Vor der Wahl

„Wir brauchen alles, was die Menschen können.“ [Alexander Kluge in einem Bericht des WestartMagazins vom 18.09.2017]

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„Wir müssen versuchen, zukunftsgerichtet zu leben.“ [Hilal Sezgin im WestartMagazin-Interview am 18.09.2017]

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„Krieg ist die Widerlegung aller Werte. […] Wann begreifen wir es endlich, dass Krieg kein Problem löst, aber alle bestehenden Probleme nur vermehren kann?“ [Eugen Drewermann im Rahmen der Aktionswoche vom 03. bis 10.09.2017 der Kampagne ‚Stopp Air Base Ramstein‘ in der Versöhnungskirche Kaiserslautern]

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Vielfalt

„… dass Leute mich buchen, die sich überlegen, wo sie mit mir Konzerte machen wollen“, findet Volker Bertelmann alias Hauschka toll. Und sagt weiter: „Was mich total interessiert, ist der Moment.“ In der Filmmusik ist er in der Komposition „unterstützend“ unterwegs, bemüht, „möglichst wenig den Schauspielern weg[zu]nehmen“.

Und Saskia Frietsch möchte mit ihrem Projekt „Grenzenlos“ „mehr Realität in die Welt hinaustragen“.

Jakob Lass wünscht sich „ganz viel Zuschauerleistung“ bei seinem Film „Tiger Girl“, der nicht als „pädagogischer Film“ angelegt ist.

Eva Menasse sagt für mich sehr nachvollziehbar: „Jeder soll’s so machen, wie er es für richtig hält“, befragt danach, wie politisch ihres Erachtens nach Kunst sein soll/darf.

Alice Francis und Band begeistern mich neben ihrer Musik mit dem Ausspruch: „Wichtiger als das Studio ist der Mensch, der das dann nachher macht“ über das Mastern ihres Albums.

Und zum Schluss möchte ich noch einmal Eva Menasse zu Wort kommen lassen, die ihr vorübergehendes zuhause-Sein in der Villa Massimo so beschreibt, dass man dort, nachdem man nach zwei, drei Wochen das Gefühl überwunden hätte, in Urlaub zu sein, man sich wieder bewusst mache, warum man die Dinge tut, die man tut.

Eine wieder sehr vielfältige, breitbandige ‘Westart live’!

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http://www1.wdr.de/fernsehen/west-art/sendungen/uebersichtwestartlive154.html

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Botschaften

„Bücher, Menschen, Abenteuer: Im Frühling wird Köln zur Hochburg der Literatur. Vom 7. bis zum 18. März lockt die „Lit.Cologne“ Hunderttausende Besucher in ihre Veranstaltungen. In ‚Westart live – extra‘ zu Europas größtem Literaturfestival begrüßt Denis Scheck den Bestsellerautor Frank Schätzing, die Publizistin und Friedenspreisträgerin Carolin Emcke, die Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader, den Slampoeten Sebastian 23 sowie die Musiker Scott Matthew & Rodrigo Leão.“

http://www1.wdr.de/fernsehen/west-art/sendungen/uebersichtwestartlive148.html

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Denis Scheck liegt mir als Literaturkritiker nicht sonderlich, da er sich (vielleicht auch durch die oft geforderte Kürze) nicht immer inhaltlich auseinandersetzt; ich schrieb letztens darüber (https://sabinepint.wordpress.com/2017/02/22/denis-scheck-und-ich-ueber-john-irvings-strasse-der-wunder/). Als Interviewer in der ‚Westart‘ fällt er gegenüber zum Beispiel Thomas Hermanns darin ab, ein bei aller Tiefe lockeres Gespräch zu führen, in dem dieser in erster Linie auf das Gesagte des Gegenübers eingeht, anstatt eine nächste Frage oder den nächsten Programmpunkt anzureihen.

Neben vielen anderen erwähnenswerten Dingen wie die von Schätzing angesprochene Distanz zwischen Erschaffer und Rezipient, die gerade beim Schreiben gegeben ist, vielen Sätzen der überlegt und ehrlich sprechenden Carolin Emcke fand ich in dieser ‚Westart‘-Ausgabe Folgendes für’s Weiterdenken interessant:

Denis Scheck: „Wie politisch begreifen Sie eigentlich das, was Sie tun?“

[Maria Schrader atmet durch] „Ja, die Frage wird mir natürlich im Moment durch den Film oft gestellt […] es gibt auch inzwischen ja fast einen Standardsatz: nichts ist nicht politisch. Aber […] – wie Carolin vorhin gesagt hat – dem Theater den Auftrag zu geben… das gibt es ja im Moment auch oft: Theater, Filme… geben sich selbst den politischen Auftrag. Und das ist oft sehr problematisch, finde ich. […] oder um mit Stefan Zweig zu sprechen: ein Kunstwerk kann eine politische Dimension bekommen, in dem Moment, wo man aber etwas, eine Geschichte instrumentalisiert für eine bestimmte Aussage, geht […] das Unvorhersehbare, das Poetische, das Unsagliche, das Atmosphärische, was ja im besten Fall auch Kunst ausmacht, verloren.“

Denis Scheck: „Hemingway sagt: Wer eine Botschaft hat, soll auf’s Telegraphenamt gehen und‘n Telegramm schicken.“

Ich kann das nicht teilen. Liegt nicht die Kunst auch darin, eine Aussage versiert, charmant, unangestrengt zu verpacken, zu transformieren eben in die künstlerische Arbeit? Wäre nicht die versuchte Vermeidung, obwohl mich die Aussage überhaupt erst zur Arbeit drängt, viel destruktiver für’s Endprodukt? Sollte man Kunst thematisch beschneiden?

Einen Gegenentwurf zu dieser Haltung fand ich bei der „Kulturtussi“ Anke von Heyl; sehr lesenswert: http://www.kulturtussi.de/begegnung-mit-otto-freundlich/

Über Stimmen dazu freute ich mich sehr!

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P.S.: Hyperlink-Einfügungen fehlgeschlagen; ich benutze nun die unelegante Variante.

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Zeit

uhr

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Die ‚Westart live‘ vom 21.11. mit Beiträgen zum großen Thema „Zeit“:

 

„Ich mag die Melodie von Rhythmen lieber als den immer gleichen Takt.“

„Es ist die Frage: was wärmt dein Herz?“ [Greta Taubert]

„Ich will reich sein, reich an Momenten.“ [aus: „Club der Zeitmillionäre“ von Greta Taubert]

 

„Arbeit, Pause, Weitermachen, Arbeit, Pause, Weitermachen…“ [Henrike Klehr]

 

„I’m counting, counting, counting seconds…“ [Hundreds]

 

„Wer hat an der Uhr gedreht – das war natürlich immer der Künstler.“ [Denis Scheck]

 

„… aber es lohnt sich, nach dem Sinn des Lebens zu suchen.“ [Sting]

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http://www1.wdr.de/fernsehen/west-art/sendungen/uebersichtwestartlive130.html

 

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Westart live

Musik,

Nähe,

Fotografie,

Theater,

Malerei,

Tod,

Gesellschaft,

Literatur,

Journalismus,

Diskurs,

Enthüllung,

Verständnisübung

und ein wunderbares Schlusslied – 

wenn man „Westart live“ eines vorwerfen kann, ist es manchmal fehlende Tiefe, die so ein Format eben nicht hergibt.

Gerne hätte ich das Gespräch, das sich gegen Ende erst zum Thema „Amerika“ zwischen Ingo Zamperoni, Horst Wackerbarth und später Denis Scheck ergab, weiter sich entwickeln sehen.

Für mich neu entdeckt habe ich eine Malerin, die schön malt, ohne schönzumalen:

http://www1.wdr.de/fernsehen/west-art/sendungen/uebersichtwestartlive110.html

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Gefaltete Zeit

Klickt man den Link, kommt man auf die komplette Westart live vom 29.08.2016, man kann die Themen aber auch einzeln „anwählen“.

Heute möchte ich besonders hinweisen auf

Gefaltete Welt: Der Künstler Erwin Hapke

„… das ist natürlich auch ein Teil des Zaubers, dass in jeder Figur Lebenszeit dieses Menschen noch anwesend ist und spürbar wird. […] Es ist gefaltete Zeit“, sagt Matthias Burchardt, der Neffe des verstorbenen Erwin Hapke.

Was denkt Ihr darüber, über die Arbeit, das Gesamtwerk, darüber, was an Lebenseinstellung durchschimmert, über die Akribie auch in der Katalogisierung und die Verfügung, Werk und Haus als Museum zu erhalten? Was sind Eure spontanen Gefühle und Gedanken zur „gefalteten Zeit“?

 

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/westart-live/video-westart-live-112.html

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WestArt

Gerne teile ich auch die gestrige zweite ‚Westart live‘.
Durch das Thema der Sendung, „sich einmischen“, das auch mir besonders am Herzen liegt, zeigte sie, wie nah Kunst am Menschen sein kann; dass es nichts „Abgehobenes“ mehr hat, wenn man sie als Ausdruck begreift, der jedem zusteht.
Ich wünsche viel Vergnügen!

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/video-westart-live-106.html

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