückgabe von Objekten und Objektgruppen in symbolischer, politischer oder diplomatischer Hinsicht bewirken kann und soll“ – die Wiedergutmachung (die nie eine ist) im juristischen Sinn (Restitution = Rückerstattung geraubter, enteigneter und zwangsverkaufter Kulturgüter).

Das Unterlassen dieser Bemühungen beziffere sich nicht nur „in Dollar oder Euro. Es sind gesellschaftliche und politische Kosten, die entstehen, wenn sich eine Gesellschaft ihrer Vergangenheit nicht annehmen will und kann.“

Und sie bezeichnet die gebotene Aufklärung als „die geringste Höflichkeit, welche Europa den Menschen und den Orten, aus denen die Objekte kommen, erweisen kann.“

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Zum Beispiel:

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Frau_in_Gold_(2015)

https://de.wikipedia.org/wiki/Adele_Bloch-Bauer

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-135214503.html

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Zweig in Zitaten

Inspiriert durch die episodisch angelegte Film-Biografie „Vor der Morgenröte“ über den österreichischen Autor Stefan Zweig (1881 – 1942) habe ich hier Zitate zusammengetragen. Sie sollen uns einerseits den Menschen Stefan Zweig näherbringen und andererseits beleuchten, wie sehr Menschen, die zwar körperlich gerettet sind, an Flucht, Exil und Kriegszuständen leiden; umso stärker, je mehr sie zur Empathie fähig sind.
Bei der Recherche fiel mir auf, dass mal mehr, mal weniger Einigkeit herrscht, beispielsweise über die Schwere seiner Depression oder die ihm nachgesagte exhibitionistische Neigung. Einig sind sich alle Schreiber – zumindest die, die ich gelesen habe – darin, dass Stefan Zweig ein hochgradig empathischer Mensch war. Besonders in Maria Schraders Film wird eindeutig, dass das, was Zweig oft als Feigheit ausgelegt wurde, eine Haltung dem Mitmenschen gegenüber war, die sich nicht über diesen stellt.

Ich konzentriere mich hier nicht auf die Produktivität Stefan Zweigs oder auf sein Werk, sondern auf seine pazifistische Haltung und hebe einige Sätze hervor, die die (ständige) Aktualität der Themenbereiche Eine Welt, gebotene menschliche Solidarität, Vertreibung, Flucht und Krieg unterstreichen.

Alle Quellen sind per Link hinterlegt und, solange sie online sind, in Gänze lesenswert. 

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Adam Soboczynski, 15.12.16:

„Dieser Film ist ein Risiko. Wie kann man es wagen, gleich am Anfang einen vollständigen, sehr langen Vortrag zu zeigen? Der Schriftsteller Emil Ludwig tritt auf dem Kongress in Buenos Aires auf, zweite Garde, dafür mit dem Furor der Moral, den es gratis gibt. Zweig hält sich die Hände vor das Gesicht, ein Fremdschämen, das man nur ganz begreift, wenn man weiß, dass er vom literarischen Betrieb als Verräter gebrandmarkt ist, da er sich weigerte, mit der Sprache des Hasses dem Hass zu begegnen. Der Film schlägt sich auf keine Seite, er differenziert die Positionen und Gefühle, die sich lebhaft kreuzen. Es gibt hier keine Helden, nur die Verdammten der Geschichte, die sich im Exil mit Mühe sortieren.“

„Die zweite Episode: […] Zweig, im hellen Tropenanzug, hört leicht amüsiert, wie mühevoll-scheppernd und schief und doch mit Hingabe der Donauwalzer gegeben wird. Die Kamera zeigt sein Gesicht, das sich unmerklich verändert, von leiser Heiterkeit über leeres Entsetzen zur offenen Trauer. Nuancen, die Welten trennen. Was den Kosmopoliten Zweig ergreift, ist in dieser Szene natürlich nicht nationales Pathos. Es ist die untergegangene Weltläufigkeit Europas, die er in Brasilien – das er aufgrund der Friedlichkeit, mit der unterschiedlichste Ethnien zusammenlebten, verehrte – letztlich nur als Abglanz erlebt.“

„[…] Die Geschehnisse sind mehr oder weniger verbürgt, und man kann nur ahnen, mit welch zivilisatorischem Aufwand die Spannungen überbrückt worden sind. Und es ist bewundernswert, wie es Maria Schrader gelingt, diese unterschwellige Nervosität formal zu erzeugen.“

 „[…] und stellt aus Verlegenheit die naheliegendste aller Fragen, was nämlich die Essenz ihres Films ausmache? 

Es sei, sagt Maria Schrader zögerlich, das Zusammenreißen, die Affektkontrolle, die Etikette, der Wille, den Gefühlen nicht immer freien Lauf zu lassen. Kurzum: Zivilisation. Wie sich die Protagonisten abmühten, Form zu wahren im Dreiteiler selbst in der glühendsten Tropenhitze. Und in der Liebeskonkurrenz. Ein Ringen um Fassung. Das sei die Zweigsche Antwort auf die Barbarei – und nicht billige Parolen, Ideologien, falsche Verbissenheit. Nichts sei schlimmer, als ein Sich-gehen-Lassen und opportunistische Bequemlichkeit.“

„[…] Es gibt keinen gegenwärtigeren Film für unsere feindselige Zeit als diesen.“

(http://www.zeit.de/2016/50/maria-schrader-schauspielerin-regisseurin-vor-der-morgenroete )

(http://www.vordermorgenroete.x-verleih.de/ )

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Joachim Lottmann, 22.02.17:

„Er war der größte Pazifist der deutschen Literatur und zugleich ihr bestverkaufender Autor.“

„Nur wir Heutigen stellen uns vor, er sei in der Enge verrückt geworden, habe die Bergvilla in Salzburg vermisst und die Salons in Wien. Ja, die Welt von gestern schon, aber die war ihm bereits im Ersten Weltkrieg vernichtet worden, […] Mit der „Welt von gestern“ meinte er nicht die bequemen Fauteuils, sondern den liberalen Geist der Aufklärung, den Geist Europas.“

„[…] Zweig starb an inhaltlichen Dingen, am Gift des rassistischen Denkens, das sich zwanzig Jahre lang immer weiter ausbreitete. Dass man nun plötzlich sogar seine Bücher „jüdisch“ fand, war eine neue Stufe der Eskalation. Und natürlich eskalierte auch der Krieg.“

„Zweigs Idee, für die er immer gelebt hatte, war die geistige Einheit Europas […]“

„Diese geistige Einheit Europas war das Gegenteil unserer heutigen Europa-Brüssel-Wirklichkeit […]“

„Dieses Haus heißt heute Casa Stefan Zweig und beherbergt die gleichnamige Stiftung. Man zeigt dort alte Filme, Fotografien und Dokumente, macht Veranstaltungen und Diskussionsrunden. Die Leiterin Kristina Michahelles bringt brasilianischen Schülern die Problematik von Exil und Integration nahe.“

(https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article162270682/Der-wahre-Grund-fuer-den-Selbstmord-von-Stefan-Zweig.html )

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Matthias Röder, Georg Ismar, 23.02.17:

„Überschattet war der Ruf Zweigs seit der Machtergreifung der Nazis 1933 aber von etwas anderem. Der 1934 zunächst nach England geflohene Jude konnte sich nie aufraffen, öffentlich gegen seine Verfolger Stellung zu beziehen. „Ich würde nie etwas gegen Deutschland sagen. Ich würde nie etwas gegen irgendein Land sagen“, teilte Zweig immer wieder mit. Dafür unterstützte er viele Flüchtlinge großherzig und generös finanziell, auch wenn ihn die Flut an Bittbriefen zunehmend belastete und er bald schon nach einem abgeschiedenen Exil suchte. Irgendwann wünschte er sich nur noch, „an einem vergessenen Ort zu leben“, zitiert ihn George Prochnik in seiner gefeierten Biografie „Das unmögliche Exil“.“

„In der Casa Zweig in Petrópolis hängt auch der vom 22. Februar 1942 datierte Abschiedsbrief, in dem er von der geistigen Vernichtung Europas spricht. […] Einige Schriften, das Ringen um den Zusammenhalt Europas, für Toleranz und Frieden, sind in Zeiten von Brexit und weltweiten Verwerfungen hochaktuell.“

(http://www.n-tv.de/leute/Die-drei-Leben-des-Stefan-Zweig-article19714890.html )

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Oliver Das Gupta, 24.02.17:

„Das untergegangene Habsburger-Reich sieht Zweig als Blaupause eines neuen Europas. In der Wiener Hofburg, sagte Zweig bei einem Vortrag 1940, sei

‚immer wieder der Traum eines geeinten Europas geträumt worden. (…) All diese Kaiser dachten, planten, sprachen kosmopolitisch. (…) Weil aus vielen fremden Elementen bestehend, wurde Wien der ideale Nährboden für eine gemeinsame Kultur. (…) Gegensätze zu mischen und aus dieser ständigen Harmonisierung ein neues Element europäischer Kultur zu schaffen, das war das eigentliche Genie dieser Stadt.‘

Zweig beschwört diese geistige Einheit Europas immer wieder, nicht erst, als der Kontinent in den 1930er Jahren auf den Zweiten Weltkrieg zusteuert, sondern schon lange vorher. Für Zweig ist klar: Nie wieder sollte Europa in eine Katastrophe schlittern wie den Ersten Weltkrieg.“

„Der Pazifist Zweig irritiert mitunter aber auch seine Zeitgenossen. So dankt er 1933 dem italienischen Tyrannen Benito Mussolini überschwänglich für die Begnadigung eines Antifaschisten. Auch am zum Diktator verkommenen brasilianischen Regierungschef erkennt er nur positive Seiten, blendet sogar dessen Antisemitismus aus, offenkundig, weil sich Zweig von der Gastfreundschaft blenden lässt.“

(http://www.sueddeutsche.de/politik/ein-bild-und-seine-geschichte-stefan-zweig-staatsbegraebnis-wider-willen-1.3391182 )

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Wikipedia:

„Thomas Mann schrieb 1952 zum zehnten Todestag von Stefan Zweig über dessen Pazifismus: „Es gab Zeiten, wo sein radikaler, sein unbedingter Pazifismus mich gequält hat. Er schien bereit, die Herrschaft des Bösen zuzulassen, wenn nur das ihm über alles Verhaßte, der Krieg, dadurch vermieden wurde. Das Problem ist unlösbar. Aber seitdem wir erfahren haben, wie auch ein guter Krieg nichts als Böses zeitigt, denke ich anders über seine Haltung von damals – oder versuche doch, anders darüber zu denken.“

Stolperstein für Stefan Zweig am Kapuzinerberg 5, Salzburg (https://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Zweig#/media/File:Stolperstein_Salzburg,_Stefan_Zweig_(Kapuzinerberg_5).jpg )

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Stimmungen, Schwingungen

Ob in der Familie, am Arbeitsplatz oder beim Spazierengehen in einer Stadt: wir nehmen eine bestimmte Stimmung wahr. Mal sind wir mehr, mal weniger empfänglich dafür. Manchmal nehmen wir sie wahr, wollen uns aber aus unterschiedlichen Gründen nicht dafür öffnen, manchmal können wir uns nicht vor ihrem Einfluss schützen, selbst, wenn wir es mit aller Kraft versuchen.
Ganzen Ländern werden bestimmte Atmosphären nachgesagt: das gelassene Schweden, die coolen Niederlande, die gemütliche Schweiz, das (bis auf die Stunden der Siesta) temperamentvolle Spanien oder Italien.

Woher kommen solche Eindrücke, die ja tatsächlich oft über das Klischee hinausgehen? Wie ist eine solch umfassend wirkende Schwingung möglich, wo sie doch aus so vielen unterschiedlichen Individuen besteht?

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Ich glaube, dass Gedanken zu Worten werden und Worte zu Taten, und dass daher bereits jeder Gedanke, der uns kommt, Gewicht hat. Zwar darf mich diese gefühlte Bedeutsamkeit nicht lähmen und zu überkritischer Selbstbeobachtung bringen – man würde ja irre –, aber das Bewusstmachen hilft mir, mein Denken ein wenig zu führen. In den meisten Fällen leitet mich Kants Kategorischer Imperativ ganz gut; Ausnahmen (1) bestätigen die Regel.

Beim Sprechen kann ich mich in den meisten Fällen auf die T.H.I.N.K.-Formel verlassen („Think before you speak“), wenn mich keine starke Emotion hindert:

T = Is it true?

H = Is it helpful?

I = Is it inspiring?

N = Is it necessary?

K = Is it kind?

Bevor man etwas sagt, soll man sich idealerweise fragen, ob das, was man äußern will, wahr, hilfreich, inspirierend, notwendig und freundlich/wohlwollend ist.

Ich bin davon überzeugt, dass es wirkt, und dass es weltweit wirkt – oder wirken könnte. Das Destruktive wird es in der Welt vermutlich geben, solange es Menschen gibt. Aber die, die nicht hungern müssen, nicht verfolgt werden, nicht im Kriegsgebiet leben, nicht physisch oder psychisch krank sind oder krank gemacht wurden, die konstruktiv mitgestalten können und wollen, damit es möglichst allen gut oder zumindest besser geht, könnten das Experiment doch wagen: bewusst denken und sprechen. Und wenn man es nicht einhält, weil man Mensch ist: es wieder versuchen. Und wieder. Oder nur mal einen halben Tag lang. Oder nur eine halbe Stunde. Ich glaube ja, dass, wenn man es eine kleine Strecke bewusst durchgehalten hat – erstmal nur, um es durchzuhalten –, man dann kaum mehr zurück kann. Bewusst eine eigene Wahrheit verleugnen (die übrigens nichts zu tun hat mit „alternativen Fakten“) fällt schwer, lästern wird beinahe unmöglich. Unfreundlich zu sein fällt einem selbst auf, wo es vorher vielleicht nicht so war.

Man braucht keine Sorge haben, dass man zu einem Engel oder Übermenschen wird; das passiert nicht. Man bleibt durchaus ein fehlbarer Mensch, aber wird ein netterer fehlbarer Mensch. Die Wenigsten werden von sich glauben, dass sie bewusst anderen schaden – die T.H.I.N.K.-Formel ist ein Augenöffner für sich selbst!

Und dann: stellt Euch vor, alle Menschen einer Stadt machten gleichzeitig das Experiment. Wie wären die Begegnungen, die Gespräche?

Glaubt auch Ihr, dass die Stimmung eine andere wäre…? Glaubt auch Ihr, dass die Menschen friedlicher wären…?

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(1) Eine Antwort zu Kants Befürwortung der Todesstrafe: „Das Recht der Vergeltung ist daraus nicht abzuleiten und willkürlich gesetzt. Eine Befriedigung der Gerechtigkeit durch den Tod des Delinquenten stellt die Reduktion auf einen Zweck dar und steht im Widerspruch zur vorgeblichen Ethik des Kategorischen Imperativs.“ (aus: Herbert Weiler: Warum Moses das versprochene Land nicht betreten durfte)

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Selbstmotivation

„Selbstmotivation“ klingt aufgesetzt, angestrengt, so, als müsste man immer wieder mühevoll einen neuen Anlauf nehmen. Es wird Situationen geben, in denen es sich genau so anfühlt, und es wird bestimmt Menschen geben, für die sich das immer so anfühlt.
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Als ich letztens bei Freunden war, lag da eine Zeitschrift aufgeschlagen, und die Worte Markt und Künstler sprangen mich an. Da die Freunde kurzzeitig anderweitig beschäftigt waren, begann ich den Artikel anzulesen, aber viel Zeit wollte ich mir dafür dort nicht nehmen, und so fotografierte ich ihn ab. Die Titelzeilen habe ich nur halb im Bild, da mir der Name des Autors wichtig war: Tim Sommer.

Der Chefredakteur des Kunstmagazins „art“ beschreibt in dem Artikel des Magazins „dbmobil“ auf eindrucksvolle Weise, wie der Weg eines Menschen aussieht, der beschließt, Künstler zu werden. Er lässt nichts aus: „prekäre, konjunkturabhängige Tätigkeit“, „schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, „zweifelhaftes Sozialprestige“ sind die Beschreibungen schon im ersten Absatz, einer fiktiven Stellenbeschreibung.

„… der berufsmäßig Andersdenkende, der Lieferant für Alternativen“ startet mit etwa 4999 Mitstudenten jährlich in Deutschland, „macht 50000 Konkurrenten in den nächsten zehn Jahren.“ Er oder sie erprobt Techniken, redet viel und lernt zumindest sich selbst mit „Glück“ „sehr gut kennen“. „Regeln, nach denen eine Arbeit nachvollziehbar als gut oder schlecht bewertet werden könnte“, gibt es nicht.

„Ihr Werk bedeutet nichts, gilt nichts, hat keinen Preis, solange es im Atelier schlummert. Zur Kunst wird ein Gegenstand erst, wenn er durch die Betrachtung Sinn und durch die Diskussion darüber eine Stimme bekommt – frei skalierbar von Ihrem Bekanntenkreis bis zur Weltpresse.“

Nachdem man die 30 überschritten hat, wird es eng mit Atelier-Programmen, Stipendien und Förderpreisen. Es wird schwierig für jemanden, der bis dahin keine Galerie hat, die für ihn mitarbeitet, wobei der Name der Galerie den „Rang“ des Künstlers zum Großteil mit ausmacht.

„Vorausgesetzt, Sie sind wirklich zeitgemäß, fleißig und umtriebig, jetzt in Ihren besten Jahren, dann wird Sie der kreisende Suchscheinwerfer der Geltung hoffentlich treffen. Garantiert ist das keineswegs.“ Wer es bis dahin geschafft hat und auf einem großen Festival, einer Biennale oder der Documenta (weiter) entdeckt wird, kann bald schon wieder im Nebel verschwinden, „weil sich selbst die Berufsauskenner unmöglich alles in ihr Langzeitgedächtnis schaufeln können, was die globalisierte Kunstmaschine wichtig macht.“

Je älter man und frau wird, desto schwieriger wird ein würdevoller Aufenthalt auf dem offiziellen Kunstparkett dem, der unentdeckt bleibt, und kommt es zu später „Wieder- oder Erstentdeckung“, „[schämt] sich [der Kunstbetrieb] dabei nicht ein bisschen seiner Ignoranz durch Abgelenktheit in der Zwischenzeit“.

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Ich habe dieses Beschriebene wohl früh in meinem Leben befürchtet, so dass Kunst für mich nie als „Beruf“ in Frage gekommen wäre; ich habe nie auch nur im Traum mit dem Gedanken gespielt, ein Kunststudium zu beginnen. Vor zehn Jahren habe ich mir den Streit zwischen „Hobby“- und „Berufs“künstlern beherzt und emotional von der Seele geschrieben, ohne jede Rücksicht auf leichte Lesbarkeit 😉 (http://www.sabinepint.de/diskussion.htm).

Immer war in mir der augenscheinliche Widerspruch: wie leben denn die anderen ihre Kreativität? Versteckt? Denn ich kannte von allen, die zwar von Hause aus und teilweise langjährig kreativ waren, nur ein verschämtes ‚ich schreibe ja auch ein bisschen‘ oder ein ‚manchmal male ich auch‘, wenn sie es nicht auf dem „offiziellen“ Weg taten. Aus Sorge, sich zu outen, weil man ja nie und nimmer so „gut“ wie irgendein Ausstudierter sein könne.

Später, als Quereinsteiger in allen möglichen Bereichen Normalität wurden und/oder man immer mehr davon mitbekam, stieg das Selbstbewusstsein mancher Betroffener, aber längst nicht bei allen. Und in mir blieb immer dieser Widerspruch.

Nur: ich wollte mich ihm nicht beugen. Zeigte ein Bild mit 16 und las meinen Text mit 20 vor einem fremden Berliner Publikum. Dachte nicht, dass ich jetzt bekannt würde, sondern lebte genau so weiter: malte weiter, stellte ab und an aus bei dem, der das auch wollte, begann zu bloggen, nachdem ich nicht mehr belletristisch schrieb. Sah und sehe alles als Angebot, das man auch ablehnen kann, genau so, wie ich Dinge ablehne, wenn ich sie gerade nicht „suche“. Kunst ist in meinem Leben; sie ist ein Ausdrucksmittel, eine Sprache mehr, in der ich Kontakt pflegen kann.

Wenn sich Menschen fragten, wie ich motiviert bleiben kann, dann wäre meine Antwort, dass ich mir das nicht aussuche. Mich über Kreativität auszudrücken strengt mich nicht an, sondern ist mir ein Bedürfnis. Ich warte dabei auf nichts. Ich halte es mit Wilfried Schmickler, der in den letzten „Mitternachtsspitzen“ sagte „Leben wir öffentlich!“ und dabei nicht meinte, sich immer und überall selbst gläsern zu machen, sondern zu Haltung aufrief, wie er es meistens tut.

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„Die Welt der Kunst ist der letzte große Freiheitsraum, den die durchrationalisierte Gegenwart zu bieten hat. Eine wunderbare Nebenwelt, die uns die Wirklichkeit verstehen lehrt, indem wir sie verlassen. Hier begegnen wir den extremsten Gestalten, den verstiegensten Ideen, den zartesten Empfindungen und den brutalsten Erkenntnissen, der vollendeten Schönheit und vollendeten Hässlichkeit. Wer sich dieser Zumutung aussetzt, wird sich dabei verändern.“ (Tim Sommer)

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Farben

„Farbe ist ein durch das Auge und Gehirn vermittelter Sinneseindruck, der durch Licht hervorgerufen wird, genauer durch die Wahrnehmung elektromagnetischer Strahlung der Wellenlänge zwischen 380 und 760 Nanometer. Es ist der Sinneseindruck, durch den sich zwei aneinandergrenzende, strukturlose Teile des Gesichtsfeldes bei einäugiger Beobachtung mit unbewegtem Auge allein unterscheiden lassen. In der Alltagssprache werden auch Farbmittel (farbgebende Substanzen) als Farbe bezeichnet, also stoffliche Mittel, mit denen man die Farbe von Gegenständen verändern kann, z. B. Malerfarben.

Die Farbwahrnehmung ist eine subjektive Empfindung, welche nicht nur durch die Art der einfallenden Lichtstrahlung, sondern auch durch die Beschaffenheit der Augen, Empfindlichkeit der Rezeptoren und den Wahrnehmungsapparat bestimmt wird. Andere optische Wahrnehmungsphänomene wie Struktur (Licht-Schatten-Wirkungen), Glanz oder Rauheit sowie psychische Effekte, wie Umstimmung oder Adaptation [Pupillenreflex bei unterschiedlichen Leuchtdichten], sind vom Farbbegriff zu unterscheiden.“ (Wikipedia)

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Das Feld der Farben ist ein weites. Wie relativ Farbeindrücke sind, machen besonders optische Täuschungen deutlich: http://www.illusionen.biz/blog/?page_id=22 .

Hier möchte ich heute auf etwas anderes hinaus.

Als Kind mochte ich womöglich alle Farben, als Jugendliche besonders Blau (was ich mit vielen, auch erwachsenen, Menschen teile). Irgendwann als junge Erwachsene – das weiß ich noch – sagte ich jemandem, dass ich kein Rot mag, noch vor ein paar Jahren jemand anderem, dass ich Gelb schwierig fände. Womöglich hatte ich nur wieder Sorge, zu kompliziert zu antworten 😉 .

Denn wie wunderschön finde ich ein ganz, ganz helles Sonnengelb oder auch Zinkgelb! Wie sehr mag ich Wein- oder Oxidrot und alle dunklen Beerentöne (und übrigens auch ein paar helle)! Im Grün-Spektrum gibt es fast nichts, was mir nicht gefällt, und bei meiner Jugendliebe Blau gefällt mir Baby-Blau nur an Babies und jeder andere helle Blauton, der nicht abgetönt ist wie die meisten Jeans-Varianten, nur bedingt.

Was sind diese Bedingungen? Wann gefällt uns eine Farbe? Beim Thema „Blau“ fällt mir „Das Meer“ des Malers Ulrico ein, das ich besitze und das eben auch alle hellen Blautöne hat, die es braucht, um etwas nicht im wahrsten Wortsinn ein-tönig abzubilden, langweilig und letztendlich nicht „echt“. Manche Farben gefallen uns nicht miteinander; wir empfinden keinen Einklang, sondern es vielleicht nur „schreiend bunt“. Dieselben Farben auf der bunten Blumenwiese werden die meisten wunderschön finden, auch und gerade zusammen.

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Es kommt eben – mal wieder – darauf an. Auf Nuancen, auf die Zwischentöne (Grau hat übrigens auch eine wunderbare Farbpalette 😉 ).

Worauf kommt es bei Euch an? Wann bewertet Ihr etwas einzeln, wann im Zusammenspiel?

Und – von mir aus – denkt gerne auch abseits von „Farbe“… 🙂

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Zwei Leben

Drei, vier Klicks, und ich bin fasziniert.
Bei facebook wurde mir über den dortigen ZEIT ONLINE-Auftritt der Link angeboten. In dem Artikel http://www.zeit.de/2012/33/Hermann-Hesse aus dem Jahr 2012, der jetzt editiert wurde, bringt uns Benjamin Lebert, der 1999 mit 17 zum Autoren-Shooting-Star wurde („Crazy“, Kiepenheuer & Witsch), Hermann Hesse näher. Dieser Text begeisterte mich, und ich hatte zuerst bloß vor, auf die Verbindung zweier Schriftsteller hinzuweisen, zwischen deren Geburtstagen 105 Jahre liegen. Ein Mensch bricht eine Lanze für einen Kollegen, der 105 Jahre vor ihm selbst zur Welt gekommen ist und sie schon wieder verlassen hatte, bevor er, Lebert, 20 Jahre später geboren wurde.

Der Text ist für mein inneres Ohr wunderbar formuliert und sehr wertschätzend und warmherzig Hesse gegenüber.

„Um in der heutigen Zeit bestehen zu können, scheint es geradezu erforderlich zu sein, das Talent zu entwickeln, sich selbst in zweite Welten zu transportieren. […] Bei der Suche aber nach einer zweiten Welt, in der man sich wohlfühlt und Halt findet, kann kaum ein Autor so sehr helfen wie Hermann Hesse.“

Mit den folgenden Worten schlägt Lebert einen weiteren Bogen zu sich selbst, was ich nicht verwerflich finde, sondern – und es wurde mir bei der dann folgenden Auseinandersetzung für meinen Blog-Beitrag klar – enorm aufschlussreich:

„Was zu hoffen ist: dass Hesse auch weiterhin viele Leser findet. Denn seine Stimme zu hören kann sich als ein Lebensgeschenk erweisen. Ich habe zum Beispiel unter anderem durch ihn erfahren, wie wichtig und erstrebenswert es ist, sich immer wieder aufs Neue mit der eigenen Geschichte auszusöhnen. Und ihr auch ihre Launenhaftigkeit zu lassen. Denn ebenso rasch, wie sich eine Liebesgeschichte zu einem Spuk wandelt, geschieht es auch umgekehrt.“ Offen, weise, ein bisschen, aber nicht überzogen ich-bezogen.

Als ich dann über Benjamin Lebert nachzulesen begann – der Wikipedia-Eintrag ist kurz und schmerzlos – fielen mir neben immer wiederkehrenden oder neuen Charakterisierungen (halbseitige Lähmung, wahrscheinlich mittlerweile überwundene Essstörung) die wohl zahlreichen „missglückten Interviews“ (1) und Verrisse wie dieser (2) auf. Es scheint so, als sei da ein Stern nicht nur gesunken, sondern würde zudem auch von ziemlich Vielen bereitwillig niedergezogen und dort gehalten.

Ich habe keinen Lebert-Roman gelesen und kann mir hier nicht mal ein laienhaftes literaturkritisches Urteil erlauben. Aber der junge Autor scheint in den persönlichen Begegnungen seinen Gesprächspartnern so schwierig erschienen zu sein, übertrieben leidend und so, als wolle er klüger wirken, als er ist, in einem Wort: unsympathisch, dass diese sich zu auffällig persönlichen Kritiken hinreißen ließen; die die Art des Auftritts verurteilen und spekulative Rückschlüsse ziehen, was Lebert wohl mit dem einen oder anderen Satz, mit dem einen oder anderen Habitus bezwecken mag.

Ob man den Schreibstil und die Themen einer Person mag oder nicht, ob diese einem sympathisch oder unsympathisch ist: Urteile solcher Art finde ich schwierig. Sie schreiben die Person im wahrsten Sinne des Wortes fest, gehen unter die Gürtellinie und damit zu weit, wollen nicht mehr entdecken, sondern verurteilen. Dass sich in mir nach kurzem Suchen schon so ein Bild ergeben hat, fand ich so bemerkenswert, dass mein Blog-Beitrag nun diesen Twist bekommt.

Kurz zurück zu Hermann Hesse: recherchiert man über ihn – einiges ist aus Schulzeiten noch hängengeblieben – ergibt sich auch da in kürzester Zeit ein Charakterbild: intelligent, unangepasst, „rebellisch“, jung depressiv (erste Suizidgedanken mit 14), gediegenes Elternhaus, Schulabbrecher, Lehrabbrecher, „Bücher kompensierten auch mangelnde soziale Kontakte“, „vielfältige psychische Leiden“, teilweise autobiografischer Erzählstil; Wikipedia schreibt: „Seine nächsten größeren Werke, Kurgast von 1925 und Die Nürnberger Reise von 1927, sind autobiografische Erzählungen mit ironischem Unterton. In ihnen kündigt sich bereits der erfolgreichste Roman Hesses an, Der Steppenwolf von 1927, der sich für ihn als „ein angstvoller Warnruf“ vor dem kommenden Weltkrieg darstellte und in der damaligen deutschen Öffentlichkeit entsprechend geschulmeistert oder belächelt wurde.“

Vielleicht wurden die Verbindungen zwischen dem jungen Lebert und dem jungen Hesse von Benjamin Lebert als stark empfunden, als er ihn in der Schule – vielleicht wie ich als Pflichtlektüre – kennenlernte. Vielleicht kann man sich „ins Unglücklichsein verlieben“, wie er 2012 als Dreißigjähriger in einem anderen Interview sagte, und vielleicht treibt den einen oder anderen frühe Bekanntheit in ein bestimmtes Bild von sich selbst, das sich dann auch nach außen manifestiert und nicht als ein authentisches wahrgenommen wird.

Im letzten Jahr sagte er auf die Frage, wie er damit umgehe, öffentlich kategorisiert zu werden: „Was die Menschen über einen sagen, hat mehr mit den Menschen zu tun als mit einem selbst. Das finde ich tröstlich. Über mich wurde sowohl im Negativen als auch im Positiven alles Mögliche geschrieben. Es gibt eine schöne Geschichte in ‚Wir Kinder von Bullerbü‘, in der das kleine Mädchen sagt: ‚Wenn ich mit meinen Brüdern spielen will, sagen sie, ich bin zu klein. Wenn ich meiner Mutter beim Abwasch helfen soll, dann sagt sie, ich bin groß genug.‘ Ich glaube, man ist nie so gut oder schlecht, wie die Menschen einen empfinden.“ (3)

In seinen Worten über Hermann Hesse gab es für mich viel Zitierfähiges; ich hoffe, auf meine Empfehlung hin lesen es noch ein paar Menschen mehr. Diese Sätze möchte ich – auch bezogen auf das Thema „Kritik“ – hier an den Schluss setzen:

„Der Philosoph Immanuel Kant formulierte bekanntlich die drei elementaren menschlichen Fragen: Was können wir wissen? Was sollen wir tun? Was können wir hoffen? Und ebendiese drei Fragen sind es auch, so finde ich, die der Schriftsteller in sich trägt, ehe er darangeht, seine Geschichte zu erzählen. Ich glaube, dass Literatur hauptsächlich von der letzten durchdrungen ist: Was dürfen wir hoffen? Insbesondere eben auch die fein gestrickten und seherischen Werke des großen Hermann Hesse. In Wahrheit speist sich Literatur aus dem, was nicht nachgewiesen, was nur erahnt, ersehnt werden kann und auf Glauben beruht, und sei der Glaube auch, wie es beinahe stets der Fall ist, ein verkennender. Literaturwissenschaft und Literaturkritik jedoch lassen – so scheint mir – diese letzte der drei Fragen meist außer Acht und beschäftigen sich viel lieber mit der ersten Frage: Was können wir wissen? Und stoßen damit nur in ebenjene große, staubdurchtanzte Leere, der sie von Beginn an zu entrinnen suchten.“

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(1) Dana Buchzik, 2014: https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article131569874/Darueber-moechte-ich-lieber-nicht-sprechen.html  

(2) Patrick Bauer, 2009: http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/der-sinn-des-leberts/685234  

(3) http://www.litaffin.de/im-gespraech-mit-benjamin-lebert  

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